Basketball

Alba ist schon fast da, wo es hin will

Durch den 102-97-Sieg gegen Andorra hat sich die Mannschaft von Alba Berlin im Eurocup in eine sehr gute Position gebracht.

Mit harten Bandagen: Duell zwischen dem Berliner Kapitän Niels Giffey (l.) und  Rafa Luz von BC Andorra.

Mit harten Bandagen: Duell zwischen dem Berliner Kapitän Niels Giffey (l.) und Rafa Luz von BC Andorra.

Foto: Soeren Stache / dpa

Berlin. Erleichterung ja, Selbstbewusstsein auch, Überheblichkeit nein: Die Stimmung bei Trainer und Mannschaft von Alba Berlin war nach dem 102:97 gegen BC Andorra im ersten Halbfinale um den Basketball-Eurocup mit sachlich wohl am besten beschrieben. „Wir haben eine super Situation, in der wir jetzt nach Andorra fahren“, sagte Nationalspieler Joshiko Saibou, „wir sind da, wo wir hinwollten, und es gibt bei uns noch Luft nach oben.“

Der Druck liegt nun auf dem Team aus Andorra

Es musste nicht extra betont werden, dass nun aller Druck auf dem Tabellenneunten der spanischen Liga ACB liegt. Die Berliner, die Freitag (20.15 Uhr, Magentasport) zum zweiten Spiel im Fürstentum antreten, brauchen in der Serie nach dem Modus „Best of three“ noch einen Sieg zum Einzug ins Finale, Andorra benötigt zwei.

So abgeklärt war die junge Mannschaft von Trainer Aito Reneses Garcia zuvor nicht immer aufgetreten, als die Gäste innerhalb von 14 Minuten einen 20-Punkte-Rückstand (56:76/26.) in ein überschaubares Zwei-Punkte-Minus (97:99/40.) verwandelten. Doch anders als im ersten Viertelfinale gegen Malaga, als Alba ebenfalls eine hohe Führung verspielte und verlor, wurde es diesmal nicht vogelwild.

In der Pause über Lehren aus Malaga diskutiert

„Die Spieler haben sich in der Pause über Malaga unterhalten“, erzählte Reneses. Sie wirkten wie um diese eine Erfahrung reicher, damit reifer. Vielleicht schon reif für das Finale?

„Wir können jetzt befreit aufspielen“, glaubt Kapitän Niels Giffey. Zumal bis auf Stefan Peno (Saisonende nach Knieoperation) alle Mann an Bord sind und Reneses viele Optionen hat. Center Dennis Clifford ist nach langer Formkrise wieder eine große Verstärkung.

Ein wuseliger und sehr schneller Gegner

Der oft verletzte Peyton Siva lieferte gegen Andorra seine beste Leistung in diesem Jahr ab. Wenn nur die Konzentration nicht nachlässt wie in besagten 14 Minuten. „Wie gegen Malaga, da müssen wir aufpassen“, erkannte Tim Schneider.

In jedem Fall dürfte allen bei Alba dadurch noch bewusster sein, dass in den Pyrenäen schwer abstürzen kann, wer Andorra unterschätzt. „Die sind wahnsinnig unangenehm“, kommentierte Geschäftsführer Marco Baldi, „wuselig, schnell und sehr variabel.“

Und daheim eine Macht, neun Heimsiege in neun Eurocup-Partien belegen es. Macht nichts, sagte allerdings der Berliner Center Johannes Thiemann, „es gibt für alles ein erstes Mal.“ Nicht überheblich, aber ziemlich selbstbewusst.