Basketball

Alba Berlin holt späte Hilfe aus der NBA

Moritz Wagners Kumpel Derrick Walton jr. verstärkt Alba Berlin bis zum Saisonende, vielleicht schon im Pokalfinale gegen Brose Bamberg.

Foto: imago/ZUMA Press

Berlin. Die Spekulationen schossen schon heftig ins Kraut. Hartnäckig hielten sich Gerüchte, dass Heiko Schaffartzik (35), nach der Saison 2012/2013 im Unfrieden von Alba Berlin geschieden, zu seinem Stammverein zurückkehren könnte. Bedarf auf der Spielmacherposition besteht, seit sich Stefan Peno am 2. Februar im Spiel gegen Bayreuth eine schwere Knieverletzung zugezogen hatte. Nun ist Sportdirektor Himar Ojeda tatsächlich fündig geworden. Der Name des neuen Mannes ist allerdings in Berlin weniger bekannt als Schaffartzik: Derrick Walton jr. (23) unterschrieb einen Vertrag bis Saisonende.

Ein ehemaliger Alba-Spieler immerhin kennt den US-Amerikaner recht gut. Moritz Wagner, inzwischen bei den Los Angeles Lakers gelandet, spielte an der University of Michigan mit dem 1,85 Meter kleinen Point Guard zusammen. Dessen Statistiken dort in seiner letzten Saison: 15,5 Punkte, je rund fünf Korbvorlagen und Rebounds. Auch Walton sammelte NBA-Erfahrung, sogar schon ein Jahr früher als Wagner. Über die Summer League erkämpfte er sich 2017 einen Platz bei den Miami Heat, für die er 16 Spiele absolvierte. Durchgesetzt hat er sich nicht. Auch nicht bei den Chicago Bulls, bei denen er anschließend einen zweiten Versuch unternahm, sich für die beste Liga der Welt zu empfehlen. Deshalb folgte im Oktober 2018 der Wechsel nach Europa, zu Zalgiris Kaunas in die EuroLeague.

Von dort kommt Walton nun nach Berlin. Litauens Top-Klub und der Amerikaner lösten das Vertragsverhältnis im gegenseitigen Einvernehmen auf. „Wir freuen uns, dass es uns gelungen ist, zu einem so späten Zeitpunkt in der Saison noch einen so guten Spieler zu verpflichten“, sagte Ojeda, „Derrick ist jung und hat großes Potenzial. Wir glauben, dass er mit seinen spielerischen Fähigkeiten gut in unser Team passen wird und sind davon überzeugt, dass er uns für den Rest der Saison sehr helfen wird.“ Im Eurocup allerdings wird Alba davon nicht profitieren können, da Walton schon für Zalgiris international im Einsatz war (17 Spiele in der EuroLeague mit 4,6 Punkten und 2,5 Assists im Durchschnitt).

Der 23-Jährige wurde vor allem verpflichtet, um sein neues Team, das noch in drei Wettbewerben vertreten ist und bereits 37 Partien in den Knochen hat, in der Bundesliga zu entlasten. Vielleicht kann er dies aber schon Sonntag (15 Uhr, Magentasport) im Pokalfinale bei Brose Bamberg tun. „Wir bemühen uns, dass er spielen könnte“, so Ojeda. Die Regularien der Basketball-Bundesliga erlauben es, wie Jens Staudenmayer, der Sportliche Leiter der Basketball-Bundesliga (BBL), der Berliner Morgenpost erläutert: „Wer eine Spielberechtigung für die Bundesliga hat, der hat sie automatisch auch für den Pokal.“ Am Mittwochnachmittag gegen 15 Uhr lag der Antrag seitens Albas noch nicht vor. Ob Walton im Fall der Fälle wirklich eingesetzt würde, erscheint aufgrund der kurzen Eingewöhnungszeit allerdings fraglich.

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