Alba

Alba lernt schmutzige Siege

Es muss nicht immer Glanz und Gloria sein: Alba Berlin feierte gegen Bamberg und Ulm Arbeitssiege und fährt mit großem Respekt nach Crailsheim.

Leidenschaft, Einsatz, Erfolg: Johannes Thiemann (v.), mit 16 Punkten bester Werfer, und Alba Berlin zwangen Ulm kämpferisch in die Knie.

Leidenschaft, Einsatz, Erfolg: Johannes Thiemann (v.), mit 16 Punkten bester Werfer, und Alba Berlin zwangen Ulm kämpferisch in die Knie.

Foto: Andreas Gora / picture alliance / Andreas Gora

Berlin. Wer den deutschen Pokalsieger Bamberg in dessen eigener Halle schlägt und zwei Tage darauf den Play-off-Kandidaten Ulm mit viel Energie in die Knie zwingt, muss doch vor Aufsteiger Crailsheim keine Angst haben, oder? Das sicher nicht, aber Alba Berlins Geschäftsführer Marco Baldi warnte sehr eindringlich vor dem Gastspiel seines Teams am Sonnabend (20.30 Uhr, Magentasport) in Baden-Württemberg: „Das wird das allerschwierigste Spiel, kreuzgefährlich.“

Crailsheim gewann vier seiner letzten sechs Spiele

Dem Manager ging es dabei weniger um die gewachsenen Qualitäten der Crailsheimer, die immerhin von ihren letzten sechs Partien vier gewannen und sich Luft im Abstiegskampf verschafften. Vor allem beschäftigte ihn die anstehende Belastung des eigenen Teams, das in 37 Tagen bis zum 12. Mai dreizehn oder sogar vierzehn Mal antreten muss. Grund ist der internationale Erfolg Albas mit dem Einzug in die Eurocup-Finalserie. „Dann immer die Konzentration hochzuhalten, ist ein größeres Problem als die physische Belastung.“

Gerade am Sonnabend gilt das. Die Berliner haben drei volle Tage, sich auf ihr nächstes Bundesligaspiel vorzubereiten. Doch jeder weiß, was danach kommt. Bereits am Sonntag fliegt der Alba-Tross weiter nach Valencia, wo am Dienstag das erste Endspiel stattfindet. „Jeder packt jetzt seine Tasche für Crailsheim und steckt die Sachen für Valencia da auch schon mit rein“, sagte Baldi, „was das mit dem Kopf macht, das werden wir sehen.“ So oder so werde das Problem die Mannschaft eine ganze Weile begleiten.

Immer das Finale gegen Valencia vor Augen

Es war ja schon gegen Bamberg und Ulm in Ansätzen zu beobachten. Beide Male erwischten die Berliner keinen guten Start, leisteten sich viele Fehler, ohne bedrängt worden zu sein. „Man konnte heute schon erkennen“, sagte Baldi nach dem 92:81 (49:53) gegen Ulm, „dass es sehr schwer ist, den Fokus zu behalten mit einem Großereignis vor Augen.“

Der Manager gewann der Situation jedoch auch Positives ab. „Unser junges Team wächst daran massiv“, sagte er, Bamberg und Ulm passten sehr gut als Beispiele: „Wir gewinnen auch schmutzige Spiele, das heißt, solche, wo man nicht gut trifft und nur schwer in seinen Spielfluss findet.“ Sowohl bei den Franken als auch gegen die Schwaben wirkte Alba spielerisch nicht immer überzeugend. Dafür brachten gute Verteidigung, Leidenschaft und Begeisterung den Erfolg und damit weiteres Selbstbewusstsein.

Platz drei in der Liga soll es schon sein

Es gibt ja nicht nur das Ziel, den Eurocup zu gewinnen. Parallel wollen die Berliner ihre Chancen in der Bundesliga wahren. „Wir wollen absichern, was in den eigenen Händen haben“, erklärte Baldi, „und das ist Platz drei.“ In diesem Kampf, so der Manager, habe niemand ein derart gedrängtes Programm wie Alba und damit eine vergleichbar große Herausforderung. Aber so viel wollte er trotzdem klarstellen: „Dass wir im Eurocup-Finale stehen, selbst, wenn das nicht gut ausgeht – es ist das alles wert.“