Basketball

Nur bei Grigonis geht Albas Plan nicht auf

Den Litauer Marius Grigonis hätten die Berliner gern gehalten. Doch Manager Marco Baldi verspricht, dass der Kern des Teams bleibt.

Dieses Bild ist Geschichte: Marius Grigonis (r.) im Alba-Trikot. Hier zieht der Litauer am Bayern-Spieler Danilo Barthel vorbei

Dieses Bild ist Geschichte: Marius Grigonis (r.) im Alba-Trikot. Hier zieht der Litauer am Bayern-Spieler Danilo Barthel vorbei

Foto: Annegret Hilse / dpa

Berlin.  Geschäftsführer Marco Baldi redet nicht lange drumherum: „Den hätten wir gern behalten.“ Marius Grigonis hat vergangene Saison viel zum Erfolg von Alba Berlin beigetragen, zählte neben Luke Sikma und Spencer Butterfield zu den verlässlichsten Kräften. Nun wechselt der 24-jährige Litauer in seine Heimat zu Zalgiris Kaunas. Der Manager äußert sich nicht zu Vertragsinhalten und mag nicht bestätigen, was die Spatzen von den Dächern pfeifen. Dass Grigonis eine Klausel in seinem Arbeitspapier hatte, bei einem Angebot aus der Euroleague wechseln zu dürfen. Und dass Alba dafür eine kleine sechsstellige Summe an Schmerzensgeld kassiert, auch genannt Ablösesumme.

Der erste personelle Dämpfer

Die Suche nach einem Nachfolger hat allerdings längst begonnen, wie Baldi erklärt: „Es traf uns ja nicht unvorbereitet, es war leider zu erwarten, dass Marius geht.“ Den Litauer lobt er als „Spieler mit einem besonderen Charakter und dem Gespür für wichtige Momente“. Als einen, der sich nicht scheut, Verantwortung zu übernehmen. So hatte er das erste Finalspiel um die deutsche Meisterschaft bei Bayern München mit seinen 30 Punkten für Alba fast im Alleingang gewonnen.

Es ist der erste personelle Dämpfer für die Berliner. Ihren Ex-Nationalspielern Akeem Vargas (28) und Bogdan Radosavljevic (25) hatten sie mit freundlichen Worten mitgeteilt, dass an einer Weiterbeschäftigung kein Interesse bestehe. Kenneth Ogbe (23), Martin Hermannsson (23) und Johannes Thiemann (24) hatten sie im Wettbewerb mit finanziell mehr bietenden Konkurrenten zu Alba gelockt. „Das zeigt, dass unser Weg der richtige ist“, sagt Baldi, „neben dem sportlichen Erfolg liegt unser Fokus ganz klar auf Weiterentwicklung.“ Das lockt Talente an, die schon ein hohes Niveau haben, aber auch noch viel Potenzial. „Von Grigonis mal abgesehen, ist es bisher so gelaufen, wie wir wollten. Wir werden auch in der kommenden Saison wieder sehr jung sein“, verspricht der Manager.

Gespräche mit Siva, Clifford, Butterfield

Aber werden weitere Abgänge folgen? Was ist mit Peyton Siva, Spencer Butterfield, Dennis Clifford? Auch da blockt Baldi. Keine Wasserstandsmeldungen, nur so viel: „Wir führen mit allen Gespräche.“ Was nur heißen kann, dass Interesse am Verbleib der Spieler besteht, sonst müsste man ja nicht reden. Wird die Sehnsucht der Fans also erfüllt, dass anders als in vergangenen Jahren eine hohe Kontinuität bei der Besetzung gewahrt wird? „Wir werden den Kern des Team behalten.“

Dafür ist sehr hilfreich, dass der Spieleretat im zweiten Jahr in Folge um 25 Prozent steigen soll. „Wir machen keine Sprünge in die Nähe von Bayern München“, erklärt der Alba-Geschäftsführer, „aber kleine, wichtige Schritte vorwärts.“ Wenn man in Europa bisher mit vielen Klubs auf Augenhöhe um Spieler kämpfte, machen diese kleinen Schritte einen erheblichen Unterschied.

Auch deshalb geht Alba-Sportdirektor Himar Ojeda frohen Mutes auf Reisen. An diesem Donnerstag werden in Barcelona die vier Sechser-Gruppen im Eurocup ausgelost. Anschließend fliegt Ojeda weiter zur Summer League der NBA. Vielleicht findet er dort schon Ersatz für Grigonis.