Eurocup

Alba begeistert gegen Limoges

Alba schlägt Limoges mit 84:76. Doch die Personalie Jordan Crawford gibt Rätsel auf. Der US-Amerikaner bestand den Medizincheck nicht.

Jordan Crawford (l.) wird nicht für Alba Berlin auf Korbjagd gehen

Jordan Crawford (l.) wird nicht für Alba Berlin auf Korbjagd gehen

Foto: Cj Gunther / dpa

Berlin.  Am Mittwochvormittag herrschte ernüchternde Gewissheit bei Alba Berlin: Die Mannschaft des Basketball-Bundesligisten muss ohne Verstärkung klarkommen. Da teilte der Verein in dürren Worten mit, was sich schon tags zuvor angedeutet hatte: „Der geplante Wechsel von Jordan Crawford kommt nicht zustande: Der US-Guard hat den obligatorischen Medizincheck nicht bestanden und wird deshalb nicht Spieler von Alba Berlin.“

Am Abend allerdings überwog wieder die Freude. Im Eurocup gewann die Mannschaft von Trainer Aito Reneses auch dezimiert nach einer begeisternden zweiten Halbzeit 84:76 (34:44) gegen Limoges CSP. Für die Top 16 des Wettbewerbs waren die Berliner vorher bereits qualifiziert.

Enttäuschung herrschte nur wegen der Personalie Crawford. Weil der 30-Jährige, der 294 Spiele in der NBA bestritten hat und dabei einen Punktedurchschnitt von zwölf Punkten erzielte, an der gesundheitlichen Überprüfung scheiterte, ist auch sein Vertrag ungültig. Crawford hatte für einen Monat unterschrieben.

Ersatz wird es nun nicht geben

Alba nimmt jetzt Abstand von dem Gedanken, für die spielunfähigen Peyton Siva (Rippenbruch), Martin Hermannsson (Bänderriss am Sprunggelenk) und Joshiko Saibou (Knochenödem am Fuß) einen Ersatz zu verpflichten. „Wir haben es nicht mehr vor in diesem Moment“, kommentierte Sportdirektor Himar Ojeda, „die Idee war, dass uns heute gegen Limoges und Sonnabend in Würzburg jemand helfen sollte.“ Kenneth Ogbe kam gegen die Franzosen schon wieder zum Einsatz. Der 24-Jährige hatte eine Woche zuvor eine Gehirnerschütterung erlitten.

Welche Probleme bei Crawfords Untersuchungen im Unfallkrankenhaus Marzahn aufgetreten waren, mochte der Verein nicht öffentlich machen. Kommunikationschef Justus Strauven verwies auf die „ärztliche Schweigepflicht“. Rätselhaft bleibt die Sache in jedem Fall, es kommt sehr selten vor, dass bei Alba Spieler durch den Medizincheck fallen. Zuletzt war dies im Februar 2009 der Fall. Trainer Luka Pavicevic wollte damals für den verletzten Center Patrick Femerling den Nigerianer Kenny Adeleke haben. Bei ihm wurde ein Problem an der Achillessehne festgestellt.

Nun hofft Alba, dass sich in der anstehenden Länderspielpause (bis 7. Dezember) weitere der Verletzten zurückmelden. Jordan Crawford hat sich von Alba via Twitter verabschiedet. Da bedankt er sich für die Begeisterung, mit der er in Berlin empfangen worden sei. „Ich male mir aus, wie viel Spaß wir gehabt hätten“, schreibt er, „viel Glück für den Rest der Saison.“ Am Abend brauchte das Team weniger Glück. Es kämpfte sich zum Sieg.

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