Basketball

Albas Vorbereitung wird zum Wettlauf mit der Zeit

Alba bleiben keine zwei Wochen bis zum Saisonstart. Der Sieg gegen Braunschweig gibt Zuversicht, dass er gelingen wird – und noch mehr

Trainer Aito Reneses (M.) schwört seine Spieler ein.

Trainer Aito Reneses (M.) schwört seine Spieler ein.

Foto: Andreas Gora / picture alliance / Andreas Gora

Berlin. Das Motiv ist das immergleiche: Alba-Spieler groß, Alba-Fan (viel) kleiner. Beide lächeln, es macht „klick“, und während der Basketballprofi sich freundlich dem nächsten Anhänger zuwendet, feiert sein Verehrer oder seine Verehrerin den Smartphone-Treffer, der schnell in den sozialen Netzwerken landet. Trotzdem lassen sich Johannes Thiemann, Luke Sikma und Co. in der MBS Arena in Oranienburg gern fotografieren. Nach dem 87:69 gegen Bundesliga-Kontrahent Braunschweig ist die Stimmung gut. Es läuft langsam besser. Die Richtung stimmt.

Am 28. September (18 Uhr) beginnt für die Berliner die Pflichtspielsaison mit dem deutschen Pokal-Achtelfinale gegen Würzburg. Am 2. Oktober (20.30 Uhr) folgt der Bundesliga-Auftakt gegen Rasta Vechta, zwei Tage darauf (20 Uhr, alle Mercedes-Benz Arena) das erste Euroleague-Spiel gegen Zenit St. Petersburg.

Eriksson und Cavanaugh überzeugen

In allen Wettbewerben fällt der Startschuss vor eigenem Publikum. Da will, da muss Alba schon liefern. „Wir werden jeden Tag besser“, sagt Marcus Eriksson, der neue Schwede im Team, „das ist auch gut, denn die Saison rückt mit jedem Tag näher.“

Der 25-Jährige, der vom Euroleague-Absteiger Gran Canaria zum Euroleague-Aufsteiger Alba Berlin wechselte, versenkte wie erhofft seine Distanzwürfe, auf elf Punkte kam er. Während mit Makai Mason ein weiterer Zugang wegen einer Verstauchung am Knöchel geschont wurde, machte mit Tyler Cavanaugh (12 Punkte) der dritte Neue deutlich, dass er sich langsam an die Härte in Europa gewöhnt.

„Marcus und Tyler“, sagte Alba-Geschäftsführer Marco Baldi nach den Eindrücken gegen Braunschweig, „werden uns sehr helfen.“

Khimki und Efes sind harte Brocken

Die ersten drei Testspiele waren verloren gegangen; zuletzt jedoch wurde gegen Monbus Obradoiro (68:58), ASVEL Villeurbanne (86:84) und nun auch gegen Braunschweig gewonnen. Ein echter Härtetest erwartet die Mannschaft von Trainer Aito Reneses von Donnerstag bis Sonnabend in Zadar. Dort tritt Alba gegen die Euroleague-Widersacher Khimki Moskau und Efes Istanbul sowie zwischendurch gegen die kroatischen Gastgeber von KK Zadar an.

Bei Alba sind sie froh, endlich wieder alle Mann an Bord zu haben für die Mission Marathon-Saison mit mindestens 34 Euroleague-, 32 Bundesliga- und einem Pokalspiel bis zum Juni. Eher ist mit 80 Partien zu rechnen. Es wird ein Knochenjob, bei dem alle gebraucht werden, einschließlich der Youngster Malte Delow (18), Kresimir Nikic (20) und Lorenz Brenneke (19), die gegen Braunschweig nicht mit von der Partie waren.

„Es wird interessant sein, zu sehen, wie alle von unseren Trainern auf ein Level gebracht werden“, sagte Baldi – damit jeder jederzeit einsetzbar ist.

Kern des Teams kennt sich schon

Aktuell ist die Situation nicht einfach. Gerade kamen die Nationalspieler Niels Giffey, Johannes Thiemann und Rokas Giedraitis mehr oder weniger deprimiert, aber wenigstens gesund von der WM in China zurück.

„Das wird noch eine Weile dauern, bis die Enttäuschung verarbeitet ist“, sagte Giffey zum Auftritt der deutschen Nationalmannschaft und Platz 18. „Das war schon sehr bitter“, sagte auch Thiemann.

Zum Glück warten jetzt neue Aufgaben. „Heute waren wir zum ersten Mal halbwegs komplett“, sagte Baldi, „aber alle kommen von woanders“, – aus der NBA-Summer League, von den Nationalteams, aus Spanien oder den USA – „das wird ein Wettlauf mit der Zeit, dass wir bis zum Saisonauftakt unser Zusammenspiel entwickelt haben.“

Eriksson glaubt, dass das gelingen wird: „Wir arbeiten gut zusammen.“ Und ein großes Plus ist sicher, dass die Mannschaft im Kern ja zusammengeblieben ist. Das weckt im Team große Hoffnungen. Auch darauf, dass am Ende der Saison noch immer viele Fotos mit lächelnden Alba-Profis geschossen werden.