Basketball

Der nächste Baustein im Alba-Projekt

Der Schwede Marcus Eriksson soll Alba Berlin vor allem mit seinen Wurfqualitäten in der Euroleague noch konkurrenzfähiger machen.

Marcus Eriksson (l.) wechselte von Herbalife Gran Canaria nach Berlin.

Marcus Eriksson (l.) wechselte von Herbalife Gran Canaria nach Berlin.

Foto: Javier Borrego / picture alliance / AFP7

Berlin. Bis zu Alba Berlins Saisonstart werden noch gut sechs Wochen ins Land gehen. Im Trainingszentrum des Basketballteams in Mitte herrscht jedoch schon reger Betrieb. Unter einem Korb jagt Assistenztrainer Israel Gonzales den neuen US-Center Tyler Cavanaugh und Tim Schneider in die Ecken, passt ihnen den Ball zu und lässt Dreier werfen. Unter dem anderen hat Sebastian Trzcionka, der von Kooperationspartner Lok Bernau kam und Thomas Päch als Assistent nachfolgt, Kenneth Ogbe, Jonas Mattisseck und die beiden Neuen, den deutschen Nationalspieler Makai Mason und den Schweden Marcus Eriksson, um sich versammelt.

Mit 17 Jahren Uppsala verlassen

Letzterer hatte schon als 17-Jähriger seine Heimatstadt Uppsala Richtung Spanien verlassen, wo er eine Saison in Manresa, sechs für den FC Barcelona und zuletzt zwei für Gran Canaria spielte. Eriksson (25) soll bei Alba eine der tragenden Säulen werden. Er unterschrieb im Sommer wie auch Youngster Mattisseck (19) und Leitwolf Luke Sikma (30) einen Vierjahresvertrag.

Er habe über seinen Wechsel nach Berlin nicht lange nachdenken müssen. Groß Rat eingeholt habe er auch nicht, erzählt Eriksson. „Alba ist seit Langem ein europaweit renommierter Klub, und mir gefällt, wie sich das Projekt in den vergangenen Jahren entwickelt hat“, sagt er. Als er den Vertrag mit Alba unterschrieb, stand noch nicht fest, dass Aito Reneses die Mannschaft eine weitere Saison trainieren würde. Jetzt kann er es kaum abwarten, unter dem 73-Jährigen zu spielen und zu trainieren. „Er ist eine Legende, in Spanien sowieso, aber auch in ganz Europa“, sagt Eriksson. „Ich weiß, dass ich wie so viele andere vor mir eine Menge von ihm lernen werde“.

Erikssons Dreierquote ist überdurchschnittlich

Womit der 2,01 Meter große Schwede Albas Spiel bereichern soll, sieht man ihm an. Er ist kein muskelbepackter Athlet, der die Gegenspieler in Korbnähe herumschiebt. Er ist eher drahtig, mit leicht schlaksiger Tendenz – seine Markenzeichen sind zum einen „sein hoher Basketball-IQ“, wie Sportdirektor Himar Ojeda verspricht, vor allem aber – und dies belegt die Statistik – der Wurf aus der Distanz.

In der Spielzeit 2017/2018 hatte er für Gran Canaria im Eurocup bei einer Dreierquote von knapp 55 Prozent im Schnitt 15,4 Punkte erzielt. Hilfreich wird auch sein, dass Eriksson Erfahrung aus der Euroleague mitbringt, in der Alba erstmals seit fünf Jahren wieder antreten wird. Dort absolvierte der Schwede in der vergangenen Saison 29 Spiele und kam auf durchschnittlich 10,4 Punkte pro Partie.

Eingriff am linken Knie verlief problemlos

Eriksson hatte sich Ende Juni einem arthroskopischen Eingriff am linken Knie unterzogen, es „sauber machen lassen“, wie er es nennt. „Ich trainiere bereits seit drei Wochen wieder und werde auch voll ins Mannschaftstraining einsteigen“, sagt er. Das Appartement, in dem er mit seiner Freundin Ellen leben werde, habe er bereits bezogen. „Ich bin extra früh nach Berlin gekommen, um mich hier schnell einzugewöhnen und bald wie zu Hause zu fühlen.“