Basketball

Wenn Alba macht, was Bayern will

Ohne die Bereitschaft zu etwas mehr Risiko wird Alba Berlin auch im dritten Basketball-Finale am Sonntag in München chancenlos sein.

Nasenstüber für den Alba-Star: Luke Sikma (l.) hat sich festgerannt am starken Arm des Münchners Maik Zirbes

Nasenstüber für den Alba-Star: Luke Sikma (l.) hat sich festgerannt am starken Arm des Münchners Maik Zirbes

Foto: Jens Büttner / dpa

Berlin.  Der FC Bayern München war nach der überraschenden Heimniederlage gegen Alba Berlin, dem 95:106 nach Verlängerung zum Auftakt der Finalserie zur deutschen Basketball-Meisterschaft, mit einem dicken Fragezeichen nach Berlin gereist. Den Flug zurück in die Heimat haben sie mit einem noch dickeren Ausrufezeichen angetreten, allerdings ohne Spielmacher Braydon Hobbs, der kurz vor Spielbeginn am Blinddarm operiert werden und zumindest noch eine weitere Nacht im Krankenhaus bleiben musste.

Eine Machtdemonstration der Münchner

Sein Fehlen hatte Bayerns Team optimal kompensiert, denn nicht wenige sprachen nach ihrem deutlichen 96:69-Erfolg am Donnerstagabend von einer Wiederauferstehung und Machtdemonstration. Rein faktisch steht es in der Best-of-five-Serie nach zwei Auswärtssiegen jetzt 1:1. Damit steht fest, dass die Mercedes-Benz Arena am kommenden Mittwoch (20 Uhr) noch einmal zum gelben T-Shirt-Meer wird. Egal, wie das dritte Spiel am Sonntag in München (18.30 Uhr Telekomsport und Sport1) ausgeht: Alba wird die Bayern drei Tage darauf auf jeden Fall noch mal in Berlin empfangen.

Natürlich haben die Münchner vor, am Sonntag vor den eigenen Fans an die gezeigte Leistung aus Spiel zwei anzuknüpfen. „Das Wichtigste war, dass wir aggressiv und als Team aufgetreten sind. Alba kann man nur als Team schlagen, und wir haben es geschafft, ihre Schützen besser in den Griff zu bekommen“, analysierte Bayern-Nationalspieler Danilo Barthel, mit 15 Punkten und sechs Rebounds der große Rückhalt seiner Mannschaft. Albas Dreier-Spezialisten Marius Grigonis und Spencer Butterfield hätten „anders als in Spiel eins nicht so viele offene Würfe bekommen und konnten dementsprechend kein Selbstvertrauen aufbauen. Wenn wir als Mannschaft auftreten, ist es schwer gegen uns“, erklärte Barthel. „Aber Alba hat jetzt schon zweimal bei uns in München gewonnen. Ich hoffe, wir können am Sonntag gleich nachlegen.“

Auf physisches Spiel des Gegners einstellen

Das Motto der Berliner, da waren sich Team und Umfeld einig, muss bis dahin sein, die Niederlage so schnell wie möglich abzuhaken und sich „auf das Physische der Bayern einzustellen, mit dem Alba Probleme hatte“, die nicht nur Berlins ehemaliger Coach Sasa Obradovic von der Tribüne aus beobachtet hatte. „Wir haben heute den Ball nicht so schnell laufen lassen, nicht so flüssig und nicht so mutig gespielt und weitestgehend auf Risiko verzichtet“, analysierte Marco Baldi die Niederlage seines Teams, die auch bemerkenswert war, weil Alba in der ganzen Saison nur einmal weniger Punkte bei einem Bundesliga-Heimspiel erzielt hatte als im zweiten Finale gegen die Bayern, und zwar am 2. Oktober 2017 beim noch heute unerklärlichen 64:66 gegen die Eisbären Bremerhaven.

„Wir haben versucht, mit mehr Sicherheit zu spielen, das spielt den Bayern in die Karten, denn das ist ihr Spiel“, führte er aus. Vier oder fünf ihrer Würfe hätten die Bayern im allerletzten Moment der 24-Sekunden-Angriffszeit getroffen, hatte Albas Geschäftsführer beobachtet. „Da hat man gesehen, das ist das Spiel des Gegners, genau das, was die Bayern etablieren wollten.“

Seine Mannschaft und auch er hätten „bei Würfen gezögert, die wir in Spiel eins einfach draufgefeuert haben“, ergänzte Akeem Vargas. Er erkannte allerdings auch fair an: „Die Bayern sind einfach gut – das haben sie heute bewiesen.“

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