Basketball

Alba-Talent Mattisseck mit 19 im Nationalteam

Bundestrainer Henrik Rödl hat seinen Kader für die Spiele gegen Israel und Griechenland benannt. Dabei ist auch Jonas Mattisseck (19).

Jonas Mattisseck (Mitte/Nr. 9) ist nicht nur ein guter Schütze, sondern auch ein guter Verteidiger, wie hier der Göttinger Michael Stockton (r.) zu spüren bekommt.

Jonas Mattisseck (Mitte/Nr. 9) ist nicht nur ein guter Schütze, sondern auch ein guter Verteidiger, wie hier der Göttinger Michael Stockton (r.) zu spüren bekommt.

Foto: Paul Zinken / dpa

Berlin.  Die gute Nachricht erhielt Jonas Mattisseck am Dienstag nach dem 97:74-Sieg Alba Berlins über Partizan Belgrad im Basketball-Eurocup. Sein Beitrag zum Erfolg in Zahlen: zehn Punkte und sechs Korbvorlagen in knapp 23 Minuten. Anschließend teilte ihm Bundestrainer Henrik Rödl mit, „dass es gut aussieht“. Am Donnerstag folgte per Pressemitteilung des Deutschen Basketball-Bundes die Bestätigung: Bei den WM-Qualifikationsspielen am 21. Februar in Israel und am 24. Februar in Bamberg gegen Griechenland sind nicht nur die Alba-Profis Niels Giffey, Joshiko Saibou und Johannes Thiemann dabei. Auch Mattisseck wurde erstmals nominiert und steht dicht vor seinem Länderspiel-Debüt bei den Männern.

Extralob vom Bundestrainer

„Jonas hat einen Riesensprung gemacht“, erklärt Rödl der Berliner Morgenpost. Er beobachte die Entwicklung des im Januar 19 Jahre alt gewordenen Talents mit großer Freude. „Das ist jetzt die Chance, ihn mal ins Nationalteam reinriechen zu lassen. Jonas hat in Zukunft die Chance, in den Kader hineinzuwachsen. Er ist langfristig ein interessanter Spieler.“ Der 1,92 Meter große Mattisseck spielt auf der Position des Point Guards – also des Spielmachers.

Die Entwicklung des jungen Mannes ist wirklich bemerkenswert. Im April 2018 gewann Mattisseck als Kapitän mit dem U18-Nationalteam das traditionelle Albert-Schweitzer-Turnier und wurde bei der Veranstaltung zudem als wertvollster Spieler ausgezeichnet. Anschließend sicherte er sich mit Albas NBBL-Team die deutsche Meisterschaft; auch hier wurde er MVP und außerdem zum besten Verteidiger gekürt.

Fünf Dreier in München machen ihn bekannt

Seit der Saison 2016/17 tritt er mit Doppellizenz für Albas Farmteam SSV Lok Bernau in der dritten Liga und für den Bundesligisten an. Sein Debüt in der höchsten Spielklasse gab Jonas Mattisseck im März 2018, vorher sammelte er erste Eurocup-Erfahrungen. Im Pokal-Viertelfinale am 23. Dezember hatte er mit fünf verwandelten Dreiern großen Anteil am 78:70-Sieg bei Bayern München. Auch wenn er vorher schon des Öfteren sehr gute Leistungen gezeigt hatte: Mit diesem Spiel geriet er in den Blick einer größeren Öffentlichkeit.

Eine Karriere im Schnelldurchgang. „Das geht wirklich alles sehr, sehr schnell“, sagt Mattisseck, „ich freue mich riesig über die Chance und bin mega-dankbar. Aber ich arbeite dafür auch sehr hart.“ Zurzeit sogar in Doppelbelastung, denn er macht sein Abitur und bereitet sich neben dem Basketball auf die Abschlussprüfungen im April vor. Dabei zeichnet ihn nicht nur auf dem Basketballfeld ein großes Selbstbewusstsein aus: „Mein Ziel ist es, ein Abi mit einer Eins vorn zu machen.“

Als nächstes den Pokal gewinnen

Und sportlich hat er sich auch einiges vorgenommen für die kommenden Monate. „Erst mal gegen Bamberg den Pokal gewinnen“, sagt er, „und in der Liga und im Eurocup noch möglichst viel erreichen. Aber vor allem“, sagt er, „will ich weiterhin so viel wie möglich bei den Profis spielen. Und helfen können, wenn ich gebraucht werde.“