Basketball

Chapman macht in Würzburg sein Abschiedsspiel für Alba

Center Clint Chapman wird Alba Berlin nach zwei Monaten wieder verlassen. Die Verhandlungen über ein Bleiben waren „kompliziert“

Albas Clint Chapman (r.) im Duell mit Bambergs Cliff Alexander

Albas Clint Chapman (r.) im Duell mit Bambergs Cliff Alexander

Foto: Annegret Hilse / dpa

Dietmar Wenck

Berlin – Am vergangenen Mittwoch im Eurocup-Spiel hat Clint Chapman noch einmal gezeigt, wie sehr er der Mannschaft von Alba Berlin helfen kann. 15 Punkte und neun Rebounds steuerte der Basketballprofi aus den USA zum 84:76-Erfolg gegen Limoges CSP bei. Doch tags darauf lief sein Vertrag beim achtmaligen deutschen Meister aus. Aber die Fans waren sich sicher: Einen solchen Spieler wird Alba in jedem Fall behalten. Und er werde an diesem Sonnabend (20.30 Uhr, Telekomsport) im Bundesligaspiel in Würzburg bestimmt dabei sein. Das wird er auch, wie der Klub am Freitag verkündete. Und doch wird er danach nicht mehr für die Berliner spielen.

Ojeda nennt Verhandlungen „kompliziert“

Die Verhandlungen hätten sich schwierig gestaltet, „sehr kompliziert“, wie Sportdirektor Himar Ojeda sagte. Vermutlich wurden sich beide Seiten finanziell nicht einig oder über die Rolle, die Chapman hätte spielen können. In einer Mitteilung Albas wird Ojeda so zitiert: „Wir danken Clint für seine Zeit in Berlin. Er hat sich sehr schnell in das Team eingefügt und war in den letzten Wochen eine große Hilfe für uns. Wir wünschen ihm viel Erfolg

Chapman hatte in Berlin Ende September einen Zwei-Monats-Vertrag unterzeichnet. Albas Starting Center Dennis Clifford konnte wegen einer Knieverletzung nicht eingesetzt werden, der letztjährige Meisterschaftsfinalist brauchte dringend eine Hilfe. Es wurde anfangs belächelt, als Ojeda den 29-jährigen Chapman präsentierte. Denn der Mann aus Oregon hatte die Jahre zuvor in der japanischen Liga verbracht, wo sich nicht gerade die Stars der Szene tummeln. Jedenfalls war der europäische Basketball, gerade auf dem nun von ihm geforderten Niveau, für ihn fremd.

19 Punkte und sechs Rebounds gegen Bursa

Doch sehr schnell zeigte Chapman, dass er lernfähig ist und zumindest in der Offensive ein wertvoller Bestandteil der Mannschaft sein kann. In der Bundesliga debütierte er gegen Jena mit fünf Punkten und fünf Rebounds noch verhalten. Drei Tage später am 2. Oktober im Eurocup gegen Tofas Bursa steuerte er bereits 19 Punkte und sechs Rebounds bei. Und da sich mit Johannes Thiemann noch ein zweiter Alba-Center verletzte, war Clint Chapman plötzlich unverzichtbar.

Seine durchschnittlichen statistischen Werte lagen in der Bundesliga bei acht Punkten und vier Rebounds sowie einem Effektivitätswert, der alle Spielkomponenten addiert, von zehn. Im Eurocup (10/4,8/10,9) sind die Werte des 2,08 Meter großen Centers noch besser. Insgesamt absolvierte Chapman in den zwei Monaten 16 Spiele für das Team und enttäuschte selten. In der Mannschaft ist er ebenso beliebt wie bei den Fans. Cheftrainer Aito Reneses hatte schon vor Wochen gesagt, dass er sich gut vorstellen könne, „dass Clint länger bei uns bleibt als die zwei Monate“. Und auch der Spieler selbst hatte immer wieder betont, wie wohl er sich im Team, mit den Fans und in der Mercedes-Benz Arena fühle: „Ich würde sehr gern länger hierbleiben.“ Er hatte bestimmt nicht gemeint: zwei Tage länger.

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