Basketball

Hermannsson in der Galerie der größten Alba-Helden

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Der Kleinste war diesmal der Größte: Martin Hermannsson (3.v.l) wird von seinen Teamkollegen gefeiert.

Der Kleinste war diesmal der Größte: Martin Hermannsson (3.v.l) wird von seinen Teamkollegen gefeiert.

Foto: Jörg Carstensen / dpa

Martin Hermannsson führt Alba mit 17 Punkten in Folge zu einem denkwürdigen Sieg gegen Vilnius – und hat dabei ein spezielles Vorbild.

Berlin.  In Alba Berlins Geschichte gibt es einige Momente, an die sich die Fans wohl ihr Leben lang erinnern. 1996 drehten die Berliner mit sechs Punkten in 17 Sekunden (Dreier Marko Pesic, Dreier Wendell Alexis) den Europaliga-Krimi gegen den späteren Champion Olympiakos Piräus. Im Finale 2001 gegen Bonn zog sich „Iceman“ Alexis erst noch die Hose zurecht, bevor er Albas fünfte Meisterschaft in Folge per Dreier klarmachte. 2003 brauchte Mithat Demirel 4,2 Sekunden, um über das ganze Feld zu rasen und per Korbleger das Pokalfinale gegen Köln zu entscheiden. Noch heute erinnern mittlerweile verwaschene „Ich war dabei“-T-Shirts an das 141:127 nach fünf Verlängerungen gegen Bosna Sarajevo (2007). Durch einen Wurf in letzter Sekunde von Jamel McLean schlug Alba 2014 den NBA-Champion San Antonio Spurs. Und, und, und.

Inspiration durch NBA-Star Klay Thompson

Jetzt gehört wohl auch die Show von Martin Hermannsson vom Dienstag gegen Rytas Vilnius dazu, der Alba bei 21 Punkten Rückstand mit fünf Dreiern und einem Korbleger ohne Fehlversuch in knapp fünf Minuten wachrüttelte und die Partie damit letztlich auch drehte. „Ich hatte mich noch am Morgen mit Peyton Siva über Klay Thompson von den Golden State Warriors unterhalten, der in der Nacht zuvor in der NBA gegen die LA Lakers seine ersten zehn Dreier getroffen hatte“, schmunzelte Hermannsson. „Wir haben darüber geredet, was das für ein Gefühl sein muss und waren uns einig, es am besten erst mal mit Serien von fünf oder sechs Dreiern zu versuchen“. Genau das habe er dann getan, scherzte Albas Isländer, der 1,6 Sekunden vor dem Ende mit drei erfolgreichen Freiwürfen zum 87:85 auch das Happy End sicherte.

Dagegen, „den dritten Versuch daneben zu werfen“, habe er sich bewusst entschieden, erzählt Hermannsson. Sicher wäre den Litauern kaum noch Zeit für einen weiteren Wurf geblieben. Aber unmöglich wäre es nicht gewesen (siehe oben), so seine Überlegung, und bei nur einem Punkt Vorsprung hätte Alba durch einen Glücks-Zweier der Gäste verloren, bei zweien hätte es zumindest Verlängerung gegeben. Gerechnet wurde nicht mehr. Der letzte Versuch der Litauer durch Dennis Seeley war zu weit rechts und zu kurz. Hermannsson durfte sich als Held feiern lassen.