Alba gegen Würzburg

Duell der enttäuschten Europapokal-Kämpfer

Zwei internationale Endspiele, zwei Niederlagen: Alba und Gegner Würzburg teilen nicht nur in dieser Hinsicht ein ähnliches Schicksal.

Im Hinspiel gewann Alba mit Johannes Thiemann (l.) gegen Würzburg 94:75.

Im Hinspiel gewann Alba mit Johannes Thiemann (l.) gegen Würzburg 94:75.

Foto: Heiko Becker / pa/HMB Media/

Berlin.  Basketball paradox in der Mercedes-Benz Arena. Bislang war Alba Berlin für alle das deutsche Team, das sich bravourös in ein europäisches Finale gekämpft hat, dort verlor und jetzt auf der vorletzten Rille läuft. Haargenau das trifft aktuell aber noch viel stärker auf Würzburgs Mannschaft zu, die an diesem Sonntag (15 Uhr) in Berlin zu Gast sein wird.

Die Unterfranken verloren am vergangenen Mittwoch in eigener Halle das Final-Rückspiel des Fiba Europe Cups gegen Dinamo Sassari mit 79:81 und verpassten damit nach dem 84:89 im ersten Spiel in Italien den ersten europäischen Titel der Vereinsgeschichte nur knapp.

20 internationale Partien in den Knochen

„Wir laufen auf dem Zahnfleisch“, gesteht der Coach der Würzburger, Denis Wucherer (45). „Ich hoffe, dass wir uns in Berlin wieder so geschlossen als Mannschaft präsentieren und lasse mich auch gern überraschen“, sagt der ehemalige Nationalspieler, aber für eine Kampfansage „ist unsere Rotation einfach zu kurz“. Nach dem Ex-Berliner Kresimir Loncar, Johannes Richter, Jordan Hulls sei jetzt auch Jung-Nationalspieler Joshua Obiesie (18) umgeknickt. Der so drastisch reduzierte Kader sei „auch gegen Sassari das Problem gewesen“.

Die Würzburger haben 20 internationale Spiele absolviert, wenn auch „nur in der vierten europäischen Liga“, wie Wucherer sehr wohl weiß. Wobei zu beachten ist, dass die Reisestrapazen zu weniger namhaften Teams eher größer sind.

Die Franken kämpfen noch ums Play-off

Würzburg biss sich in den Niederlanden, zweimal in der Türkei, in Rumänien, im Kosovo, in Ungarn, Dänemark, Russland und Italien bis ins Finale durch. „Davon waren auch wir überrascht, es hat Spaß gemacht, uns als Mannschaft zusammengeschweißt und ist auch von den Fans honoriert worden“, sagt Wucherer nicht ohne Stolz. „So etwas hat es in Würzburg noch nicht gegeben.“

In der Bundesliga liegt seine Mannschaft auf dem achten Tabellenplatz, dem letzten mit einem Ticket für das in 14 Tagen beginnende Play-off. Wie auch Alba hat Würzburg in der kommenden Woche noch drei weitere Spiele zu absolvieren und Wucherers Optimismus, auch danach noch für das Viertelfinale qualifiziert zu sein, hält sich in Grenzen.

Alba-Coach Reneses warnt vor „gut organisiertem Team“

Albas Coach nimmt das bestenfalls zur Kenntnis. Für Aito Reneses ist das erste der vier Spiele innerhalb von acht Tagen „vielleicht sogar das schwerste“. Was er von Wucherers Team gesehen hat, gefalle ihm. „Das ist eine sehr gut organisierte Mannschaft.“

Und eine, die mit Euro-Frust nach Berlin kommt, so wie Alba vor knapp drei Wochen nach dem verlorenen Eurocup-Finale in Valencia. Alba muss aufpassen, dass sich die Würzburger nicht genau diesen in Berlin von der Seele spielen.