Albas Gegner

Obradovics Wettrüsten für den Eurocup-Titel

EIgentlich hat Berlin bei Lok Kuban Krasnodar keine Chance. Denn Russen sollen mit den Millionen von der Bahn unbedingt den Titel holen.

Joshiko Saibou (M.) verlor im Vorjahr beide Spiele gegen Lok Kuban. Und die Russen haben seither weiter ausgerüstet.

Joshiko Saibou (M.) verlor im Vorjahr beide Spiele gegen Lok Kuban. Und die Russen haben seither weiter ausgerüstet.

Foto: BEAUTIFUL SPORTS/Daniel Lakomski / picture alliance / Beautiful Sports

Albas Basketballteam ist nun seit 1990 ununterbrochen in Europa unterwegs, da trifft man schon mal auf alte Bekannte. Wie am Mittwoch, wenn die Berliner im Eurocup wie im Vorjahr bei Lokomotiv Kuban antreten (18 Uhr, Telekomsport). Das russische Team wird vom früheren Alba-Profi Sasa Obradovic trainiert, der einst als Spieler und als Trainer zu Albas Erfolgen beitrug. Abseits des immer noch herzlichen Verhältnisses wissen alle, dass es ein schwerer Gang wird. Lokomotive ist der klare Favorit, nicht nur im Duell gegen Alba, sondern auf den Titel insgesamt.

Zumal die Berliner ohne Peyton Siva antreten müssen, der sich zuletzt eine Rippe brach und noch längere Zeit ausfallen wird. „Ich habe das Spiel gesehen und das war wirklich großes Pech. Siva spielte zuletzt auf Topniveau und war für die Mannschaft sehr wichtig“, erzählt Obradovic. Er habe aber auch gesehen, dass Alba dennoch gewonnen hat, erzählt der Mann, der Alba zwischen 2012 und 2016 zu drei Pokalsiegen führte. „Die Mannschaft folgte weiter ihrer Spielidee“, so Obradovic weiter. Alba spiele guten Basketball, die Handschrift seines Gegenübers Aito Reneses sei stets zu erkennen. Sein Team müsse daher „das Tempo kontrollieren und Alba nicht ins Laufen kommen lassen“. Schließlich gehe „es um Platz eins“, sagt Obradovic, dessen Team als einziges im Eurocup ungeschlagen ist. Alba ist mit 3:1 Siegen erster Verfolger in Gruppe B.

Vorige Saison zog Obradovic mit Lokomotive mit der Fabel-Bilanz von 20:0 Siegen ins Finale des Eurocups ein, wo ihm dann Darüssafaka Istanbul (und dessen Mithat Demirel) den Titel wegschnappte. „Eine solche Serie war unserem Klub zuvor noch nie gelungen und die Enttäuschung, am Ende mit leeren Händen da zu stehen, war riesengroß. In dieser Saison sind wir angetreten, um es besser zu machen.“

Ein Ziel, das erneut Siege gegen Alba zur Pflicht macht, wie in der letzten Saison, in der die Berliner zu Hause 84:89 und in Krasnodar mit 59:75 verloren. Schon damals gehörte der Klub aus dem Süden Russlands dank der Millionen der russischen Eisenbahn beim Budget zu den Top 10 in Europa. Vor dieser Saison sei der Etat noch mal erhöht worden, der Abstand zu den Moskauer Klubs ZSKA und Khimki aber weiter enorm, erzählt Obradovic. Sein Team wurde dennoch auf nahezu allen Positionen verändert und verstärkt, unter anderem mit Albas ehemaligem Center Jamel McLean, der 2015 unter Obradovic in Berlin „wertvollster Spieler“ der Bundesliga (MVP) geworden war und dem letztjährigen Bamberger Topscorer Dorell Wright.

Lok Kubans „Spieler sind gut, groß und stark“, weiß Albas spanischer Coach Reneses, dem neben Siva auch die verletzten Dennis Clifford und Joshiko Saibou fehlen werden. Sein Team und er werden versuchen, die denkbar „schlechten Umstände“, unter denen Alba nach Russland gereist sei, 40 Minuten lang „auszublenden“.