Basketball

Schwede Eriksson ist ein Alba-Kandidat

Alba bastelt an seinem Team für die nächste Saison. Sportdirektor Himar Ojeda bemüht sich um den Schweden Marcus Eriksson.

Marcus Eriksson (r.) sammelte in der vergangenen Saison mit Gran Canaria Erfahrungen in der Euroleague. Alba ist an seiner Verpflichtung interessiert.

Marcus Eriksson (r.) sammelte in der vergangenen Saison mit Gran Canaria Erfahrungen in der Euroleague. Alba ist an seiner Verpflichtung interessiert.

Foto: Ayhan Mehmet / picture alliance / AA

Berlin.. In München hat sich in diesen Tagen die erste Garde der europäischen Basketball-Klubs versammelt. Die Top-Vertreter der 18 Euroleague-Teilnehmer treffen dort wichtige Beschlüsse für die kommende Saison, aber auch schon für die Jahre danach. Wie viele Wildcards werden zukünftig verteilt, wie wird der Aufstieg aus dem zweiten Wettbewerb Eurocup geregelt? Für die Anhänger der deutschen Euroleague-Starter Bayern München und Alba Berlin ist aktuell auch spannend: Gegen welches der kontinentalen Schwergewichte bestreiten sie ab Oktober ihre ersten Partien? Über den Spielplan soll in der kommenden Woche entschieden werden.

Zwei Publikumslieblinge sind weg

Die Vorfreude darauf wächst auch mit jeder Personalie, die verkündet wird. In Fanforen machte sich schon eine gewisse Unruhe breit, weil immer noch die große Frage über allem schwebt: Kehrt Trainer Aito Reneses (72) nach den operativen Eingriffen an seinen Augen zurück nach Berlin? Immerhin: Auf der Euroleague-Homepage wird der Spanier für die nächste Saison weiter als Alba-Coach geführt. Aber die Sorgen rührten auch daher, dass etliche Vereine schon mit neuen Spielern an die Öffentlichkeit gingen, während bei Alba lange Zeit nichts passierte.

Dann kamen die Meldungen fast im Tagesrhythmus. Sehr traurig stimmte die Entscheidung Franz Wagners (17), nicht mit Alba in der Euroleague seine Entwicklung zum Basketball-Profi voranzutreiben, sondern wie sein Bruder Moritz vor vier Jahren ans College in Ann Arbor zu den Michigan Wolverines zu wechseln. Es folgte am Dienstag die Verpflichtung Makai Masons (24). Der wurfstarke deutsche Nationalspieler, der zuletzt für die Baylor University auflief, unterschrieb einen Zweijahresvertrag. Wieder einen Tag später wurde gemeldet, dass es Nationalspieler Joshiko Saibou zu den Telekom Baskets Bonn zieht. Schon der zweite Publikumsliebling nach Wagner war weg.

Erleichterung nach Sivas Vertragsverlängerung

Die schlechte Stimmung hellte sich jedoch schnell auf, als Alba mit einem Schlüsselspieler der vergangenen drei Jahre, dem Point Guard Peyton Siva, um zwei Jahre verlängerte. „Das hat uns Kraft gekostet“, sagt Sportdirektor Himar Ojeda, und man kann davon ausgehen, dass die Bezüge des US-Amerikaners erhöht wurden. Aber für den Verein ist es eine extrem wichtige Personalie, dass nach Luke Sikma (bis 2023) ein weiterer Star gebunden werden konnte.

Nun schießen die Spekulationen ins Kraut, wie immer in dieser Phase zwischen den Spielzeiten. Sicher bleiben werden der Isländer Martin Hermannsson und der Serbe Stefan Peno, auf dessen vollständige Genesung nach seiner schweren Knieverletzung die Berliner setzen. Der Litauer Rokas Giedraitis habe trotz höher dotierter Angebote verkündet, dass er bleiben werde, sagte Ojeda der „Berliner Zeitung“. Ebenso stehen die Deutschen Tim Schneider, Johannes Thiemann und Kenneth Ogbe noch unter Vertrag. Center Dennis Clifford und Spielmacher Derrick Walton jr. würden mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht zurückkehren.

Nnoko mit starken Auftritten in der Summer League

Unbedingt langfristig gehalten werden soll das hochtalentierte Eigengewächs Jonas Mattisseck (19). Aber wie entscheidet nach fünf Jahren bei Alba Kapitän Niels Giffey? Der 28-Jährige hat an diesem Wochenende geheiratet, nun hofft auch sein Stammverein auf ein Ja-Wort des Nationalspielers. Center Landry Nnoko hatte starke Auftritte in der NBA-Summer-League, doch er steht in Berlin noch unter Vertrag – ein interessiertes NBA-Team müsste also dafür bezahlen, ihn zu verpflichten.

So oder so sucht Ojeda noch nach einem weiteren Center. Und es sind nicht nur Gerüchte, dass er sich um die Verpflichtung des 25 Jahre alten Schweden Marcus Eriksson bemüht, eines Euroleague-erfahrenen Flügelspielers von CB Gran Canaria. „Ich hätte ihn gern bei uns“, bestätigt der Sportdirektor, „aber das wird schwer, denn es gibt viele Konkurrenten.“ Angeblich ist auch der FC Barcelona interessiert.

Viele offene Fragen also. Wenigstens so viel ist sicher: Nächste Woche wissen die Alba-Fans, gegen welchen Kontrahenten ihr Team sein Auftaktspiel einer sicher spannenden Saison bestreiten wird.