Basketball

Alba stimmt sich mit seinen Fans auf die neue Saison ein

Beim Sommer- und Jubiläumsfest im Jahn-Sportpark bekommen die Berliner Basketballer einen warmen Empfang – und machen Lust auf mehr.

Alba-Kapitän Niels Giffey und Leistungsträger Luke Sikma (v.r.) wollen auch in der kommenden Saison wieder mit ihren Fans feiern.

Alba-Kapitän Niels Giffey und Leistungsträger Luke Sikma (v.r.) wollen auch in der kommenden Saison wieder mit ihren Fans feiern.

Foto: nordphoto / Engler / picture alliance / nordphoto

Berlin. Man soll die Feste ja bekanntlich feiern, wie sie fallen, aber zur Not kann man sie auch richtig fallen lassen. So wie Alba Berlin. Der Basketball-Bundesligist hatte am Sonntag in den Jahn-Sportpark geladen, um sein 30-jähriges Jubiläum zu zelebrieren. Das mutete zwar etwas gewollt an, schließlich wurde Alba – anders als sein Vorgängerverein BG Charlottenburg – erst 1991 gegründet, aber an dem gelungenen Sommerfest änderte das nichts.

Mehrere Hundert Anhänger aller Altersstufen nutzten die Gelegenheit, um einen schönen Nachmittag in blau-gelbem Rahmen zu verbringen, darunter viele Eltern mit ihren Kindern, wobei selbst die Kleinsten schon Trikots der großen Basketball-Stars trugen. Fast war man geneigt, zum Begriff „Alba-Familie“ zu greifen.

Der eigene Nachwuchs begeistert

Das Gros der Kinder zeigte auf den von Alba installierten Streetball-Courts am Rande des Jahn-Sportparks seine Dribbel- und Wurfkünste, ältere Besucher schlenderten eher zwischen Essens-Trucks umher oder schwelgten in Erinnerungen.

Nicht wenige blätterten in dem extra aufgelegten Jubiläumsmagazin durch die Höhepunkte der Klub-Historie. Pesic, Korac-Cup, Rödl, Obradovic, die insgesamt acht Meisterschaften – wer denkt daran nicht gern zurück?

Die Gegenwart begeistert allerdings kaum weniger, das bewies auch der warme Empfang für das aktuelle Profi-Team. „Seit Aito Reneses Trainer ist, bekommt unser Nachwuchs eine Chance“, sagte Alba-Fan Tina (52), „das finde ich schön.“

Seit der Saison 2003/04 ist sie Dauerkarten-Besitzerin, lernte so etliche neue Bekannte und Freunde kennen. Sie erlebte die tragische Verletzung des damaligen Kapitäns Matej Mamic in der Schmeling-Halle 2005, den Pokalsieg in der Mercedes-Benz Arena 2013 und an selber Stelle das furiose Hinspiel des Eurocup-Finals in diesem Jahr. „Das“, sagt sie, „sind Momente, die ich nie vergessen werde.“

Klub-Leben auch jenseits der Profis

Im Fall von Jannis und Theo (beide 12) ist die Fan-Geschichte noch jung. Bei Spielen der Profis sind sie nur selten in der Mercedes-Benz Arena. Unter der Woche ist die Spielzeit zu spät, am Wochenende stehen sie meist selbst auf dem Court. Die Partien schauen sie sich trotzdem an, später, als Aufzeichnung.

Beide spielen in Albas Nachwuchsprogramm, das schon im Kita-Kontext ansetzt und im Idealfall im Bundesliga-Team mündet. Dass sie Eigengewächse wie den heutigen Kapitän Niels Giffey bewundern, versteht sich fast von selbst, dem Traum vom Profi jagen sie jedoch nicht mit letzter Macht hinterher. „Man muss sich ja nur einmal richtig schwer verletzen“, sagt Theo, „dann ist es vielleicht vorbei.“

Mit Alba soll es noch lange nicht vorbei sein. Leistungsträger wie Luke Sikma oder Peyton Siva wurden gehalten, genauso wie Coach Aito. Mit dem Schweden Marcus Eriksson kam zudem eine vielversprechende Verstärkung, die die Titel-Ambition nicht verkleinert hat. Das umfangreiche Jugendprogramm läuft ohnehin weiter, und wer weiß: Vielleicht wurde beim Sommerfest ja schon das nächste große Talent entdeckt.