Basketball

Ex-Berliner King: „Bei Alba stimmt die Chemie“

Alex King über den Trainerwechsel bei Bayern München und das Meisterschaftsfinale gegen den Berliner Ex-Klub.

Er will den Triumph wiederholen, diesmal in der Meisterschaft: Alex King nach dem gewonnenen Pokalfinale über Alba Berlin im Februar

Er will den Triumph wiederholen, diesmal in der Meisterschaft: Alex King nach dem gewonnenen Pokalfinale über Alba Berlin im Februar

Foto: sampics / picture alliance / Christina Pah

Berlin.  Es gab Zeiten, da ist Alba Berlin bei Spielen gegen den FC Bayern München auf jede Menge alter Bekannter getroffen. Noch heute haben bei den Münchnern Geschäftsführer Marko Pesic, Coach Emir Mutapcic sowie die Spieler Reggie Redding, Nihad Djedovic und am aktuellsten Alex King eine Berliner Vergangenheit. Letzterer verließ die Albatrosse 2016 sogar als Kapitän. Den ersten Titel schnappte der 33-Jährige seinem Ex-Klub bereits im Pokalfinale weg. Der 80:75-Erfolg bedeutete gleichzeitig nach 1968 den zweiten Pokalsieg in der Vereinshistorie. Jetzt will King im Meisterschaftsfinale mit den Münchnern das erste Double. Und er ist bereit: Für viele war er beim entscheidenden Sieg im vierten Halbfinale in Bamberg der Matchwinner, als er den Ex-NBA-Star der Franken, Dorell Wright, in der zweiten Halbzeit mit grandioser Verteidigung völlig aus dem Spiel nahm. Wie Alba auch, fehlen ihm jetzt noch drei Siege zur Meisterschaft. Zu Spiel eins der Best-of-five-Serie treffen sich beide am Sonntag (15 Uhr, Telekomsport) im Münchner Audi-Dome.

Sie haben Anfang November in Berlin mit 80:70 gewonnen, Ende März 72:91 zu Hause dann aber klar verloren und Alba zwischendurch im Pokalfinale in Ulm mit 80:75 dank eines starken Endspurts niedergerungen. Was erwarten Sie von der Endspiel-Serie um die deutsche Meisterschaft, Herr King?

Alex King: Ich glaube, unsere Heimniederlage ist kein Maßstab, weil wir noch sehr damit beschäftigt waren, dass wir kurz zuvor gegen Darüssafaka Istanbul (Türkei) das Finale im Eurocup verpasst hatten. Vom Pokalfinale erinnere ich, dass Alba hoch motiviert und frisch spielend lange geführt hatte, bevor allen voran Jared Cunningham diese Partie für uns noch gedreht hat.

Stimmt es, dass Sie 2016 gern bei Alba geblieben wären?

Sagen wir, ich war nicht abgeneigt, habe dann aber kein Angebot bekommen und musste meinen Weg allein weitergehen, für Spieler ja etwas ganz Normales. Ich wollte immer auf dem höchsten Level spielen und habe mich dort ja auch bewiesen. Mit der Möglichkeit, das dann beim FC Bayern zu tun, bin ich sehr glücklich und zufrieden. Ich hatte gute Jahre in Berlin, aber aus meiner Zeit sind nur noch Niels Giffey und Akeem Vargas dabei. Man konzentriert sich schnell auf sein neues Umfeld, sein Team und die bevorstehenden Aufgaben. Alba ist ein ganz normaler Gegner für mich, einer, gegen den ich gewinnen will.

Die ganze Liga staunt über Alba. Was macht das aktuelle Berliner Team Ihrer Meinung nach so stark?

Es fällt auf, dass alle mit sehr viel Selbstvertrauen spielen. Eine junge Mannschaft, in der der Trainer auch den jungen deutschen Spielern Verantwortung gibt. Und in den sozialen Medien wie Instagram kann man sehen, dass die Teamchemie stimmt. Sie essen ja beispielsweise sehr oft zusammen.

Ihr Team stand im Play-off-Viertelfinale gegen Frankfurt nach zwei Niederlagen bereits kurz vor dem Aus und lag im besagten vierten Spiel in Bamberg auch erst mal mit 20 Punkten zurück. Denken Sie, ihr Team ist jetzt stabiler?

Ich glaube, wir haben in den letzten drei Spielen gegen Frankfurt gelernt, dass wir viel dichter zusammenrücken und mehr kommunizieren müssen. Gerade, wenn es eng ist. Es sind ja alles gute Jungs in der Mannschaft, aber jeder war auch mal für sich selbst frustriert, wenn etwas nicht geklappt hat. Der Moment, als wir in der Serie gegen Frankfurt mit dem Rücken zur Wand standen, hat uns geholfen, wieder eine gemeinsame Richtung zu finden.

Und wie haben Sie Spiel vier in Bamberg noch gedreht?

Anton Gavel hat uns in der Halbzeit zusammen gerufen und gesagt: Das dritte Viertel gehört uns, wir wollen allen zeigen, dass wir auswärts gewinnen und diese Serie beenden können. Wir haben uns dann zurückgekämpft, mit allem, was wir hatten, und Punkt für Punkt, gut verteidigt und vorn den Ball gut bewegt.

Und Sie nahmen Dorell Wright aus dem Spiel, den überragenden Angreifer der Bamberger. Das gestand er sogar selbst.

Dorell Wright ist einfach ein krasser Offensivspieler mit jeder Menge Qualität. An dem musst du drankleben, damit er seine Würfe nicht bekommt. Natürlich war ich mit einigen Szenen nicht glücklich, aber der Coach hat mir vertraut, meine Mitspieler haben mit mir geredet und Tipps gegeben. Das hat mir sehr geholfen, und natürlich will man die anderen dann auch nicht enttäuschen.

In der Hauptrunde kamen Sie im Schnitt 11:42 Minuten zum Einsatz, machten 2,1 Punkte und holten 1,6 Rebounds. Als Sie in Bamberg Dorell abmeldeten, waren es 24:56 Minuten, neun Punkte und fünf Rebounds. Machen Sie erst ernst, wenn es um Titel geht?

Natürlich nicht (lacht), aber es stimmt schon, ich habe mehr als die erste Hälfte der Saison sehr wenig Spielzeit bekommen, aber immer weiter hart gearbeitet und mit Muki Mutapcic (Bayerns Co-Trainer, d. Red.) Extra-Schichten eingelegt, um immer noch fitter und dann auch bereit zu sein, wenn ich meine Chance bekomme.

Ende März wurde Ihr Coach Aleksandar Djordjevic entlassen und durch Dejan Radonjic ersetzt. War das zuerst ein Rückschritt? Hat das die Mannschaft verunsichert?

Also, ein Rückschritt war das nicht, wir sind ja Erster geblieben. Aber natürlich gab es Veränderungen. Wir mussten uns an den neuen Trainer und dessen Vorstellungen gewöhnen und uns von alten Gewohnheiten verabschieden. Aber das änderte nichts daran, dass alle im Team ohnehin erfahren genug sind, um nie zu vergessen, welche gemeinsamen Ziele wir haben.

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