Morgenpost-Chefreporter

Meine verrückte Reise zum ersten Alba-Finale nach Valencia

Morgenpost-Chefreporter Joachim Fahrun ist großer Alba-Fan. Klar, dass er auch zum Finale wollte. Leichter gesagt als getan.

Joachim Fahrun mit Bruder Robert vor dem Spiel Valencia gegen Alba

Joachim Fahrun mit Bruder Robert vor dem Spiel Valencia gegen Alba

Foto: Joachim Fahrun

Kaum dass Valencia als Finalgegner für Alba feststand, war die Sache eigentlich klar. Auswärtsfahrt. Eurocup-Endspiel, das gibt es womöglich nur einmal in einem Fan-Leben. Vor neun Jahren habe ich das - verlorene - Finale Alba gegen Valencia noch verpasst. Also diesmal musste es sein.

Kasan im Süden Russlands, Valencias Gegner im Halbfinale, wäre ziemlich kompliziert gewesen. Aber Spanien geht ja immer irgendwie. Und als die Sport-affine Chefin in der Konferenz fragte: „Fährste hin?“ und ich antwortete „Wenn du mir frei gibst, ja“, gab es kein Zurück mehr.

So ein erstes Spiel einer Serie ist ja immer dankbar. Gewinnt man, ist es super. Siegen die anderen, ist noch nichts wirklich verloren, die Eigenen können das mit zwei Siegen noch ausbügeln. So wie im Viertelfinale gegen Malaga, die in der spanischen Liga gleichauf liegen mit Valencia.

Vier spanische Städte in 48 Stunden

Dummerweise ist die Auswärtsfahrt als sportlich-kulturelle Ausdrucksform im Basketball allgemein und im Eurocup im Besonderen nicht so verbreitet. Ein Kontingent für Gäste-Fans in Valencia? Fehlanzeige. Ebenso wie eine von Alba angebotene Fan-Reise. Die Kumpels klemmten sich dahinter. Irgendwann kam von Alba per Mail die Zusage: „Geht klar mit den Tickets.“ 90 Berliner Fans dürfen den Jungs den Rücken stärken, gegen 9000 Spanier.

Als die Ansage mit den Tickets kam, war aber der Preis für den direkten Ryanair-Flug nach Valencia von 39 auf 200 Euro geklettert, ein paar Dutzend Verrückte wollten offenbar unbedingt an diesem Dienstag an die spanische Mittelmeerküste. Wir haben dann eine kunstvolle Reise gebastelt von Berlin über Mallorca und Ibiza in die Stadt des Finales. Zurück mit dem Zug nach Madrid und von dort nach Hause. Vier spanische Städte in 48 Stunden. „Wie die Chinesen“, sagte mein Freund Lars.

Vor der Kathedrale treffen sich die Alba-Fans

Vor der Abreise war nach langem Schweigen von Alba die Ansage gekommen. Es läge nicht an ihnen, die Spanier seien schwierig. Aber am Montag war dann klar, dass wir die bezahlten Eintrittskarten am Spieltag an der Hallenkasse abholen könnten.

Der dreigeteilte Flug war kurzweilig, mittags waren wir in Valencia. Die U-Bahn fuhr von Flughafen in die Stadt, an der Art-Deco-Markthalle gab es Paella. In einem Hostal hing auch ein Plakat zum Spiel. „Ich interessiere mich nicht für Fußball und auch nicht für Basketball“, sagte die Kellnerin. Final-Fieber war in der Altstadt nicht zu spüren. Auf der Plaza de la Reina vor der Kathedrale trafen wir die ein paar Alba-Fans. Unsere Freunde waren noch am Strand. Von der Innenstadt dauert es 30 Minuten zur Fuß zu Halle. Der Wirt in der Bar am Wegesrand sagte: „Wir gewinnen“. Ich hoffe er irrt sich.