Basketball

L.A. hat Wagner schon abgehakt

Für den Berliner Moritz Wagner geht das Profileben als Basketballer in Washington weiter. Er will dort den nächsten Schritt machen.

Moritz Wagner (l.) in seiner ersten NBA-Saison: Da spielte der Berliner noch für die Los Angeles Lakers. Nun wurde der 22-Jährige an die Washington Wizards abgegeben.

Moritz Wagner (l.) in seiner ersten NBA-Saison: Da spielte der Berliner noch für die Los Angeles Lakers. Nun wurde der 22-Jährige an die Washington Wizards abgegeben.

Foto: Jae C. Hong / picture alliance/AP Images

Washington. Kisten packen, schleppen und Möbel montieren: Moritz Wagner steht der Umzugsstress mit seinen Siebensachen bevor. „Das ist der leidvolle Teil eines Wechsels“, sagte der 22 Jahre alte Berliner, der die Schnelllebigkeit der Glitzerwelt NBA dieser Tage mit voller Wucht erlebt.

Wagner sieht den Wechsel als große Chance

Bis Ende Juni sah Wagner seinen Lebensmittelpunkt in Los Angeles, bei den glamourösen Lakers um Superstar LeBron James, ganz im Westen der USA. Als der Wechsel-Wahnsinn in dem Multi-Millionen-Geschäft dann aber so richtig Fahrt aufnahm, fand sich das Basketball-Talent mit seinem deutschen Mitstreiter Isaac Bonga (19) plötzlich an der Ostküste bei den Washington Wizards wieder. Als Teil eines Megadeals, bei dem die Lakers Starspieler Anthony Davis bekamen.

„Vor der ganzen Trade-Sache ist man als junger Spieler schon ein wenig ängstlich, egal, in welcher Situation man steckt“, sagte Wagner den Klub-Medien der Wizards: „Aber ich wusste, dass es eine Chance für mich ist, die Leute hier sehen etwas in mir. Ich bin sehr happy.“ Am Wochenende war der Wechsel auch offiziell perfekt.

Acht Punkte bei der Niederlage gegen Nets

Am Montag gab der kräftige Center Wagner, der aus der Talentschmiede von Alba Berlin hervorgegangen ist, dann schon in Las Vegas per Dunking seine erste Visitenkarte im Trikot der Wizards ab - im Rahmen der Summer League erzielte er bei der 85:88-Niederlage gegen die Brooklyn Nets acht Punkte.

L.A. ist schon ein Stück weit abgehakt, Wagner brennt auf die neue Herausforderung und freut sich auf ein Leben in der Hauptstadt. „Ich mag die Ostküste total. Ich freue mich darauf, wieder Jahreszeiten zu haben“, sagte er: „Ein Jahr am Strand zu leben, war cool. Aber ich freue mich, wieder in der Stadt zu leben.“ In Washington drehe sich viel um Politik, dafür interessiere er sich.

Die WM in China würde er gern erleben

Vor allem aber geht es dem früheren College-Star um Basketball. Ab Ende September/Anfang Oktober will er nach einer ordentlichen ersten NBA-Saison mit durchschnittlich 4,8 Punkten bei gut zehn Minuten Spielzeit den nächsten Schritt schaffen.

Zuvor könnte aber noch ein Abenteuer in Fernost warten. Die WM vom 31. August bis 15. September in China. „Wir haben noch nicht in der Tiefe darüber gesprochen“, sagte Wagner, der auch Olympia 2020 im Hinterkopf hat: „Ich bin natürlich interessiert.“ Auch sein vier Jahre jüngerer Bruder Franz, der vor Kurzem seinen Wechsel von Alba Berlin ans College in Michigan verkündete, gilt als möglicher WM-Kandidat.

Es wartet also ein pickepackevoller Restsommer mit positiven Herausforderungen auf den Optimisten Moritz Wagner. Wenn nur der Umzug nicht wäre. „Aber es macht mir auch Spaß, mein neues Zuhause einzurichten.“

Mehr über Alba Berlin lesen Sie unter: https://www.morgenpost.de/sport/alba/