Basketball-Nationalmannschaft

Rödl denkt schon an WM - Jahres-Abschluss gegen Estland

Im abschließenden Länderspiel des Jahres treffen die deutschen Basketballer auf Estland. Ein Sieg in der WM-Qualifikation ist Pflicht. Auf dem Weg zur Endrunde 2019 in China denkt Bundestrainer Henrik Rödl vor dem Duell in Ludwigsburg aber schon weiter.

Nationaltrainer Henrik Rödl gibt seiner Mannschaft Anweisungen.

Nationaltrainer Henrik Rödl gibt seiner Mannschaft Anweisungen.

Foto: dpa

Ludwigsburg. Bis zum Auftakt der Basketball-WM sind es zwar noch knapp neun Monate, trotzdem denkt Bundestrainer Henrik Rödl schon jetzt voller Vorfreude an das Highlight 2019.

"Wir können das Turnier mit sehr breiter Brust angehen", sagt Rödl. "Ich glaube, wir haben einen Kader, der das hergibt und Spieler, die in den besten Ligen der Welt spielen und immer besser werden."

Früher als erhofft hat sich die Nationalmannschaft das Ticket nach China gesichert. Im letzten Länderspiel des Jahres am Montag (20.00 Uhr) in Ludwigsburg gegen Estland soll im zehnten Qualifikationsspiel der neunte Sieg her. "Die Heimspiele sind natürlich immer das i-Tüpfelchen", sagte der 49 Jahre alte Rödl. "Es macht Spaß und mich sehr stolz, Trainer dieser Mannschaft sein zu dürfen."

Seit der Europameister von 1993 das Team nach der EM 2017 übernahm, geht es weiter kontinuierlich bergauf. Daran konnte auch Rödls erste Niederlage in einem Pflichtspiel am Freitag in Griechenland (84:92) nichts ändern. Deutschland verlor zwar Platz eins in der Gruppe L an die weiter ungeschlagenen Griechen, hat aber bei drei ausstehenden Begegnungen noch alle Chancen auf die Spitzenposition. Rang eins verspricht bei der Auslosung für die WM vom 31. August bis 15. September die vermeintlich leichtesten Gegner. Die Esten sind mit nur zwei Siegen und sieben Niederlagen Letzter.

Da die Qualifikation seit vergangenem Jahr auch wieder während der laufenden Saison gespielt wird, fehlen zwar die NBA-Profis um Dennis Schröder, Maximilian Kleber und Daniel Theis, doch Rödl will diese Situation nutzen. "Das ist ja das, was unsere Qualität im Moment ausmacht, dass wir viele spannende junge Spieler haben", sagte Rödl, der als Aktiver bei der WM 2002 mit der DBB-Auswahl Bronze gewann.

An eine WM-Medaille zu denken, wäre verwegen und verfrüht, doch Rödl weiß um das enorme Potenzial seiner jungen Mannschaft. "Ich will jedes Spiel gewinnen. Wie weit es uns trägt, das werden wir sehen", sagte Rödl, der sich auf den Auftritt in Ludwigsburg freut. Es sei für ihn "immer ein besonderer Ort gewesen, einer der Traditionsorte, an denen ich selber viel Basketball gespielt und erlebt habe".

In der Vorbereitung auf die Endrunde sollen weitere Schritte nach vorne gemacht werden, ohne Estland dabei zu unterschätzen. Es sei "keine ganz einfache Aufgabe, weil die Esten mit all ihren besten Leuten kommen werden", sagte der Bundestrainer und ergänzte mit Blick auf sein Team: "Jedes Spiel hilft der Mannschaft, weiter zusammenzuwachsen. Pflichtspiele, die man immer gewinnen will, sind immer Prüfsteine, bei der man die Mannschaft weiterbringen will."

Allerdings muss er auf zwei Leistungsträger verzichten. Kapitän Robin Benzing, gegen Griechenland mit 27 Punkten Topscorer, und Center Maik Zirbes, mussten aufgrund von Verpflichtungen bei ihren jeweiligen Clubs bereits abreisen. Youngster Kostja Mushidi ist zudem angeschlagen und kann nicht spielen. Dafür rücken Sid-Marlon Theis (Science City Jena) und der nachnominierte David Krämer (ratiopharm Ulm) in den Kader und haben die Chance auf ihre ersten Einsätze.

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