Basketball

Alba hat Rhythmusstörungen

Das 82:92 gegen Krasnodar war Albas zweite Pleite in Folge. Doch im Eurocup warten in den Top 16 attraktive Gegner.

Gesprächsbedarf: Trainer Aito Garcia Reneses (M.) stimmt seine Spieler ein. Im Moment scheint das besonders nötig zu sein.

Gesprächsbedarf: Trainer Aito Garcia Reneses (M.) stimmt seine Spieler ein. Im Moment scheint das besonders nötig zu sein.

Foto: Arne Immanuel Bänsch / dpa

Berlin.  Es ist ja eigentlich das, was sich eine Mannschaft wünscht: dass die Verletzten zurückkehren. Dass neue, starke Spieler verpflichtet werden. Insofern sieht es bei Alba Berlin derzeit sehr positiv aus. Spielmacher Peyton Siva hat seinen Rippenbruch auskuriert, Joshiko Saibou seine Dauerentzündung im Fuß. Auch mit Martin Hermannsson wird nach seiner Bänderverletzung am Fuß bald wieder zu rechnen sein. Dazu wurde mit Landry Nnoko ein Center verpflichtet, wie ihn der achtmalige deutsche Basketball-Meister noch nicht hatte. Trotzdem verloren die Berliner im Eurocup gegen Kuban Krasnodar am Mittwochabend 82:92. Die zweite Niederlage in Folge. Die Mannschaft wirkte phasenweise, als hätte sie Schwierigkeiten, in ihren Rhythmus zu finden.

Platz zwei in der Gruppe hat auch Vorteile

Marco Baldi hatte dafür eine Erklärung. „Unsere Kompaktheit ist verloren gegangen“, sagte der Alba-Geschäftsführer. Dinge, die mit dezimiertem Kader fast schon automatisiert waren, müssen neu sortiert werden. „Viele sind noch zu sehr mit sich selbst beschäftigt.“ Auch die herausragende Vorstellung, die Nnoko bei der 81:83-Niederlage in München gezeigt hatte, ließ sich nicht einfach so wiederholen. „Wir haben einen neuen Spieler, das hat man heute gesehen“, sagte Trainer Aito Garcia Reneses, „es lag aber nicht nur an ihm, auch an der Mannschaft.“ Alles muss sich erst finden, bevor die Kontinuität zurück ist, der Spielrhythmus.

Die Russen dagegen wirkten sehr abgeklärt, eingespielt, klar. „Sie haben sehr gut gespielt“, lobte der Spanier Reneses, „sie haben gut unter den Korb gepasst, gut von dort wieder nach außen.“ Die Mischung stimmte, folglich auch das Resultat zugunsten Krasnodars. Der Eurocup-Favorit zieht so als Gruppenerster in die Top 16 ein, Alba als Zweiter. Und darüber war Baldi nicht einmal ganz so unglücklich, auch wenn nun etwas schwierigere Kontrahenten warten.

Ulm und Frankfurt bleiben Alba erspart

„Das hört sich schon besser an, mehr nach Eurocup“, sagte er. Am 3. Januar empfangen die Berliner zunächst AS Monaco in der Mercedes-Benz Arena, einen finanzkräftigen und mit den zwei Ex-Alba-Spielern Elmedin Kikanovic und Gerald Robinson gespickten Kontrahenten. Die weiteren Gegner sind Partizan Belgrad und Rytas Vilnius. Partizan ist vielmaliger jugoslawischer, danach serbischer und Adrialiga-Champion, ein Europaliga- und Korac-Cup-Gewinner vergangener Zeiten, der die meisten der vergangenen 20 Jahre in der Euroleague antrat. Tradition pur. Nicht minder populär ist der fünfmalige litauische Meister Vilnius, der außerdem schon zweimal (2005 und 2009) den Eurocup gewonnen hat. Die zweite Kraft des basketball-verrückten Landes nach Zalgiris Kaunas.

Hätte Alba gegen Krasnodar gewonnen, wären unter anderem Ratiopharm Ulm und die Skyliners Frankfurt in ihrer Gruppe aufgetaucht. So angenehm das für die Reisekosten sein mag, so sehr es auch die Reisestrapazen verringert: Einen internationalen Geschmack hat es eher nicht. Und das Gute auch an der jetzigen Gruppe ist: Einer der beiden ersten Ränge, der den Einzug ins Viertelfinale bedeutet, ist erreichbar. „Das kann man schaffen, und das wollen wir auch“, sagte Baldi. Bis dahin wird die Mannschaft sich, sofern sie von weiteren Verletzungen verschont bleibt, auch wieder besser eingespielt haben. Reneses sagte sogar, vorausblickend auf das Pokalspiel am Sonntag in München: „Am wichtigsten ist, dass wir unseren Rhythmus in ein paar Monaten haben.“ Dann, wenn es in Bundesliga und Eurocup um Titel gehen könnte.