Basketball

Wenn Aito Fahrt aufnimmt

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Dietmar Wenck
Applaus für seine Jungs: Alba-Trainer Aito Reneses lässt keine Kritik an seiner arg dezimierten Mannschaft zu

Applaus für seine Jungs: Alba-Trainer Aito Reneses lässt keine Kritik an seiner arg dezimierten Mannschaft zu

Foto: Matthias Balk / dpa

Alba Berlins Trainer Aito Reneses verteidigt nach der Niederlage gegen Zagreb sein dezimiertes, aber noch sehr junges Team.

Berlin.  Aito Reneses ist unter anderem dafür bekannt, dass er immer die Ruhe bewahrt. Doch auf die Frage nach den vielen Punkten, die seine Mannschaft von Alba Berlin in der ersten Halbzeit der mit 102:109 (38:61) verlorenen Partie gegen Cedevita Zagreb kassiert hatte, nahm der 71 Jahre alte Spanier richtig Fahrt auf. In einer energischen Verteidigungsrede stellte er sich vor sein junges Team, verwies auf die vielen Rückschläge und Verletzungen und bedankte sich lieber bei den Fans: „Sie verstehen, welche Probleme wir haben und unterstützen uns.“

Es wird immer noch ein bisschen schlimmer

Natürlich, seine Sorgen sind nur zu verständlich. „Wenn du denkst, es kann nicht mehr schlimmer werden, wird es immer noch schlimmer“, klagte Aito. Mit Peyton Siva, Martin Hermannsson und Joshiko Saibou fehlten ihm schon vor dem Match drei von vier Stammspielern auf der so genannten Position des Point Guards. Dann sagte der 20-jährige Bennet Hundt mit Fieber ab, Kenneth Ogbe erlitt schon in der ersten Halbzeit beim Zusammenstoß mit einem Kroaten eine Gehirnerschütterung. Blieben als Aufbauspieler nur noch Stefan Peno (21), Jonas Mattisseck (18) und Franz Wagner (17). Die beiden Letztgenannten sind Doppel-Lizenzler, die eigentlich vor allem beim Kooperationspartner Lok Bernau in der dritten Liga lernen sollen. Nun müssen sie Alba national und im Eurocup am Leben halten.

„Es wäre unfair, ihnen die Verantwortung für das Team aufzuladen – sie sind noch nicht so weit“, übt sich auch Sportdirektor Himar Ojeda in Welpenschutz. „Natürlich haben wir schlechte erste zwanzig Minuten gespielt, aber das war ein mentales Problem. Jeder war mit dem Gedanken beschäftigt: Wie sollen wir nur unsere Probleme lösen?“ Das müsse raus aus den Köpfen.

18-jähriger Mattisseck freut sich auf Tyrese Rice

Bei Stefan Peno ist dieser Prozess offenbar schon voll im Gange. Bereits in Vechta bei der ersten Bundesliga-Pleite vier Tage zuvor war sein Team sehr schwach gestartet. „Das sollten wir jetzt gelernt haben“, sagte der junge Serbe, „dass wir von Anfang an mit hundert Prozent dabei sein müssen. Und dann warten wir mal ab, wie es dann ausgeht.“ Jonas Mattisseck sieht das ganz ähnlich: „Wir müssen aus diesen Niederlagen lernen.“

Das Positive ist: Sie bleiben bisher unerschütterlich. Am Sonntag (15 Uhr, Mercedes-Benz Arena) wartet mit Brose Bamberg die nächste schwere Aufgabe. „Ich kann es kaum erwarten“, sagte Peno. „Natürlich ist das eine Herausforderung“, gibt Mattisseck zu. Sein Gegenspieler wird Tyrese Rice sein, der schon EuroLeague und Eurocup gewonnen hat und dabei jeweils wertvollster Spieler (MVP) wurde. „Aber ich habe ja die volle Unterstützung des Teams, alle helfen, das macht es mir mega-leicht.“ Und im Notfall, da kann er sicher sein, wird sich auch Aito Reneses vor ihn stellen.