Basketball

Alba hat ein mentales Problem - Ogbe fällt aus

Die Personallage bereitet dem Team von Trainer Aito mehr Probleme als erwartet. Und jetzt droht auch noch der nächste Ausfall.

Berlins Johannes Thiemann am Korb.

Berlins Johannes Thiemann am Korb.

Foto: dpa

Ein wenig Ratlosigkeit herrschte bei ALBA Berlin nach der 102:109-Heimpleite im Eurocup gegen Cedevita schon. Vor allem in der ersten Halbzeit waren die Berliner erschreckend schwach, «da waren wir wirklich sehr schlecht», gestand Sportdirektor Himar Ojeda. Durch die Heimniederlage von Limoges gegen Krasnodar ist ALBA trotz der Pleite aber einer der ersten vier Plätze der Gruppe B, die zum Weiterkommen berechtigen, nicht mehr zu nehmen. Freude wollte deshalb aber nicht aufkommen.

«Es ist sehr schwierig, wenn ein paar Sachen gegen einen laufen», fand Nationalspieler Johannes Thiemann. Das galt gegen Zagreb auch für das Schiedsrichter-Trio, das viele fragwürdige Entscheidungen traf. ALBA, das fairste Team der Basketball-Bundesliga (im Schnitt 17,7 Fouls pro Spiel) verlor mit Clint Chapman, Luke Sikma, Jonas Mattisseck, Rokas Giedraitis und Thiemann fünf Spieler vorzeitig durch Fouls. «Am Ende hätten wir keinen mehr einwechseln können. Das habe ich auch noch nicht erlebt», gestand Thiemann.

Den Ausfall der drei verletzten Guards Peyton Siva, Martin Hermannsson und Joshiko Saibou kann das Team momentan nicht kompensieren, die Automatismen und die Selbstverständlichkeit sind verloren gegangen. «Die Spieler müssen nun andere Positionen spielen. Und plötzlich steht dein Mitspieler eben nicht mehr dort, wo er normalerweise stehen würde», versuchte Trainer Aito Garcia Reneses das Dilemma zu erklären.

«Das hat auch einen mentalen Effekt. Mehr als wir erwartet haben», glaubte Ojeda. Das Team wirkt derzeit verunsichert. Junge Spieler müssen mehr Verantwortung tragen. «Aber wir können die Jungen dafür nicht verantwortlich machen, das Level im Team zu halten. Dafür sind sie noch nicht bereit. Der Druck ist einfach zu groß», meinte Ojeda.

Kenneth Ogbe zieht sich Gehirnerschütterung zu

Eine Entspannung der Personallage ist kurzfristig nicht in Sicht. Denn neben dem verletzten Trio kamen am Mittwoch noch weitere Ausfälle hinzu. Bennet Hundt fiel mit einem Infekt aus, Kenneth Ogbe schlug mit dem Hinterkopf hart auf den Boden auf. Der 23-Jährige wurde noch während des Spiels ins Unfall-Krankenhaus Marzahn eingeliefert, in dem eine Gehirnerschütterung diagnostiziert wurde. Sein Einsatz in den kommenden Spielen sei fraglich, hieß es in einer Vereins-Mitteilung.

Noch kurzfristig einen Spieler für die Guard-Position zu holen, bleibt für ALBA deshalb eine Option. «Aber er muss schell die Dinge lernen, die wir erwarten. Und er muss sofort helfen können. Und den zu finden, ist sehr schwierig», gab Ojeda zu bedenken. Bis zur Länderspielpause muss ALBA noch drei Spiele überstehen.

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