Alba Berlin

Nach Halbfinalsieg: Alba hält den Ball flach

Alba Berlin hat in Oldenburg einen wichtigen Halbfinalsieg gefeiert. Doch die Verantwortlichen warnen davor, sich schon zu sicher zu fühlen.

Nathan Boothe (gelbes Trikot) hat es schwer gegen die drei Berliner Luke Sikma, Joshika Saibou und Johannes Thiemann (v.l.).

Nathan Boothe (gelbes Trikot) hat es schwer gegen die drei Berliner Luke Sikma, Joshika Saibou und Johannes Thiemann (v.l.).

Foto: Friso Gentsch / dpa

Berlin. Es ist für einen Trainer immer schön zu erleben, wenn seine taktischen Überlegungen aufgehen. Aito Reneses muss es am Ende des ersten Halbfinales um die deutsche Basketball-Meisterschaft so gegangen sein. Alba Berlin hatte 100:93 in Oldenburg gewonnen und damit in der Play-off-Serie nach dem Modus „Best of five“ den Heimvorteil erobert. Dennoch warnte der Spanier: „Das Ziel sind drei Siege. Das war hier nur der Anfang.“

Platt, müde gespielt und mit vielen Fouls belastet

Trotzdem war er froh. „Ich bin sehr zufrieden, dass es 1:0 für uns steht“, sagte er. Und auch der Spielverlauf dürfte ihm gefallen haben. Denn am Ende waren die Norddeutschen platt, müde gespielt und durch viele Fouls belastet, weil Alba trotz kleinerer Schwächephasen sein mutiges, schnelles Spiel in der Offensive und sein aggressives Spiel in der Defensive durchsetzte.

Oldenburg, das nur mit einer kleinen Rotation spielt, ging erst die Puste aus. Und dann die Spieler. Fünftes Foul Philipp Schwethelm, fünftes Foul Will Cummings, fünftes Foul Rasid Mahalbasic, allesamt im vierten Viertel – das machte den Berlinern das Siegen am Ende leichter.

Zwölf Punkte beim Freiwurf vergeben

Baskets-Trainer Mladen Drijencic ärgerte sich über die vielen aus dem Alba-Pressing resultierenden Ballverluste sowie die Offensiv-Rebounds des Gegners. Er lobte aber auch die Berliner Center, die viele kluge Pässe nach außen spielten und so ihrem Team freie Würfe ermöglichten.

Gleichwohl war nicht alles Gold. So gab Alba im dritten Abschnitt eine zweistellige Führung her. An der Freiwurflinie wurden zwölf Punkte verschenkt. Und die Berliner hatten Glück, dass Oldenburg aus der Dreier-Distanz nur sechs von 21 Würfen verwandelte (Alba 10 von 24). Doch es ist kein Glück, dass Alba in der Saison mehr Spieler entwickelt hat, die jetzt in jeder Phase eingesetzt werden und sofort helfen können.

Erinnerung an Viertelfinale des Vorjahres

„Wir waren in diesem Spiel einfach die bessere Mannschaft“, sagte Manager Marco Baldi, „mit unserem schnellen und variablen Spiel hatten sie ihre Probleme.“ Aber auch er warnte: „Wir haben jetzt den Heimvorteil und führen. Mehr aber auch nicht.“

Spiel zwei findet am Mittwoch (20.30 Uhr, Magentasport) in Berlin statt, Alba könnte also vor eigenem Publikum auf 2:0 erhöhen. Doch selbst das müsste noch nichts heißen: Im Viertelfinale der vergangenen Saison lag Alba gegen Oldenburg 2:0 vorn, setzte sich jedoch schließlich nur mit 3:2 durch. Deshalb sagte Reneses: „Wir haben jetzt einen guten Rhythmus gefunden. Dennoch haben wir einen großen Respekt vor Oldenburg, denn sie sind ein sehr gutes Team.“