Basketball

"Exzellent gespielt": Alba bejubelt souveränen Pokaleinzug

Überraschend deutlich marschiert Alba in das Pokalfinale. Die Berliner lassen Frankfurt keine Chance.

Frankfurts Tyler Larson (r) und Berlins Stefan Peno kämpfen in der Fraport Arena um den Ball.

Frankfurts Tyler Larson (r) und Berlins Stefan Peno kämpfen in der Fraport Arena um den Ball.

Foto: dpa

Berlin. Es schien, als wollten die Spieler von Alba Berlin die Fraport-Arena gar nicht mehr verlassen. Noch eine Viertelstunde nach Spielende standen sie bei ihren Fans, ließen Selfies machen und sangen mit ihrem Anhang: „Finale, o-ho-ho-ho!“ Zum zwölften Mal steht der Verein im Endspiel um den deutschen Pokal, neun Mal bisher hat er ihn gewonnen. Dass der zehnte Cupsieg hinzukommen könnte, verdanken die Berliner ihrem 105:70 (57:29)-Erfolg bei den Skyliners Frankfurt.

„Es ist extrem geil, jetzt im Finale zu sein. Wir brauchen noch einen Sieg“, sagte der 17-jährige Franz Wagner. Es war ein Pokal-Halbfinale, das bis auf die Anfangsminuten sehr schnell jegliche Spannung vermissen ließ, weil Frankfurt so chancenlos war. „Wir hatten von Anfang bis Ende eine superhohe Intensität“, analysierte Nationalspieler Joshiko Saibou, „und haben die ganze Zeit sehr gut verteidigt.“ Ein Prädikat, das auf der anderen Seite Routinier Quantez Robertson seinem Team nicht geben mochte: „Wir haben in unserer eigenen Halle dem Gegner 105 Punkte gegeben“, ärgerte sich der 34-Jährige, „das heißt, wir haben ohne Defense gespielt.“

Seine Skyliners bekamen es aber auch mit einem Konkurrenten zu tun, der an einem solchen Tag jede Mannschaft vor riesige Probleme stellen würde. Trainer Aito Garcia Reneses wechselte ständig durch, um immer energiegeladene Profis auf dem Feld zu haben. Die verteidigten nicht nur verbissen, sie spielten auch im Angriff sehr gut als Mannschaft zusammen und trafen mit einer Hochprozentigkeit, dass die Hessen jeden Mut verloren. Am Ende der Partie waren es 16 von 26 verwandelte Alba-Dreier, das sind 61 Prozent, eine außergewöhnliche Quote. Ob Kapitän Niels Giffey (drei Treffer bei drei Versuchen), Rokas Giedraitis (5/6), Luke Sikma (2/3), Saibou (3/5) – jeder traf.

Die Gastgeber hielten nur bis zum 10:12 mit. Schon nach dem ersten Viertel lagen sie in der mit 5000 Zuschauern ausverkauften Arena aber 17:27 zurück, in den zweiten zehn Minuten betrug ihr Rückstand bis zu 31 Punkte, im dritten Viertel waren es beim 31:68 schon 37. „Wir haben sehr gut gespielt und uns gut präsentiert“, kommentierte Reneses das Geschehen. Wie groß die Überlegenheit der Gäste war, zeigte sich daran, dass der Spanier seinen Star Sikma nur 16:31 Minuten spielen ließ, acht andere Alba-Profis standen länger auf dem Feld. Wie wertvoll der Amerikaner für sein Team ist, zeigte er jedoch auch in dieser kurzen Zeit: Er kam auf zwölf Punkte, acht Rebounds sowie je vier Ballgewinne und Korbvorlagen. Mehr Punkte sammelten nur Giffey und Giedraitis (je 16).

Weil die Berliner im Viertelfinale bereits Bayern München ausgeschaltet haben und nun diese starke Leistung in Frankfurt folgen ließen, sind sie auch im Endspiel der Favorit, obwohl ihnen das Los eine weitere schwere Reise bescherte. Das Finale findet am 17. Februar statt, Gastgeber ist Brose Bamberg, das sich mit 90:87 (46:50) gegen die Baskets Bonn durchsetzte. „Wir haben jetzt zum dritten Mal Pech mit der Auslosung“, sagte Sportdirektor Himar Ojeda, „doch das hatten wir ja auch mit dem Viertelfinale in München und dem Halbfinale in Frankfurt.“ Gewonnen hat Alba Berlin beide Spiele trotzdem.