Basketball

Pokal-Dämpfer soll bei Alba die Sinne schärfen

Berlins junges Basketballteam setzt sich nach der schweren Niederlage im Pokalfinale neue Ziele, muss aber noch einmal nach Bamberg.

Der Bamberger Elias Harris (v.) wird in dieser Szene von Alba-Center Johannes Thiemann gestoppt.

Der Bamberger Elias Harris (v.) wird in dieser Szene von Alba-Center Johannes Thiemann gestoppt.

Foto: Nicolas Armer / dpa

Bamberg/Berlin.  Die Rückfahrt mit dem ICE 702 zurück in die Hauptstadt hatten sie sich anders vorgestellt bei Alba Berlin. Eher so ausgelassen wie 2006, als der Klub in Bamberg seinen fünften Pokalsieg gefeiert hatte und die Spieler „singend durch die Straßen gelaufen waren“, wie sich Geschäftsführer Marco Baldi gern erinnert. Schöne Vergangenheit. Diesmal feierten die anderen. Brose Bamberg gewann ein dramatisches Finale durch einen Drei-Punkte-Wurf des Griechen Nikos Zisis zwei Sekunden vor Schluss mit 83:82. Und im Zug nach Berlin wurde kaum gesprochen, erst recht nicht gesungen, sondern still gelitten. „Das ist schon sehr schwer zu verdauen und sehr schmerzhaft“, sagte Baldi.

Großteil der Spieler mit Nationalteams unterwegs

Vielleicht ist es ganz gut, dass sich ein Großteil der Mannschaft am Montag in alle Winde zerstreute. Der Isländer Martin Hermannsson, der Litauer Rokas Giedraitis sowie die Deutschen Niels Giffey, Johannes Thiemann, Joshiko Saibou und Jonas Mattisseck reisten zu ihren Nationalteams, mit denen sie Qualifikationsspiele für EM oder WM bestreiten. Der Rest soll an diesem Dienstag wieder ins Alba-Training einsteigen. Den Pokal abhaken. Oder wird der neuerliche Dämpfer, das dritte verlorene Entscheidungsspiel unter Trainer Aito Garcia Reneses, Spuren hinterlassen?

Baldi denkt nicht so: „Ich glaube, dass die Mannschaft daran reifen wird.“ Das jüngste Team der Bundesliga muss lernen, dass jeder noch so kleine Fehler entscheidend sein kann, in jeder Phase eines Basketballspiels. 83:82 – es gibt so viele winzige Aktionen, die dieses Ergebnis hätten umkehren können. Hätte, hätte, Fahrradkette: „Daraus kann man für den Moment nichts gewinnen. Aber es wird die Sinne schärfen“, sagt der Alba- Manager. In der Zukunft.

Derrick Walton soll schnell integriert werden

Ein Zurück gibt es ja nicht, keinen zweiten Versuch. Nur das Bemühen, den Schmerz aus den Kleidern zu schütteln. „Das kommt wieder zusammen“, gibt sich Baldi zuversichtlich, „das Gemeinschaftsgefühl ist einwandfrei.“ Und die nächsten Aufgaben warten schon. Der neue Spieler Derrick Walton Jr. muss schnell integriert werden. Die angeschlagenen Profis können ihre Probleme auskurieren. Eine kurze Verschnaufpause, dann steht am 2. März in Frankfurt das nächste Bundesligaspiel an.

Das Pokalfinale ist verloren, doch es gibt noch zwei große Ziele. Im März geht es bereits Schlag auf Schlag weiter, am 5. und 8. März zunächst mit den Eurocup-Duellen gegen Unicaja Malaga. Am 10. März spielt der Bundesliga-Zweite Oldenburg vor. Am 13. gäbe es ein mögliches drittes Spiel gegen Malaga. Dann geht es nach Gießen, dann gegen Ulm. Auch die Spiele gegen die nationale Konkurrenz sind sehr wichtig. In der Liga ist bis auf den enteilten Tabellenführer Bayern München alles eng beisammen. Zwölf Klubs kämpfen verbissen um sieben verbleibende Play-off-Plätze.

Wenigstens sitzt Zisis nur auf der Tribüne

„Wir dürfen uns nicht viel erlauben“, warnt Baldi, „es geht für uns um die bestmögliche Ausgangsposition.“ Um sie zu erlangen, muss Alba Berlin unter anderem zu einer Final-Revanche am 31. März noch einmal in Bamberg antreten. Wenn die Wunden auch bis dahin vernarbt sein mögen, die schmerzhaften Gefühle werden noch einmal hochkommen. Noch ärger trifft es die Herren Giffey, Thiemann, Saibou und Mattisseck. Deutschland spielt am 24. Februar gegen Griechenland um Platz eins in der WM-Qualifikationsgruppe. Der Schauplatz dieser Partie ist die Brose Arena in Bamberg. Der 35-jährige Zisis spielt da zwar nicht mehr mit. Aber auf der Tribüne sitzt er bestimmt.