Alba

Akpinar: „Alba spielt begeisternden Basketball“

Bei Alba wurde Ismet Akpinar als Basketballprofi und Mensch geprägt. Deshalb kehrt er mit Ulm gern nach Berlin zurück.

Zum Allstar gereift: Der Wechsel von Berlin nach Ulm hat Ismet Akpinar zumindest nicht geschadet.

Zum Allstar gereift: Der Wechsel von Berlin nach Ulm hat Ismet Akpinar zumindest nicht geschadet.

Foto: Harald Tittel / dpa

Berlin. Er kam 2013 als Talent nach Berlin und verließ Alba vier Jahre später als „Bester deutscher Nachwuchsspieler der Bundesliga“ Richtung Ulm. An diesem Dienstag (19 Uhr, Magentasport) kehrt Ismet Akpinar, noch immer erst 23 Jahre alt, mit dem Tabellensiebten aus Baden-Württemberg als gestandener Spielmacher in die Mercedes-Benz Arena zurück. 27 Länderspiele hat er mittlerweile bestritten, für seinen Klub ist er in dieser Saison im Eurocup (15 Spiele) und in der Bundesliga (24 Spiele) mit rund 24 Minuten Einsatzzeit pro Partie längst ein Leistungsträger. Er punktet, passt und trifft verlässlich Dreier – mit Berliner Überheblichkeit könnte man sagen: Alba-Schule eben …

Berliner Morgenpost: Freuen Sie sich auf Berlin, Herr Akpinar?

Ismet Akpinar: Natürlich ist es etwas Besonderes, die vier Jahre bei Alba waren eine prägende Zeit für mich. Aber es stimmt ja auch, dass ich mich seither weiterentwickelt habe und ich glaube, dass mein Weg noch nicht zu Ende ist.

Nachdem Sie nach Ulm gewechselt waren, hat Alba die Mannschaft unter Coach Aito Reneses komplett umgebaut. Kam Ihnen der Gedanke, dass Sie vielleicht in Berlin hätten bleiben sollen?

Natürlich habe ich darüber nachgedacht. Alba spielt begeisternden Basketball und junge Spieler bekommen ihre Chance. Aber als ich ging, war überhaupt nicht klar, wer Trainer werden würde, und wie schon erwähnt, bin ich in Ulm ja weiter meinen Weg gegangen, habe erneut viel gelernt. Deswegen bereue ich meinen Wechsel kein bisschen und fahre nach Berlin, um dort zu gewinnen.

Sie wissen aber auch, dass Alba noch Fünfter ist und die Punkte ganz gut gebrauchen kann, um das Heimrecht im Play-off abzusichern?

Na klar, in dieser Phase der Saison gibt es keine unwichtigen Spiele. Für niemanden, und uns schon gar nicht. Bonn hat auf Platz sechs nur zwei Siege mehr als Bayreuth als Elfter. Wir werden kämpfen, wollen uns unbedingt für das Viertelfinale qualifizieren.

Sie sind Hamburger, lebten vier Jahre in Berlin – ist Ulm da nicht ein wenig klein?

Am Anfang war das schon eine große Umstellung für einen aus der Großstadt wie mich. Aber mittlerweile habe ich ein tolles Umfeld und fühle mich sehr wohl. Alles ist weniger hektisch, wie beispielsweise der Verkehr. Die Entfernungen sind überschaubar. Wenn man in Berlin sagt, ,In 15 Minuten’, wohnt man besser gleich um die Ecke.

Sie waren vor Ihrem Abschied 2017 „Wertvollster Spieler“ (MVP) der Nachwuchs-Bundesliga NBBL, und diese Ehre wurde Ihnen vor gut einer Woche erneut beim All-Star-Game zuteil. In Berlin ist Ihr direkter Gegenspieler Peyton Siva, der in dieser Saison schon dreimal im Eurocup zum MVP gekürt wurde. Eine Art Gipfeltreffen?

Also, das kann man nicht vergleichen, im Eurocup gleich mehrfach MVP zu werden, ist von ganz anderem Kaliber. Aber ich freue mich auf das Wiedersehen mit Peyton. Wir hatten ja ein gemeinsames Jahr bei Alba und ich werde schon versuchen, ihm das eine oder andere Problem zu bereiten.

Interessant dürfte auch das Duell zwischen den beiden Power Forwards werden. Ihr Mitspieler Dwayne Evans ist mit 15,5 Punkten und 6.8 Rebounds einer der Besten der Liga, wie auch Albas Luke Sikma, der dem kaum nachsteht, aber auch noch das Spiel mit organisiert.

Luke war völlig verdientermaßen der wertvollste Spieler der vergangenen Spielzeit und spielt, finde ich, wieder eine MVP-Saison. Wer gegen Alba spielt, muss sich zwangsläufig mit seinen Qualitäten befassen und sich vorbereiten. Aber gleiches gilt für Dwayne.

Ihr Coach Thorsten Leibenath hat kürzlich angekündigt, dass er ab der kommenden Saison auf den Posten des Sportdirektors wechselt. Hat das Unruhe gebracht?

Nein, das interessiert uns im Moment nicht. Wir haben jetzt noch zehn Spiele bis zum Play-off-Start und auf die sind wir jetzt ausschließlich fokussiert.