Basketball

Auch Albas Verteidigung kann Spiele entscheiden

Alba hat in dieser Saison schon 20 Mal mindestens 100 Punkte erzielt. Gegen Oldenburg sicherte aber die Verteidigung den zweiten Sieg.

Gewinnen macht am meisten Spaß: Luke Sikma (l.) und Peyton Siva feiern die 2:0-Führung im Play-off gegen Oldenburg.

Gewinnen macht am meisten Spaß: Luke Sikma (l.) und Peyton Siva feiern die 2:0-Führung im Play-off gegen Oldenburg.

Foto: Andreas Gora / dpa

Berlin. Es ist in der Alba-Berichterstattung längst ein liebgewordener Standard, nach Spielen mit mehr als einhundert Punkten zu vermelden, wer als Hunderter-Schütze die nächste Lage Donuts ausgeben muss. In dieser Saison ist das mittlerweile 20 Mal passiert – in 67 Spielen.

Es geht auch ohne Donuts

Am Mittwochabend war Berlins Basketballteam im zweiten Spiel der Halbfinalserie gegen Oldenburg von weiteren Schmalzgebäckkringeln mit dem Loch in der Mitte weit entfernt und zeigte ein ganz anderes Gesicht. In der ersten Halbzeit hatten die Berliner gerade mal drei von 17 Dreierversuchen und nur einen von sieben Freiwürfen getroffen. Dennoch hatten sie zur Pause geführt (32:29) und haben am Ende mit 79:68 gewonnen. Die 9200 Zuschauer in der Mercedes-Benz Arena feierten: Alba kann nicht nur Hunderter, sondern auch verteidigen.

„Oldenburg macht über 90 Punkte im Schnitt, heute haben sie nicht mal 70 gemacht“, resümierte Franz Wagner, der erst in der zweiten Halbzeit zum Einsatz gekommen war, als sein Team den Druck noch einmal erhöhte. „Wir haben nicht gut getroffen, aber trotzdem gewonnen. Darauf können wir stolz sein.“

Alba-Team hat sich weiterentwickelt

Gegen die normalerweise offensivstarken Oldenburger hätten nicht nur Albas 17-jähriges Ausnahmetalent, sondern die gesamte Mannschaft gewachsene Reife gezeigt, freute sich Marco Baldi. „Wir spielen mit einer durchgängig hohen Intensität“, erklärte Albas Geschäftsführer. „So können wir auch kompensieren, wenn wir freie Würfe nicht treffen, die wir uns aus den Systemen heraus erarbeitet haben.“

Zudem treffe sein Team derzeit gute Entscheidungen und versuche „nicht, irgendetwas neu zu erfinden. Wir bleiben in der Spur. Das war in der Saison nicht immer so und zeigt, wie sich die Mannschaft entwickelt hat.“ Wenn sein Team „die Intensität hoch hält, attackiert und variabel bleibt, bekommt Oldenburg Probleme“, weiß Baldi.

Oldenburgs Stars spielen viel zu lange

Wobei sich Variabilität und Probleme vor allem beim eingesetzten Personal zeigen. Bei den Oldenburgern wurden die großen Drei Rickey Paulding, der 37:35 Minuten spielte, Will Cummings (36:42) und Rasid Mahalbasic (33:16) von fünf weiteren Spielern unterstützt. Von den elf Spielern, die Alba einsetzte, stand Martin Hermannsson mit 26:23 Minuten am längsten auf dem Parkett. Center Landry Nnoko gelang sein Double-Double (elf Punkte, zwölf Rebounds) in gerade mal 20:33 Minuten.

Obwohl die Partie „erst in der zweiten Halbzeit wie ein Alba-Spiel aussah“, wie Kapitän Niels Giffey schmunzelnd gestand, fand Luke Sikma: „Es war nicht das schönste Spiel, aber wir haben dann doch gute 40 Minuten zusammenbekommen und den Job erledigt.“

Trainer Reneses warnt vor zu viel Lockerheit

Alba führt jetzt in der Serie mit 2:0 und kann am Sonntag in Oldenburg (15 Uhr, Sport1, Magentasport) mit dem nächsten Sieg den Einzug ins Endspiel klar machen. Genau das ist der Plan, aber ein Spaziergang wird es ganz sicher nicht. „Es gibt keine Garantie, dass man das nächste Spiel gewinnt, nur weil man 2:0 führt“, warnte Coach Aito Reneses.