Basketball

Albas Eigengewächse werden immer mehr zum Faktor

Der vermehrte Einsatzzeit der Talente hilft auch den Topstars. Die Tiefe im Kader macht Alba immer unberechenbarer.

Stefan Peno (l.) ist erst 21 Jahre alt, aber schon wichtig für Alba Berlin.

Stefan Peno (l.) ist erst 21 Jahre alt, aber schon wichtig für Alba Berlin.

Foto: Mohssen Assanimoghaddam / dpa

Berlin.  Nach rund 100 Spielen unter Aito Reneses wird immer weniger überraschend, dass junge Spieler bei Alba ihre Chance bekommen. Aus einfachem Grund: Die Wagners, Mattissecks, Ogbes oder Hundts haben diese Chancen längst genutzt und sind unter Spaniens Trainerlegende unverzichtbarer Teil der Mannschaft geworden.

Beim 83:74 gegen AS Monaco zum Auftakt der Top 16 des Eurocups kamen gerade mal Stefan Peno, Rokas Giedraiti, Luke Sikma und Martin Hermannsson auf Einsatzzeiten von mehr als 20 Minuten. Den Rest erledigten die Youngster, sodass die stärkste Fünf, angeführt von Topscorer Luke Sikma (17 Punkte) den so wichtigen Heimsieg mit vollen Akkus nach Hause spielen konnte.

Bereits in der ersten Halbzeit hatte Reneses alle zwölf Spieler eingesetzt, wobei sein Team während des Spiels nur kurz mit maximal drei Punkten (11:14/7.) zurücklag. Diese Tiefe des Kaders macht Alba immer unberechenbarer – vor allem, wenn man bedenkt, dass Peyton Siva, Kenneth Ogbe und Jonas Mattisseck noch fehlten.

Gleich fünf Auswärtsspiele in Folge stehen nun an

Wenn die Monegassen sich auf Mattisseck (18) nach dessen Pokal-Gala gegen den FC Bayern (15 Punkte, drei Rebounds) vorbereitet haben, haben sie nicht schlecht gestaunt, als sie statt des Helden von München plötzlich Bennet Hundt vor der Nase hatten. Der 20 Jahre alte Spielmacher, der vergangene Saison durch einen Fußbruch zurückgeworfen worden war, hatte in dieser Saison fast nur für Kooperationspartner Bernau gespielt. „Ich bin immer bereit und natürlich froh, dass ich jetzt hier wieder Spielzeit bekomme“, sagte Hundt, der zuvor nur kurz gegen Limoges und Vechta für Alba aufgelaufen war. „Ich bin anfangs immer ein wenig aufgeregt und Monaco hat drei superschnelle Guards, aber ich denke, wir haben in der Verteidigung ganz gut die Kontrolle behalten.“ Hundt spielte 11:26 Minuten, und zwar stocksolide, worüber sich Marco Baldi besonders freute. Dem Geschäftsführer ist „wichtig, dass alle Spieler, die aus unserem Programm kommen, immer wieder auf höchstem Niveau gefordert werden und das Gefühl dafür behalten, im Training, aber auch in den Spielen“.

Wozu sich in den kommenden Wochen ausreichend Gelegenheit bietet. „Der Januar wird haarig“, weiß Baldi, denn Hundt kann sich schon an diesem Sonnabend in Braunschweig (18 Uhr, Telekomsport) beim ersten von fünf Auswärtsspielen erneut beweisen. Danach reist Alba nach Belgrad (9.1.), Oldenburg (13.1.), Vilnius (16.1.) und zum DBB-Pokalhalbfinale in Frankfurt (20.1.). Baldi weiß: Von Franz Wagner (17) bis Luke Sikma (29) – alle werden gebraucht, denn alle machen sein Team derzeit stark.