Kommentar

Ein wichtiger Schritt Richtung Euroleague

Albas Niederlage ist bitter. Trotzdem wird die Rückkehr in die Euroleague nicht mehr lange auf sich warten lassen, meint Dietmar Wenck.

Foto: Jörg Krauthöfer/dpa/BM Montage

Eine Niederlage bleibt eine Niederlage. Gerade ein verlorenes Finale lässt tiefe Enttäuschung zurück. Das ist in dem Moment, in dem andere den ersehnten Pokal in die Höhe stemmen, durch nichts wegzukommentieren.

Jeder Sportler empfindet so, den Profis von Alba Berlin erging es jetzt nicht anders. Besonders bitter ist dieses Gefühl für die aktuelle Generation des Vereins, weil sie es schon kennt. Seit der spanische Trainer Aito Reneses vor knapp zwei Jahren seine Arbeit in Berlin begann, hat sie vier Finals erreicht. Am Ende jubelten jedoch immer die Gegner. Das nagt schmerzhaft an der Spieler-Seele.

Trotzdem ist dieses Scheitern an Valencia, einem wahrlich abgezockten, Euroleague-erfahrenen Team, anders als die vorangegangenen Niederlagen. Das Eurocup-Finale überhaupt zu erreichen, war der bisher schlagendste Beweis dafür, wie richtig und zukunftsweisend der Berliner Weg ist. Dafür genügt ein Blick auf die große und erwartungsvolle Kulisse in der Mercedes-Benz Arena am vergangenen Freitagabend. Solche Abende sind Gold wert für das Basketball-Projekt in Berlin.

Dafür reicht auch ein Blick auf die von Alba besiegten und ausgeschiedenen Konkurrenten von Kuban Krasnodar über Rytas Vilnius bis hin zu Unicaja Malaga. Das sind alles europäische Top-Klubs, die den Eurocup bereits gewonnen haben.

Und diesmal war es ja auch nicht so, dass die Berliner quasi schon eine Hand an der Trophäe hatten, wie es in beiden deutschen Pokalendspielen der Fall war. 2018 ließ sich Alba von Bayern München eine klare Führung kurz vor Schluss noch abjagen. Im Februar dieses Jahres in Bamberg wirkte die Mannschaft anfangs seltsam uninspiriert, lag dennoch vorn und wurde zwei Sekunden vor dem Ende aus allen Träumen gerissen.

Unnötig waren beide Niederlagen. Diesmal bleibt ein anderes Gefühl, jenes, einem wirklich stärkeren Kontrahenten unterlegen gewesen zu sein. Valencia Basket war einmal mehr, zum vierten Mal schon, das überragende Team dieses Wettbewerbes. Und nach überwiegend begeisterndem Basketball einer sehr jungen Mannschaft mit 17 Siegen in 24 Spielen bleibt auch das Gefühl: Es wird jetzt bestimmt nicht mehr lange dauern, bis Alba endlich zurückkehrt in die Euroleague, wo man an noch stärkeren Gegnern als Valencia weiter wachsen kann.