Basketball

Alba geht im Topspiel gegen München die Puste aus

Drei Viertel lang liegen die Berliner gegen den Titelverteidiger in Front, doch im Schlussabschnitt schwinden die Kräfte.

Albas Franz Wagner und Rokas Giedraitis (v.l.) hatten im Topspiel gegen den FC Bayern (r. Maodo Lo) am Ende  das Nachsehen.

Albas Franz Wagner und Rokas Giedraitis (v.l.) hatten im Topspiel gegen den FC Bayern (r. Maodo Lo) am Ende das Nachsehen.

Foto: Monika Skolimowska / dpa

Berlin.  Großer Kampf, spielerisch auf Augenhöhe und dennoch am Ende eine Niederlage – so etwa lässt sich Albas Gipfeltreffen in der Basketball-Bundesliga gegen den FC Bayern zusammenfassen. Die Berliner unterlagen dem Meister und Tabellenführer aus München am Sonntag vor 13.626 Zuschauern in der Mercedes-Benz Arena mit 75:85 (41:39).

Das Schlussviertel ging mit 14:29 verloren, und Johannes Thiemann fasste zusammen, was alle gesehen hatten. „Am Ende waren wir ein wenig müde, da hatte uns die Energie gefehlt“ gestand Albas Center. „Die Fehler häuften sich und die Würfe fielen nicht mehr“, fügte Luke Sikma an. „Und daraus schlägt eine Mannschaft wie die Bayern natürlich Profit. Im vierten Viertel haben sie uns gekillt.“

Nnoko und Sikma beste Berliner Werfer

Dabei startete Alba drei Tage nach dem unglücklichen 79:80 in letzter Sekunde in Bayreuth überraschend energisch. Vor allem Sikma, der mit 13 Punkten hinter Landry Nnoko (15) zweitbester Werfer war, schien trotz des Reisestresses seinen Akku aufgeladen zu haben. Nach Sikmas sieben Punkten und zwei von Nnoko zum 9:2 (4.) hatten sich die Berliner den ersten Szenenapplaus verdient.

Auch, wenn die Gäste von der Intensität der Hausherren offenbar etwas überrascht waren, zeigten beide Teams von der ersten Sekunde an das Niveau, das man sich vom Gipfeltreffen der beiden besten deutschen Mannschaften erwarten durfte. Bissig, handlungsschnell, smart und hart ging es unter beiden Körben zu, und sowohl Alba-Coach Aito Reneses als auch sein Gegenüber Dejan Radonjic wechselten ihre Teams im Minutentakt durch, um immer eine frische Fünf auf dem Parkett zu haben.

Giffeys Comeback bringt Stabilität

Wobei sich bei den Berlinern besonders positiv bemerkbar machte, dass Kapitän Niels Giffey und Derrick Walton jr. nach ihren Verletzungen in den Kader zurückgekehrt waren. Giffey brachte eine gute Portion Stabilität zurück in Albas Spiel, Walton hielt zum anderen die Gäste anfangs auf Distanz, traf mit dem bereits neunten seiner insgesamt elf Punkte zum 24:20 (11.).

Im zweiten Viertel sorgte Peyton Siva, der sich im Spielaufbau mit Walton weitestgehend abwechselte, mit zwei Dreiern, per Korbleger und von der Freiwurflinie dafür, dass sein Team nur kurz mit 24:25 (13.) zurücklag. Anders als die Münchner versenkte auch Nnoko seine Freiwürfe bis zur Pause ohne Fehlversuch – 41:39 zur Halbzeit.

Im Schlussviertel schwinden die Kräfte rapide

Bislang hatte Alba in dieser Saison in dritten Vierteln des Öfteren gewackelt. Gegen den großen Rivalen aus München blieben sie an diesem Sonntag mit einer Extra-Portion Adrenalin in Führung. Aber schon jetzt hielten die Bayern mit der Erfahrung aus 30 Euroleague-Spielen besser dagegen, kämpften sich nach Nnokos 56:45 (26.) bis zum Ende des dritten Viertels wieder auf 61:56 heran.

Die Partie kippte dann in nur wenigen Minuten, weil den Berlinern, die nach ihren 24 Spielen quer durch Europa jetzt zahlreiche Partien nachzuholen haben, rapide die Kräfte schwanden. Dementsprechend deutlich verloren sie das Schlussviertel gegen die Münchner, die nach dem Aus in der Euroleague schon seit 14 Tagen mit nur einem Spiel pro Woche regenerieren.

Nnoko: „Wir können sie schlagen“

„Wir haben gezeigt, dass wir mit ihnen auf Augenhöhe sind“, sagte Nnoko mit offensichtlich ungebrochenem Selbstvertrauen. „Ich glaube nicht, dass sie besser sind als wir und dass wir sie schlagen können, wenn wir besser auf ein paar Details achten.“

Albas Chancen, als Dritter in das Play-off zu gehen, hat die Niederlage nicht geschmälert, und viele halten es für wahrscheinlich, dass sich beide Teams in knapp zwei Monaten im Finale wiedersehen werden. Das ist aber noch lange hin. Am Dienstag tritt Alba erstmal bei den abstiegsbedrohten Jenaern an.