Basketball

Spaziergang für Alba im ersten Viertelfinale gegen Ulm

Alba Berlin hat das erste Viertelfinale gegen Ratiopharm Ulm mit 107:78 gewonnen. Die zweite Partie findet am Dienstag statt.

Albas Joshiko Saibou (l.) im Duell mit dem früheren Berliner Ismet Akpinar.

Albas Joshiko Saibou (l.) im Duell mit dem früheren Berliner Ismet Akpinar.

Foto: Tilo Wiedensohlervia www.imago-images.de / imago images / Camera 4

Berlin.  Wenn dieses erste Viertelfinale um die deutsche Basketball-Meisterschaft ein Maßstab dafür ist, wie das Play-off für Alba Berlin verlaufen wird, dann ist sehr viel von der Mannschaft von Trainer Aito Reneses zu erwarten. Die Berliner gewannen diese Partie vor gut 8000 Zuschauern in der Mercedes-Benz Arena nach einer so souveränen wie mitreißenden Vorstellung gegen Ratiopharm Ulm mit 107:78 (60:43), der 18. „Hunderter“ in dieser Saison für Alba. Die zweite Partie nach dem Modus „Best of five“ findet am Dienstagabend in Schwaben statt.

Die Dominanz Albas war umso überraschender, als ihnen ihr Denker und Lenker auf dem Spielfeld fehlte. Peyton Siva war am Freitag im Training umgeknickt; wann er wieder eingesetzt werden kann, ist unsicher. „Dienstag eher noch nicht“, prognostizierte er. Doch an seiner Stelle bot der erst im Februar verpflichtete Derrick Walton jr. eine starke Leistung, gab zwölf Assists und trug auch elf Punkte bei nur einem Fehlwurf zum hohen Sieg bei. „Derrick hat einen überragenden Job gemacht“, lobte Siva. Bester Werfer war Johannes Thiemann (15 Punkte), bei den Ulmern kam der Ex-Berliner Ismet Akpinar auf 13 Punkte.

Die Schwaben zeigen viel zu wenig

Der Rest war bei Ulm: nicht so dolle. Von Beginn an verteidigten die Berliner beinhart, und die Gäste kamen nie in ihr Spiel. Beim Stand von 13:4 nahm Trainer Thorsten Leibenath die erste Auszeit, doch es wurde für sein Team immer schlimmer. Alba zauberte mit Alley-oops und Pässen hinter dem Rücken, dass es eine Freude war. Ein Offensiv-Feuerwerk, dem die Fans gern zuschauten. 29 Punkte im ersten Viertel, 30 im zweiten – für ein Play-off-Spiel leisteten die Schwaben viel zu wenig Gegenwehr.

Etwas schwieriger war es für die Gastgeber im dritten Viertel, die Energie hochzuhalten und im Rhythmus zu bleiben. Doch spätestens, als Reneses im Schlussabschnitt auch noch Jonas Mattisseck und Dennis Clifford ins Rennen schickte, war neuer Schwung da. Mattisseck verwandelte gleich zwei Distanzwürfe, nach einer 12:0-Serie für Alba hieß es 88:65. Und der Vorsprung wuchs weiter, auf bis zu 32 Punkte beim 107:75. Der 19 Jahre junge Mattisseck schickte einen hohen Pass auf den 21 Jahre jungen Tim Schneider, der aus der Luft per Korbleger verwandelte. Die Youngster hielten locker mit.

Sikma warnt dennoch vor dem nächsten Spiel

Beim Gegner herrschte längst Frust, was sich an den 28 Fouls (Alba 20) zeigte. Die Berliner blieben aber auch an der Freiwurflinie gelassen, besonders Thiemann, der seelenruhig neun von zehn Freiwürfen verwandelte. „Ich bin gespannt auf Dienstag“, sagte Luke Sikma, „nach einem so deutlichen Sieg ist es schwer, die Energie hochzuhalten. Aber so viel ist sicher: Das wird ein ganz anderes Spiel.“