Alba Berlin

Stars und Fakten zum Alba-Finale

Wer hat die besten Chancen? Was bedeutet ein Triumph im Eurocup? Und wo werden die Spiele übertragen?

Albas Luke Sikma (r.) wurde zum wertvollsten Spieler dieser Eurocup-Saison gewählt. Auch im Finale kommt es auf den US-Amerikaner an.

Albas Luke Sikma (r.) wurde zum wertvollsten Spieler dieser Eurocup-Saison gewählt. Auch im Finale kommt es auf den US-Amerikaner an.

Foto: Soeren Stache / dpa

Berlin. Die Mannschaft von Alba Berlin schaut nach vorn: An diesem Dienstagabend beginnt die Finalserie um den Basketball-Eurocup gegen Valencia Basket. Weil die Spanier im Verlauf dieses Wettbewerbs mehr Siege erzielten als Alba, haben sie in der Serie nach dem Modus „Best of three“ den Heimvorteil. Das heißt: Das erste und ein eventuelles drittes Spiel am kommenden Montag finden im „Pabellon Fuente de San Luis“ (Beginn jeweils 20.30 Uhr) statt. Die zweite Partie steigt am Freitag (20 Uhr) in der Mercedes-Benz Arena. Hat nach diesem Aufeinandertreffen eine Mannschaft schon zwei Siege erzielt, ist sie Cupsieger, sonst fällt die Entscheidung am Montag in Spiel drei in der drittgrößten Stadt Spaniens.

Direkter Vergleich: Nach hinten zu schauen macht schon deshalb keine Freude, weil Alba wenig gute Erfahrungen mit Valencia gemacht hat. Sieben Mal trafen beide Teams in Euroleague und Eurocup aufeinander, sechs Mal unterlagen die Berliner. Besonders in Erinnerung geblieben ist das ernüchternde 44:67 im Eurocup-Finale 2010. Der einzige Sieg gelang Alba in der Saison 2013/14 mit 78:73 im Viertelfinal-Rückspiel; das Hinspiel endete allerdings 86:54 für die Spanier. Es war in dem Wettbewerb die letzte Niederlage Valencias, das den Cup gewann.

Übertragung bei Magentasport

Tickets und TV: Aber Bangemachen gilt bekanntlich nicht. Lieber unterstützen. Für das zweite Spiel am Freitag in der Mercedes-Benz Arena gibt es noch einige hundert Tickets in verschiedenen Preiskategorien zwischen 17,50 und 65 Euro. Alba rechnet damit, dass sie noch alle verkauft werden und das Berliner Team zum ersten Mal in dieser Saison vor ausverkaufter Kulisse spielt. Zumindest aus der Ferne mitfiebern können hartgesottene Fans allerdings auch an diesem Dienstag. Wenn sie nämlich zum Public Viewing in die Mercedes-Benz Arena gehen. Die Tickets kosten fünf Euro, enthalten im Preis ist ein Verzehrgutschein in Höhe von zwei Euro. Sämtliche Karten gibt es auf der Alba-Internetseite unter www.albaberlin.de. Oder telefonisch unter 01806-570011 (zwischen 8 und 20 Uhr). Oder an der Abendkasse - sofern noch vorhanden. Alle Spiele sind zu verfolgen im Livestream unter Magentasport (magentasport.de). Für Telekomkunden auch am Fernsehgerät. Für Radioliebhaber bietet das Inforadio vom RBB eine Liveübertragung an.

Trophäen: International gewann Alba Berlin 1995 den Korac-Cup, das war seinerzeit der dritthöchste europäische Wettbewerb. Außerdem erreichten die Berliner zweimal (2010 und jetzt) das Eurocup-Finale. National waren sie acht Mal Meister und neun Mal Pokalsieger. Valencia gewann den Eurocup 2003, 2010 und 2014, verlor die Endspiele 2012 und 2017, stand außerdem 1999 und 2002 im Endspiel um den Vorgänger Saporta-Cup. Valencia gewann die spanische Meisterschaft 2017 und die Copa del Rey 1998.

Beide Teams kämpfen um die Teilnahme an der Euroleague

Euroleague: BC Valencia will auch deshalb unbedingt den Eurocup gewinnen, weil der Sieger damit einen Platz in der Euroleague erwirbt, dem höchsten kontinentalen Wettbewerb. Das ist schwer für spanische Klubs, wenn sie nicht Real Madrid, FC Barcelona oder Baskonia Vitoria heißen. Dieses Trio hat feste Startplätze in der Euroleague, nur einer ist noch zu vergeben. Holt sich Valencia den Eurocup, könnte dies zu der kuriosen Situation führen, dass etwa Unicaja Malaga spanischer Meister wird, es aber nicht in die Euroleague schafft. Alba will auch in die höchste Liga. Drei Möglichkeiten gibt es: den Eurocup gewinnen oder deutscher Meister werden, dies sind die beiden sicheren Varianten. Ansonsten muss Berlin auf die Gnade einer Wildcard durch die Euroleague hoffen. Doch obwohl Alba hohes Ansehen in Europa genießt – diese Hoffnung blieb schon oft unerfüllt.

Trainer: Aito Garcia Reneses ist einer der angesehensten Coaches in Europa, was sich an seiner Wahl zum Eurocup-Trainer dieser Saison zeigte. Alba ist nach Joventut Badalona (2008) und BC Gran Canaria (2015) der dritte Verein, den er ins Endspiel führte. Mit Badalona gewann er den Cup. Gelingt ihm dieses Kunststück nun erneut, ist er mit 72 Jahren der älteste Trainer, der im Basketball jemals einen Europapokal gewann. Sein Gegenüber Jaume Ponsarnau (47) hat solche Meriten nicht aufzuweisen. Der Einzug in dieses Finale ist bereits der größte Erfolg des Spaniers als Cheftrainer.

Alba hat seine Auswärtsstärke schon bewiesen

Serien: Valencia hat eine beeindruckende Saisonbilanz im Eurocup vorzuweisen: 18 Siege in 20 Spielen (Alba 16 von 21); vierzehn Mal in Folge hat das Team zuletzt gewonnen, zu Hause ist es unbesiegt. Aber mit Serien ist das so eine Sache. Vergangene Saison gewann Kuban Krasnodar bis zum Finale alle 20 Spiele, unterlag dann aber zweimal Darüssafaka Istanbul, und futsch war der Pokal. MoraBanc Andorra hatte in der aktuellen Spielzeit daheim neun Mal gewonnen, dann kam im Halbfinale Alba und zog einen Schlussstrich. Die Berliner sind ohnehin auswärts sehr stark, unterlagen nur bei Cedevita Zagreb und Partizan Belgrad.

Stars: Beide Finalisten haben es nicht so mit Stars, die alles allein regeln. In Valencias Team stehen im Montenegriner Bojan Dubljevic, im Spanier Rafa Martinez und mit dem Belgier Sam Van Rossom nur noch drei Protagonisten des Triumphs von 2014. Dubljevic (27) wurde ins „All-Eurocup First Team“ gewählt, schon zum vierten Mal in seiner Karriere. Dort landeten auch zwei Berliner: Der zum wertvollsten Spieler der der Eurocup-Saison gewählte Luke Sikma als effektivster Spieler, Rokas Giedraitis als zweiteffektivster, der außerdem als herausragender Schütze mit hohen Trefferquoten bestimmt wurde.