Basketball

Schröders Schlussspurt bringt die Wende

Angeführt vom herausragenden Dennis Schröder hat das deutsche Basketballteam beim Supercup auch Polen 92:84 besiegt.

33 Punkte von Dennis Schröder (l.): Karrierebestwert für den Anführer des deutschen Basketballteams gegen Polen.

33 Punkte von Dennis Schröder (l.): Karrierebestwert für den Anführer des deutschen Basketballteams gegen Polen.

Foto: Axel Heimken / dpa

Hamburg. Die deutschen Spieler diskutierten heftig auf dem Basketballfeld der Halle in Hamburg-Wilhelmsburg, in der nächste Saison die Hamburg Towers ihr Bundesligadebüt geben. Sie haderten sogar. Gründe gab es genug: unaufmerksame Verteidigung, eine miserable Wurfquote aus der Distanz, wenig Punkte unter dem Korb – im letzten Spiel des Supercups gegen Polen hatte das Team von Bundestrainer Henrik Rödl eine Halbzeit zum Vergessen gezeigt.

Schwache Leistung in der ersten Halbzeit

Doch am Ende dieser Partie strahlten alle schon wieder. Die Polen waren 92:84 (36:44) besiegt. Dennis Schröder, der Anführer der deutschen Mannschaft, hatte mit 33 Punkten, fast alle nach der Pause, einen Karrierebestwert im Nationalteam aufgestellt. „In der ersten Halbzeit haben wir keinen guten Job gemacht“, sagte der 25-Jährige, „aber wir wollten das Spiel unbedingt gewinnen, und das haben wir geschafft.“ Auch den Supercup haben die Deutschen erstmals seit 2015 gewonnen, weil der Braunschweiger Junge, der längst zu einem NBA-Star herangereift ist, auch gegen Ungarn (83:62) und Tschechien (87:68) der Topscorer war.

„Wir sind ein bisschen lässig ins Spiel gegangen“, gab der Münchner Danilo Barthel zu, „in der zweiten Halbzeit hat man aber gesehen, was für ein Unterschied es ist, wenn wir mit Herz und Kopf aufs Feld gehen.“ Als er und seine Kollegen in der Defensive besser zupackten und aufmerksamer agierten, fiel plötzlich in der Offensive auch der Ball immer häufiger in den polnischen Korb.

Rödl lobt die Moral seiner Mannschaft

Seine Mannschaft hatte schon vorher als Turniersieger festgestanden, deshalb hatte Rödl auch Verständnis. „Du kannst nicht jeden Tag gut spielen. Du kannst nicht jeden Tag gleich motiviert sein“, sagte er, „das ist normal. Umso wichtiger war es, dass wir über Kampf und Willen und gemeinsam wieder in unser Spiel gefunden haben. Dieser Sieg kann noch superwichtig für die WM werden.“

Am Mittwoch fliegt die deutsche Delegation zunächst nach Japan für einige Testspiele und danach weiter nach China, wo vom 31. August bis 15. September der Weltmeister im Basketball ermittelt wird. Rödl steht nun vor der schwierigen Aufgabe, aus bisher 14 Spielern zwei zu streichen. Als ersten erwischte es den gebürtigen Berliner Moritz Wagner, der beim Supercup kaum Einsatzzeit bekam. Auch Isaac Bonga, Wagners Teamkollege von den Washington Wizards, ist ein Streichkandidat. Wie es aussieht, werden mit Niels Giffey und Johannes Thiemann aber zwei Profis von Alba Berlin dabei sein.