Basketball

Oldenburg droht eine Bruchlandung

Die mit viel Optimismus ins Halbfinale gestarteten Baskets Oldenburg stehen gegen Alba vor dem Aus in nur drei Spielen.

Zuversicht sieht anders aus: Die Oldenburger Rickey Paulding, Nathan Boothe und Will Cummings haben kaum noch Chancen auf den Finaleinzug.

Zuversicht sieht anders aus: Die Oldenburger Rickey Paulding, Nathan Boothe und Will Cummings haben kaum noch Chancen auf den Finaleinzug.

Foto: Andreas Gora / dpa

Berlin. Alba kann an diesem Sonntag mit einem Sieg in Oldenburg (15 Uhr, Sport1/Magentasport) den Einzug ins Finale um die deutsche Meisterschaft klar machen. Die Berliner führen nach dem Auswärtssieg vor einer Woche (100:93) und dem 79:68 am Mittwoch in eigener Halle in der Halbfinalserie mit 2:0 und brauchen noch einen Erfolg, um in die Endspiele einzuziehen.

Oldenburg schon fünf Mal an Alba gescheitert

An Selbstvertrauen sollte es den Berlinern nicht fehlen. Sie gewannen im Januar auch die Hauptrundenpartie in Oldenburg (93:84), und die Siege in Krasnodar, Malaga, Andorra und bei den Bayern zeigen, dass die Mannschaft weiß, wie „auswärts“ geht. Und nicht zuletzt: Die Niedersachsen konnten seit 2006 nicht eines der bislang fünf Play-off-Duelle gegen Alba gewinnen.

Auch der Analyse von Marco Baldi wurde kaum widersprochen, dass „die ersten beiden Spiele die jeweils bessere Mannschaft gewonnen hat. Im Moment bringen wir unser Spiel durch, auch wenn nicht alles flutscht“, erklärte Albas Geschäftsführer. „Wir fangen nicht an zu hadern, werden nicht zu emotional und erzwingen nichts – ich hoffe, es bleibt so“.

Beste Hauptrunde der Klubgeschichte

Was für die Oldenburger, sollten sie mit 0:3 ausscheiden, einer Bruchlandung gleich käme. Die Erwartungen waren nach der besten Hauptrunde der Vereinsgeschichte mit nur sechs Niederlagen in 34 Spielen und dem souveränen 3:0 im Viertelfinale gegen Bonn deutlich höher. Sie waren das offensivstärkste Team der Liga, ihr Spielmacher Will Cummings wurde zum „Wertvollsten Spieler“ (MVP) gewählt.

„Noch haben wir zu Hause eine Chance, unser Gesicht zu wahren“, sagte Star-Center Rasid Mahalbasic mit dem ungewollt nahen Urlaub vor Augen. „Es gibt keinen Druck, wir spielen gegen eine vermeintlich bessere Mannschaft, haben zweimal verloren und können nur überraschen.“

Play-off-Comebacks nach 0:2 äußerst selten

Die Chancen für Mahalbasic und sein Team, die Serie mit drei Siegen in Folge noch komplett zu drehen, stehen allerdings denkbar schlecht. Ein solches Comeback gab es seit Beginn der digitalen Datenerfassung (1998) erst dreimal. Zuletzt überraschte Bonn die Leverkusener in der Saison 2002/2003.

Es spricht also eine Menge dafür, dass Alba den Sprung ins Finale schafft und damit auch das Ticket für die Euroleague löst. Fragt sich halt nur, ob bereits an diesem Sonntag? „Dass wir noch ein viertes oder fünftes Spiel hätten, darf auch nicht ansatzweise in unseren Köpfen sein“, fordert Baldi. „Kopf abschalten und in jedem Moment voll da sein“, gibt Kapitän Niels Giffey vor. Gelingt das ähnlich gut wie bislang, kann man sich für den Dienstagabend, an dem es ein Spiel vier gäbe, etwas anderes vornehmen.