Eurocup-Finale

Alba bleibt trotz Pleite in Valencia optimistisch

Mit einer verbesserter Wurf- und Reboundquote will Alba Berlin in Finalspiel zwei am Freitag die Wende schaffen.

Valencias Diot ist von Thiemann (r.)  und Schneider nicht zu stoppen.

Valencias Diot ist von Thiemann (r.) und Schneider nicht zu stoppen.

Foto: Francesc JuanAFP7 / dpa

Valencia. Es war bisher so eine wunderbare Reise durch den Basketball-Eurocup für Alba Berlin. Von 21 Spielen 16 gewonnen, unter anderem bei solch heimstarken Gegnern wie Kuban Krasnodar, Unicaja Malaga oder MoraBanc Andorra aus Spanien Topliga. Als einziger deutscher Verein ist man so ins Finale des zweithöchsten europäischen Wettbewerbs eingezogen, und das nun schon zum zweiten Mal nach 2010. Berlins Aito Garcia Reneses wurde zum Eurocup-Trainer des Jahres gewählt, Luke Sikma zum wertvollsten Spieler.

Doch der wichtigste Titel, der für die gesamte Mannschaft, derjenige, für den sie ihre individuellen Auszeichnungen gern hergeben würden, ist zunächst einmal in weite Ferne gerückt. Die Berliner unterlagen im ersten Finalspiel der Serie nach dem Modus „Best of three“ beim dreimaligen Cupgewinner Valencia Basket mit 75:89 (38:41). Die Serie der Spanier hielt, die auch ihre elfte Partie vor eigener Kulisse in Folge gewannen.

Alba braucht am Freitag einen Sieg

Das Rückspiel findet am Freitag (20 Uhr, Magentasport) in der schon jetzt fast ausverkauften Mercedes-Benz Arena in Berlin statt. Siegen die Spanier erneut, haben sie den Titel sicher und treten kommende Saison in der Euroleague an. Gleicht Alba aus, gäbe es noch ein entscheidendes drittes Spiel am 16. April erneut an der Ostküste Spaniens.

Ein Duell auf Augenhöhe hatte sich Reneses gewünscht. Es wurde eines . Dabei kam Alba entgegen, dass man seinen Center Landry Nnoko an dessen 25. Geburtstag einsetzen konnte. Der Verdacht auf eine Gehirnerschütterung hatte sich nicht bestätigt. Vormittags beim Training hatten ihn seine Mitspieler sogar ein wenig gefeiert.

Meine verrückte Reise zum ersten Alba-Finale nach Valencia

Der Kameruner, so viel vorweg, sollte aber keine bedeutende Rolle übernehmen. Beide Mannschaften begannen sehr nervös, nicht untypisch für ein Endspiel, die Gäste konnten davon anfangs mehr profitieren. Doch bald folgte eine starke Phase Valencias, das vor allem über seine Amerikaner Will Thomas (14) und Matt Thomas (11) zu Punkten kam und sich zunächst von 9:10 auf 17:10 sowie zu Beginn des zweiten Viertels sogar auf 26:15 abzusetzen schien.

Alba zeigt Schwächen unter dem Korb

Ein Desaster war in dieser Phase das Reboundverhalten Albas. Nur fünf vom Korb zurückspringende Bälle griffen sie in den ersten zehn Minuten, die Gastgeber 14, sieben davon im Angriff. Das bedeutet: weitere Wurfchancen, die vom erfahrenen Team Valencias irgendwann verwandelt wurden. Die Rebounds (22:40) blieben die gesamten 40 Minuten ein Alba-Problem.

Doch fast unauffällig waren die Berliner beim 35:35 in der 18. Minute wieder dran. Luke Sikma, der zwei Jahre in Valencia gespielt hatte, 2017 mit dem Klub spanischer Meister geworden war und deshalb von den Zuschauern mit Applaus begrüßt wurde, griff bei den Rebounds zu, Alba verteidigte insgesamt besser.

Im dritten Viertel ziehen die Spanier deutlich davon

Prompt unterliefen auch den Spaniern nun mehr Fehler, den Berlinern dagegen nur ein einziger Turnover im zweiten Viertel. Martin Hermannsson, Peyton Siva und Niels Giffey verwandelten wichtige Dreier, die Quote wuchs auf über fünfzig Prozent zur Halbzeit. Die sonst so fanatischen Zuschauer im Pabellon Fuente de San Luis wurden zur Abwechslung mal etwas ruhiger. Leise waren sogar vereinzelte „Alba“-Rufe der rund 50 mitgereisten Fans zu vernehmen. Die Partie, die für den Außenseiter aus Deutschland so schwach begann, war wieder offen.

Nach dem Wechsel ging das Dreierfestival weiter. In der 23. Minute glich Siva zum 49:49 aus, aber was folgte, war der nächste Zwischenspurt des dreimaligen Eurocupsiegers. Nach wie vor bekam Sikma Will Thomas nicht richtig in den Griff, war auch schon mit drei Fouls belastet. Als Sam van Rossom einen Distanzwurf einen weiteren Distanzwurf nach 25 Minuten zum 58:49 einnetzte, nahm Alba-Trainer Reneses eine seiner nicht sehr häufigen Auszeiten. Sie wäre gar nicht nötig gewesen, wegen eines technischen Defektes bei der Zeitnahme mussten beide Mannschaften minutenlang pausieren.

Valencia ist keine Übermannschaft

Aus dieser Pause kamen die Spanier erneut wacher, erhöhten ihre Serie auf 14 Punkte in Folge zum 63:49, und jetzt wurden die Sorgenfalten in den Gesichtern ihrer Gegner tiefer. Das 15:30 verlorene dritte Viertel brachte die Entscheidung. Obwohl sich die Gäste noch einmal mit einer 9:0-Punkte-Serie wehrten, das Spiel war verloren. Beste Werfer bei Valencia waren Will Thomas (22) und Matt Thomas (16), bei Alba Siva (17) und Hermannsson (16).

Auch wenn diese Niederlage im ersten Moment weh tat – das Spiel zeigte dennoch, dass Valencia keine Übermannschaft ist, sondern eine, die ihre Chancen zu nutzen versteht. Vielleicht sieht das aber schon am Freitag anders aus, wenn Alba Berlin ihnen ein paar weniger gibt. „Wir haben auch die Serie gegen Malaga gedreht, warum sollte uns das nicht wieder gelingen“, sagte Siva. Und Franz Wagner rechnete vor: „Wir brauchen zwei Hände, um unsere vergebenen Chancen zu zählen.“ Das wird in der heimischen Arena so sicher nicht wieder passieren.

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