Basketball

Alba Berlin verliert Abwehrschlacht im Audi Dome

Die Berliner bieten im ersten Finalspiel beim FC Bayern ein Spiel auf Augenhöhe, verlieren aber nach gutem Start noch mit 70:74.

Durchsetzungsfähig: Albas Landry Nnoko (2.v.l.) gegen die Bayern-Spieler Maodo Lo, Nemanja Dangubic und Nihad Djedovic (v.l.). Ganz rechts Albas Rokas Giedraitis.

Durchsetzungsfähig: Albas Landry Nnoko (2.v.l.) gegen die Bayern-Spieler Maodo Lo, Nemanja Dangubic und Nihad Djedovic (v.l.). Ganz rechts Albas Rokas Giedraitis.

Foto: Alexandra Beier / Bongarts/Getty Images

Berlin. An der Erfüllung von Albas Traum, in der Finalserie um die deutschen Basketballmeisterschaft gleich das erste von maximal fünf Spielen in fremder Halle zu stehlen, fehlten genau 67 Sekunden.

Erst nach dem Korb von Johannes Thiemann zum 70:69 setzte sich der FC Bayern in einer hektischen Schlussphase durch. Die Berliner verloren vor 6500 Zuschauern im ausverkauften Audi Dome mit 70:74 (37:36).

Hitzige Diskussionen nach der Schlusssirene

Zwei umstrittene Pfiffe der Schiedsrichter, das fünfte Foul gegen Peyton Siva und ein Technisches Foul gegen Landry Nnoko sorgten noch nach der Schlusssirene für hitzige Diskussionen. Nur nicht bei Siva, der mit 14 Punkten vor Nnoko (12) Berlins bester Werfer war.

„Natürlich waren das harte Entscheidungen, aber ich gebe den Referees keine Schuld. Sie pfeifen, was sie sehen“, sagte Albas Spielmacher und sah gleich nach vorn. „Wir müssen jetzt zusehen, dass wir die Serie am Mittwoch ausgleichen.“ Dann nämlich sehen sich beide Teams sehen zu Spiel zwei in der Berliner Mercedes-Benz Arena (20.30 Uhr, Magentasport) wieder.

Dreieinhalb Minuten bis zu Bayerns erstem Punkt

Bayern-Geschäftsführer Marko Pesic hatte sein Team vor Beginn der Serie gewarnt, dass es gegen Albas Mannschaft schwierig werden würde, wenn sie wie so oft in jüngster Vergangenheit 100 Punkte oder mehr machen würden. Verteidigung sei Trumpf, hatte er seinen Bayern mit auf den Weg gegeben, was allerdings vorerst leichter gesagt als getan war.

Die Zuschauer im Audi Dome stehen traditionell, bis ihr Team den ersten Punkt gemacht hat. Was in der Regel recht zügig passiert, gegen Alba jedoch dauerte es 3:30 Minuten, und nach dem Treffer von Nihad Djedovic führten die Berliner bereits mit 11:2 (4.).

Punkteeroberung als Schwerstarbeit

Sie hatten bis dahin weit bissiger verteidigt und durch Nnoko mit krachenden Dunkings sowie Siva und Luke Sikma per Dreier eiskalt abgeschlossen. Die Hausherren zeigten noch bis zum 20:10 (9.) so etwas wie Wirkung, dann erzwangen auch sie vermehrt Ballverluste und kamen durch ihre Routiniers Petteri Koponen und Devin Booker auf 26:25 (14.) heran. Zu punkten war jetzt auf beiden Seiten Schwerstarbeit, und es deutete sich schon Mitte des zweiten Viertels an, dass wohl keines der beiden Teams in die Nähe von 100 Punkten kommen würde.

Abwehrschlacht ohne Fluss

Auch, weil das Schiedsrichter-Trio, der Bedeutung der Partie angemessen, recht kleinlich pfiffen. Mit fünf getroffenen Freiwürfen in Folge von Derrick Walton jr. rettete sich Alba mit einem hauchdünnen 37:36 in die Halbzeit.

Nach der Pause lag die Mannschaft von Aito Reneses durch Leon Radosevic, einem der ehemaligen Berliner im Bayern-Team, erstmals mit mehr als einem Punkt zurück (37:40/21.). Die Partie wurde immer mehr zur Abwehrschlacht und kam kaum noch in Fluss.

Als Peyton Siva aufwachte

In der Folge lag Alba zumeist, wenn auch knapp, zurück, auch, weil zu viele Berliner Freiwürfe verworfen wurden. Zwei Dreier von Rokas Giedraitis zum 51:47 beantwortete Koponen erneut – aber immerhin: Alba führte nach dem dritten Viertel erneut: 51:50. Nach seinem ersten Dreier zum 5:2 hatte es keinen Grund gegeben, Siva erneut erwähnen. Jetzt brachte er mit drei Dreiern und einem Korbleger in rund drei Minuten Alba erneut mit 64:56 (34.) in Führung.

Aber auch diese Führung schmolz dahin. Thiemanns Pass zu Giedraitis, der per Dreier die Verlängerung hätte erzwingen können, ging vier Sekunden vor dem Ende ins Leere.

„Es war eine ausgeglichene Partie“, bilanzierte Kapitän Niels Giffey enttäuscht. „Dass die Bayern nach unserem sehr guten Start in die Partie kommen würden war klar. Am Ende haben auch zwei, drei unserer Fehler die Partie entschieden. Es waren Kleinigkeiten. Vor unseren eigenen Fans müssen wir konstanter spielen.“