Basketball

Alba in Europa: Her mit den Millionen

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Dietmar Wenck
Joshiko Saibou (l.) geht mit Alba Berlin in seine zweite Eurocup-Saison. Diesmal soll mehr dabei herauskommen als der Einzug in die Top 16

Joshiko Saibou (l.) geht mit Alba Berlin in seine zweite Eurocup-Saison. Diesmal soll mehr dabei herauskommen als der Einzug in die Top 16

Foto: Arne Immanuel Bänsch / dpa

Alba Berlin und acht weitere deutsche Klubs starten im Europapokal. Das große Geld zu verdienen gibt es aber nur in der Euroleague.

Berlin.  Die Kommentare klingen alle ähnlich. „Etwas mehr erreichen als vergangene Saison“ will Alba Berlins Trainer Aito Reneses im Eurocup, der für ihn und seine Mannschaft an diesem Dienstag (20 Uhr, Mercedes-Benz Arena) gegen den türkischen Meisterschaftszweiten Tofas Bursa beginnt. Kapitän Niels Giffey hofft auf „einen Schritt vorwärts in Europa“. Geschäftsführer Marco Baldi wünscht sich das auch, warnt aber vor dem „schwierigen Wettbewerb: Die ganz glanzvollen Namen sind nicht da. Hohe Qualität allerdings schon.“

In der Euroleague gibt es 40.000 Euro pro Sieg

Der Eurocup ist in dem kontinentalen Basketball-Wirrwarr hinter der Euroleague, aber vor der Fiba-Champions-League und erst recht vor dem Fiba-Europe-Cup der am zweitbesten besetzte Wettbewerb. Rund die Hälfte der 24 teilnehmenden Klubs hat in der jüngeren Vergangenheit in der Königsklasse gespielt und möchte gern dahin zurück. Dort gibt es viel Geld zu verdienen. Nicht nur, dass der Gewinner der Euroleague eine Million Euro Prämie erhält und der Vierte noch 200.000. Für jedes gewonnene Gruppenspiel schüttet die Liga 40.000 Dollar aus – bei 30 Partien der 16 Klubs kommt für die Topteams also beinahe eine weitere Million heraus. Dazu gibt es für Mannschaften wie Real Madrid, Fenerbahce Istanbul oder ZSKA Moskau siebenstellige Summen, die von der Euroleague durch TV und Marketing erlöst werden. Als Meister vertritt hier Bayern München die deutschen Farben.

Von solchen Summen kann Alba, wie Ratiopharm Ulm und die Frankfurt Skyliners eine Klasse tiefer im Einsatz, derzeit nur träumen. Umsonst ist das Antreten der Berliner aber nicht. Erreichen sie wie im Vorjahr das Top 16, kommen zu den 20.000 Euro Startgeld 50.000 Euro hinzu. Für das Erreichen des Viertelfinales gäbe es 90.000, für das Halbfinale 150.000 Euro. Der Eurocupsieger bekommt immerhin 450.000, der unterlegene Finalist 275.000 Euro. „In beiden Wettbewerben“, sagt Baldi, „wird nicht mehr Geld an die Vereine ausgeschüttet als eingenommen. Das entspricht unserer Philosophie.“ Außerdem, argumentiert er, wolle Alba seinen Fans international immer den am besten besetzten Europapokal anbieten, für den der Klub sich qualifiziert habe.

Auch die Fiba überweist dem Sieger eine Million

Als den sieht sich gern die Champions League. Doch den Kampf gegen die beiden anderen, von der Euroleague veranstalteten Wettbewerbe kann die Fiba nicht gewinnen, solange die renommiertesten Teams sie meiden. Zwar zahlt auch die Fiba dem Sieger inzwischen eine Million Euro, doch Gewinne erwirtschaftet sie nicht. Aus Deutschland starten hier die Riesen Ludwigsburg, Medi Bayreuth, die Telekom Baskets Bonn und Brose Bamberg. Im Europe-Cup sind die Baskets Würzburg dabei, insgesamt also neun deutsche Teams international unterwegs.

Nur Bamberg fällt aus dem Rahmen der Fiba-Verweigerer. Die Franken sind viele Jahre mit hohem finanziellem Einsatz in der Euroleague angetreten. Die ersehnte Sicherheit, dort langfristig starten zu können, erhielt von der Liga aber Bayern München. Die Bamberger reagierten gekränkt und schlossen sich der Champions League an, mit mehrjähriger Startgarantie ausgestattet. Es wäre spannend zu sehen, wenn sie sich am Ende der Saison als deutscher Meister wieder für die Euroleague qualifizieren. Vielleicht wollen sie auch bloß die eine Million Siegprämie abholen. Stark genug dafür scheinen sie zu sein.