Basketball

Alba schockt die Bayern: Auswärtssieg zum Final-Auftakt

Das war ein harter Kampf - die Berliner können sich nach Verlängerung mit 106:95 durchsetzen. Grigonis überragt mit 30 Punkten.

Dennis Clifford steigt hoch zum Korb

Dennis Clifford steigt hoch zum Korb

Foto: pa

München. Ein „Heimspiel in München“, wie die rund 200 mitgereisten Berliner Basketball-Fans nach der Partie sangen, war es nicht. Aber ein Riesenspiel, in dem Alba Berlin dem FC Bayern im Meisterschaftsfinale den Heimvorteil stibitzten. Das Team von Trainer Aito Reneses gewann im Münchner Audi-Dome mit 106:95 (87:87, 46:38) nach Verlängerung und führt in der Best-of-five-Serie mit 1:0. Der alles überragende Berliner war Marius Grigonis mit 30 Punkten. Seine fünf Dreier bei sieben Versuchen wurden allerdings noch von Spencer Butterfield getoppt, der mit sechs Distanzwürfen bei sieben Versuchen glänzte und auf 19 Punkte kam. „Marius hat unglaublich gespielt und uns krass mitgezogen“, applaudierte Kapitän Niels Giffey dem Litauer, der trotz seiner Gala geerdet blieb. „Es ist nur ein Sieg“, sagte Grigonis. „Wir haben gewonnen, weil wir heute einfach besser gespielt haben. Den Heimvorteil zu klauen, ist immer gut.“

Die Berliner empfangen die Bayern zu Spiel zwei am Donnerstag um 19 Uhr, am kommenden Sonntag treten sie noch mal im Münchner Audi-Dome (18.30 Uhr) an. Am Sonntag schauten in der Mercedes-Benz Arena beim Public Viewing bereits 500 Fans zu. Ganz optimistisch gesehen, könnte es schon in einer Woche das letzte Spiel der Saison sein, aber so weit ist es noch lange nicht. „Entscheidend ist, wer den dritten Sieg der Serie holt“, merkte Reneses an.

Als Bayern-Coach Dejan Radonjic nach 2:08 Sekunden die erste Auszeit nahm, hatten zwei Dreier von Grigonis und einer von Butterfield die 6500 Zuschauer geschockt. Der Druck auf die Hausherren war zu spüren. Alba traf weiter hochprozentig aus der Distanz, durch Butterfield und jetzt auch Joshiko Saibou. Nach dessen Dreier zum 20:13 (8.) fanden dann aber auch die Hausherren zu einem besser geordneten Spiel. Es dauerte nicht lange, da lag Alba durch Nihad Djedovic und Stefan Jovic erstmals mit 20:21 (10.) zurück.

Starke Nerven aus der Distanz und an der Freiwurflinie

Beide Teams waren jetzt im Finalmodus. Es wurde hart gespielt, aber eben nicht bösartig. Die Berliner punkteten in den folgenden Minuten mehr aus der Nahdistanz und von der Freiwurflinie, was ihnen wieder einen geringen Vorsprung bescherte, der erst durch Butterfields vierten Dreier im fünften Versuch zum 38:29 (14.) erneut etwas deutlich wurde. Alba spielte jetzt clever und ließ sich auch nicht von der Kulisse beeindrucken. Mit einem soliden 46:38 ging es in die Halbzeitpause.

Im zweiten Durchgang beorderte Reneses seine Spieler gleich nach 98 Sekunden zu einer kurzen Besprechung zurück auf die Bank. Nicht so sehr, weil Djedovic die Bayern wieder auf 45:46 herangebracht hatte, sondern weil seine Mannschaft den Ball im Angriff zu oft verlor. Was sich zwar besserte, aber erst mal nur dazu reichte, einen neuerlichen Rückstand vornehmlich durch Freiwürfe gerade so zu verhindern. Auch die beiden Dreier von Grigonis zur ersten zweistelligen Führung (62:51/ 25.) waren noch kein beruhigendes Polster. Der Jubel der Berliner Fans wurde deutlich verhaltener, nachdem Vladimir Lucic für die Hausherren abermals zum 62:62 (30.) ausgeglichen hatte.

Dass Alba jetzt größere Probleme hatte, lag nicht nur an den Dreiern von Jovic und Djedovic zum 70:75 (35.), sondern vor allem an den nicht enden wollenden Ballverlusten, die sich am Ende auf 23 summieren sollten – sieben mehr, als sich die Hausherren leisteten. Hätte Grigonis nicht in jeder Sekunde, die er auf dem Parkett stand, wie von einem anderen Stern gespielt, wäre die Partie nach den Stimmungsmacher-Dunkings von Devin Booker zum 81:78 sicherlich bereits entschieden gewesen. So musste jedoch nach zwei Dreiern von Peyton Siva und Butterfield – und weil die Bayern ihren letzten Ballbesitz nicht nutzten – die Verlängerung entscheiden.

In den fünf Extra-Minuten ließ Butterfield dann mit seinem sechsten Distanztreffer seine Mannschaft und die mitgereisten Fans endgültig jubeln. Nicht minder stark: Luke Sikma, Saibou und Dennis Clifford gaben sich in der Verlängerung keine Blöße an der Freiwurflinie. Diesem Druck hielten die Bayern am Ende nicht stand.