Basketball

Alba Berlin ist zu sehr mit sich selbst beschäftigt

Obwohl die Berliner endlich keine Verletzungssorgen mehr haben, enttäuschen sie in Belgrad. Nun droht die dritte Niederlage in Serie.

Alba-Geschäftsführer Marco Baldi ist mit der derzeitige Ausbeute seiner Mannschaft nicht zufrieden.

Alba-Geschäftsführer Marco Baldi ist mit der derzeitige Ausbeute seiner Mannschaft nicht zufrieden.

Foto: Lukas Schulze / dpa

Berlin.  Verloren ist noch nichts für Alba Berlin. Aber der achtmalige deutsche Basketball-Meister hat die Chance verpasst, eine Menge zu gewinnen. Auch Partizan Belgrads junges Team ist in der Findungsphase. Die Serben waren zudem, anders als Alba, mit einer Niederlage in die Top 16 des Eurocups gestartet. Und doch besiegten sie den Gast aus der Bundesliga am Mittwoch ernüchternd eindeutig 78:66 (37:28).

Sonntag geht es gegen Oldenburg

Eine merkwürdige Situation für Alba. Bis auf Spielmacher Peyton Siva sind alle Spieler an Bord. In den Wochen zuvor trumpften die Berliner trotz ihrer personellen Nöte erstaunlich auf, in Europa wie in den nationalen Wettbewerben. Nun verloren sie erst in Braunschweig, am Mittwoch auch in Belgrad. Auf vergleichbare Weise. Der Gegner ging physisch zu Werke, nahm Fouls in Kauf, um den Spielfluss bei Alba schon im Keim zu zerstören. Die Rechnung ging auf. Der nächste Konkurrent Oldenburg (Sonntag, 15 Uhr) wird in eigener Halle nichts anderes versuchen.

„Wir waren von der Härte beeindruckt“, beobachtete Berlins Geschäftsführer Marco Baldi in der heißen Atmosphäre der Aleksandar-Nikolic-Arena. Vor allem jedoch sind die Berliner gerade mit sich selbst beschäftigt, hadern viel, finden nicht in ihren Rhythmus, offensiv wie defensiv. 66 Punkte sind die schlechteste Angriffsleistung in dieser Saison. „Einheit und Geschlossenheit herzustellen, ist gerade schwer“, sagt Baldi. So kurios es klingt: Als weniger Spieler zur Verfügung standen, war es für diese leichter. Auch die Erwartungen waren geringer, wurden aber mit Bravour gemeistert. Jetzt müssen Profis mit verschiedenem Fitness- und Formzustand harmonieren und viel mehr rotieren. Das funktioniert noch nicht.

Alba will trotzdem weiter auf Rotation setzen

Etwas an der Rotation ändern, nur auf die erfahrenen Spieler setzen? Kommt trotzdem nicht in Frage, beharrt Baldi: „Wir gehen unseren Weg weiter. Wir haben ein lernendes Team, das sich weiterentwickelt.“ In dem der 17-jährige Franz Wagner ebenso seinen Teil beitragen muss wie der 29-jährige Luke Sikma. „Das ist ein Entwicklungsprozess“, erklärt Baldi, und die Verantwortlichen bewahren trotz der Rückschläge Geduld. Denn am meisten zu gewinnen gibt es noch immer am Ende der Saison.

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