Basketball

Alba fehlen Glück und Cleverness

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Landry Nnoko (l.) kam bei seinem Debüt im Alba-Trikot gleich auf zwölf Punkte und 13 Rebounds

Landry Nnoko (l.) kam bei seinem Debüt im Alba-Trikot gleich auf zwölf Punkte und 13 Rebounds

Foto: Tilo Wiedensohler / imago/Camera 4

Basketball-Meister Bayern München gewinnt Spitzenspiel glücklich mit 83:81 gegen Alba. Nnoko feiert starkes Debüt bei den Berlinern.

München/Berlin.  Uli Hoeneß schüttelte jedem Spieler einzeln die Hand, so sehr freute sich der Präsident des FC Bayern München. Wenigstens die Basketballprofis treten mit der Souveränität auf, die er sich bestimmt auch von einer anderen Abteilung des Klubs wünschen würde. Zumindest, was das nackte Ergebnis angeht. 83:81 (45:41) gewann der deutsche Meister und unbesiegte Tabellenführer gegen seinen ärgsten Herausforderer Alba Berlin. Doch sicher war eine Portion Erleichterung dabei. Denn den letzten Wurf hatten vor 6500 Zuschauern im nahezu ausverkauften Audi Dome die Berliner. Alba-Kapitän Niels Giffey traf aus großer Entfernung nur den Ring. Ein paar Zentimeter weiter, und die Gäste hätten gejubelt.

Williams dreht im dritten Viertel auf

„Das war Pech, wir sind lange Zeit einem Rückstand hinterhergerannt, haben es aber noch mal knapp gemacht“, sagte Nationalcenter Johannes Thiemann, „wir hatten die Chance zu gewinnen.“ Wenn nicht das schwache dritte Viertel gewesen wäre, in dem seinem Team allein sieben Ballverluste unterliefen, insgesamt waren es 18 – zu viele. Und in dem der Bayern-Star Derrick Williams zu NBA-Form auflief, 14 seiner 26 Punkte erzielte. Aus einem 47:48 machten die Münchner in wenigen Minuten ein 65:53. Das war eine zu schwere Hypothek für Alba.

Aber aufgeben kennt die Mannschaft von Trainer Aito Garcia Reneses bekanntlich nicht, und so steckte sie diesen Rückschlag weg. Rokas Giedraitis war mit 22 Punkten ihr Bester, Luke Sikma kam auf zwölf Punkte. Ein glänzendes Debüt feierte dabei Landry Nnoko, der Center aus Kamerun, der in seinem ersten Spiel für die Berliner ebenfalls zwölf Zähler und 13 Rebounds sammelte. Er ist eine Macht unter den Körben, an die sich die Bayern noch gewöhnen müssen. 40:22 lautete das Reboundverhältnis zugunsten Albas, sechs Mal blockten Berliner die Würfe der Bayern weg. Trotzdem siegten die Gastgeber.

Thiemann ärgert sich über Schwächephase

„Man hat gesehen: Wir sind dran“, sagte Geschäftsführer Marco Baldi, „phasenweise fehlte uns nur ein bisschen die Entschlossenheit. Da hatten wir auch zu viel Respekt.“ An den vielen Ballverlusten (München nur zehn) wollte er die Niederlage nicht festmachen. „Risiko gehört zu unserem Spiel dazu. Wir müssen mutig sein.“

Der Titelverteidiger wirkte reifer, routinierter, cleverer. Und hatte gerade in der ersten Hälfte traumhafte Trefferquoten. Alba hatte viel öfter den Ball, vergab aber zu viele Gelegenheiten. Und dann kam auch noch das dritte Viertel. „So etwas darf nicht passieren, gegen eine Mannschaft wie die Bayern darf man sich keine Schwächephase leisten“, erkannte Thiemann, „das müssen wir in einer Woche besser machen.“ Am nächsten Sonntag treffen beide Mannschaften im Pokal-Viertelfinale an selber Stätte erneut aufeinander. Mal sehen, ob Hoeneß dann wieder Hände schüttelt.

( diw )