Basketball

Alba will Andorras Heimbilanz brechen

Allen Strapazen zum Trotz reisten die Berliner selbstbewusst nach Andorra. Alba will dort den Einzug ins Eurocup-Finale perfekt machen.

Der Isländer Martin Hermannsson (l.) trifft in Andorra vielleicht sogar Fußball-Nationalspieler seines Landes.

Der Isländer Martin Hermannsson (l.) trifft in Andorra vielleicht sogar Fußball-Nationalspieler seines Landes.

Foto: Soeren Stache / dpa

Berlin. Zwei Chancen für das Erreichen eines großes Ziels: Alba Berlin will zum dritten Mal nach 1995 (Korac-Cup-Sieger in zwei Endspielen gegen Stefanel Mailand) und 2010 (Niederlage in einem Eurocup-Finale gegen BC Valencia) ein internationales Endspiel erreichen. An diesem Freitag (20.15 Uhr, Magentasport) besteht dazu bei BC Andorra die erste Gelegenheit. Das Auftaktspiel der Halbfinalserie nach dem Modus „Best of three“ hatten die Berliner am Dienstag in eigener Arena 102:97 gewonnen.

Ulmer Spieler mussten sich übergeben

Doch wie schwer die Aufgabe wird, war allen Spielern bewusst, nicht nur wegen der neun Siege der Andorraner im Eurocup in ihren neun Heimspielen. Schon die Anreise in den Pyrenäenstaat ist alles andere als angenehm. Die Mannschaft flog am Donnerstag nach Barcelona, von wo es stundenlang mit dem Bus weiterging. Anfangs zügig, dann aber in schleppendem Tempo, je näher das Ziel rückte, denn am Ende geht es nur noch in Serpentinen vorwärts. Alba-Geschäftsführer Marco Baldi wusste sogar davon zu berichten, dass sich zwei Spieler, als der Bundesligarivale Ratiopharm Ulm in der Vorrunde im Oktober dort antreten musste, im Bus übergeben hatten.

Das erste Team sein, das in Andorra gewinnt

„Das wird eine ganz harte Nummer, da ins Finale zu kommen“, sagte also der Manager, „das ist eine komplett andere Belastung. Und in diesem Spiel ist Energie ein zentrales Kriterium.“ Zumal in 1000 Meter Höhe andere Teams davon berichteten, dass ihnen am Ende der Spiele dort sogar die Luft ausging.

„Wir wollen das erste Team sein, das in Andorra gewinnt“, kündigte Martin Hermannsson trotzdem selbstbewusst an. Das Gastgeber-Team hingegen träumt davon, die Leistung aus dem Viertelfinale zu wiederholen. Da unterlag es zunächst bei Asvel Villeurbanne, schlug die Franzosen dann in den Pyrenäen und entschied auch die dritte Auseinandersetzung in Villeurbanne knapp zu seinen Gunsten. Ein drittes Spiel gegen Alba würde im Fall der Fälle am kommenden Mittwoch wieder in Berlin stattfinden.

Parallel Fußball-Länderspiel gegen Island

So weit will es Alba nach Möglichkeit nicht kommen lassen. Trainer Aito Garcia Reneses nennt dafür schon ganz praktische Gründe: „Angesichts der Tatsache, dass wir in der Bundesliga noch einige Nachholspiele vor uns haben, würde ein Einzug ins Finale mit 2:0 einen Termin weniger in unserem vollgepackten Terminplan bedeuten.“ Center Johannes Thiemann sagte zu der makellosen Heimbilanz des Kontrahenten: „Es gibt für alles ein erstes Mal.“

Besonders aufregend dürfte die Reise für den Isländer Hermannsson sein, denn Basketball spielt am Freitagabend nicht mal die sportliche Hauptrolle im Fürstentum. Parallel empfangen die Fußballer Andorras im EM-Qualifikationsspiel ausgerechnet Island. Es wird also einiges geboten.

Youngster Schneider hat die Ruhe weg

Beeindruckend ist allerdings, wie entspannt die junge Alba-Mannschaft mit der körperlichen wie psychischen Belastung im Vorfeld umging. Der 21 Jahre alte Tim Schneider zum Beispiel antwortete trocken, angesprochen auf die strapaziöse Anreise: „Uns wurde gesagt, pünktlich zum Essen sind wir da. Dann ist alles gut.“