Halbfinale erreicht

Alba siegt in Pokal-Thriller gegen Bayern München

In einem packenden Match machte Alba-Jungstar Jonas Mattiseck mit fünf Dreiern in der Schlussphase den Unterschied.

Landry Nnoko im Zweikampf mit Leon Radosevic

Landry Nnoko im Zweikampf mit Leon Radosevic

Foto: Angelika Warmuth/dpa

Alba Berlin hat ein Türchen aufgemacht, nicht im Adventskalender, sondern im Münchner Audi-Dome. Hinter dem Türchen, wahrscheinlich eher ein weit offenes Scheunentor, könnte der zehnte Basketball-Pokalsieg der Vereinsgeschichte stecken, denn die Berliner gewannen im Cup-Viertelfinale beim großen Favoriten, dem FC Bayern, mit 78:70 (41:40) und räumten damit den ganz großen Konkurrenten auf den Titel aus dem Weg. Im Halbfinale müssen sie allerdings jetzt in Frankfurt antreten. Typisch Alba: Erfolgreichster Berliner Werfer war der 18-jährige Jonas Mattisseck mit 15 Punkten. „Ich habe das Glück, dass ich so jung und trotzdem in der Mannschaft so aufgenommen werde“, strahlte Berlins Youngster, der fünf seiner sechs Dreier traf.

Es war die erste Niederlage der Münchner gegen die nationale Konkurrenz in dieser Saison, und sicherlich fehlte es ihnen im vierten Spiel in acht Tagen auch an Frische. Aber es ist wohl auch unstrittig, dass kaum ein anderes deutsches Team daraus hätte Kapital schlagen können. Die Berliner spielten extrem risikoreich, um der größeren individuellen Qualität der Bayern Paroli zu bieten, wurden dafür allerdings erst Ende des dritten Viertels belohnt, als sie die Führung nicht mehr abgaben.

Also, ob auf spanisch, englisch, isländisch oder litauisch: „Feliz Navidad“, „Merry Christmas“, „Gledileg Jol“ oder „Linksmy Kadely“, Alba! Dass Berlins Mannschaft des Jahres schon längst in weihnachtlicher Hochstimmung ist, hat sie als Männerchor in den sozialen Medien schon in den vergangenen Tagen gezeigt. Ihre Versionen von „Jingle Bells“ und „Oh, Tannenbaum“ sind schon jetzt Legende. Nach diesem Sieg in München umso mehr.

Im Halbfinale trifft Alba nun auswärts auf die Skyliners aus Frankfurt. Das ergab die Auslosung am Abend. Brose Bamberg muss im zweiten Spiel vor heimischer Kulisse gegen die Telekom Baskets Bonn antreten. Die Partien finden jeweils am 20. Januar statt. Das Finale wird in dieser Saison nicht mehr als Top Four an einem Wochenende gespielt und findet am 17. Februar statt.

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