Basketball-Finale

Alba kann ganz groß rauskommen

Im Finale gegen die Bayern hängt viel davon ab, wie die Berliner Center Dennis Clifford und Bogdan Radosavljevic bestehen.

Duell um den Korb: Albas Dennis Clifford (l.) und  Bayerns Devin Booker

Duell um den Korb: Albas Dennis Clifford (l.) und Bayerns Devin Booker

Foto: nordphoto / Straubmeier / picture alliance / nordphoto

Nur noch drei Siege, und Alba Berlin ist deutscher Basketball-Meister. Gleiches gilt natürlich für den FC Bayern, und vielleicht dürfen die Münchner sogar ein wenig mehr auf den Titel hoffen. Schließlich starten sie an diesem Sonntag (15 Uhr, Telekomsport) als die Nummer eins der Hauptrunde gegen den Zweiten aus Berlin mit dem Vorteil des Heimrechts in das erste von maximal fünf Spielen der Finalserie.

Beide Teams begegnen sich in dieser Saison zum vierten Mal. In der Bundesliga gab es jeweils Auswärtssiege, im Pokalendspiel im Februar in Ulm schnappten die Bayern Alba den Cup noch mit einem Comeback in den letzten drei Minuten weg. Sicher schmerze die Erinnerung an die Niederlage „noch immer“, sagt Dennis Clifford. „Aber wir haben in diesem Spiel wie auch bei unserem Sieg in München gezeigt, dass wir mit ihnen auf Augenhöhe sind und sie schlagen können.“ Genau das wollen sein Team und er erneut zeigen. „Das erste Spiel ist extrem wichtig. Ich bin sehr zuversichtlich. Wir haben uns die Woche über intensiv vorbereitet.“

Alba hat in fünf Serien nie gegen Bayern gewonnen

Alba trifft zum fünften Mal im Play-off auf die Bayern, konnte bislang jedoch keine der Serien gewinnen. 2013 unterlagen die Berliner im Viertelfinale 0:3, 2014 im Finale 1:3, 2015 im Halbfinale 2:3 und in der vergangenen Spielzeit erneut im Viertelfinale mit 1:3. Ob die Serie zum Höhepunkt dieser Saison hält oder endet, dürfte sich ab Sonntag auch in den Duellen direkt in Korbnähe entscheiden, wo auf Clifford und seinen mit 2,13 Metern gleichgroßen Center-Kollegen Bogdan Radosavljevic interessante Herausforderungen warten.

Im Viertelfinale gegen Oldenburg galt das Hauptaugenmerk beider noch dem bulligen Österreicher Rasid Mahalbasic (2,11 Meter), im Halbfinale gegen Ludwigsburg dem mit 2,03 Meter weit kleineren Adam Waleskowski, der auch schon mal einen Distanzwurf einstreute. Gegen die Bayern wartet auf Albas Lange jetzt beides, bloß mindestens um eine Klasse besser. Maik Zirbes ist 2,07 Meter lang und fast genauso breit, einer, der steht, wo er steht und es gewohnt ist, andere nach Belieben herumzuschieben. Devin Booker gilt mit 2,05 Metern als der mit Abstand wendigste und sprunggewaltigste „Big Man“ der Liga, der zudem Dreier trifft. „Zwei total unterschiedliche Spielertypen, die beide in dem, was sie tun, sehr gut sind“, sagt Clifford. Sicher werde es genauso physisch werden wie gegen Ludwigsburg.

Im ersten Spiel liegt mehr Druck auf den Münchnern

Wie sein Center-Kollege wirkt Radosavljevic, der von 2010 bis 2013 für die Nachwuchsmannschaften des FC Bayern spielte, gelassen. „Wir spielen ja nicht das erste Mal gegen die Bayern oder gegen Teams mit großen und beweglichen Centern“, sagt er. „Dennis und ich sind ja keine 1,60 Meter, wir können da schon mithalten.“ Gegen den einen könne man mehr Masse einsetzen, gegen den anderen Schnelligkeitsvorteile ausspielen, in jedem Falle gelte es, „beide vom Korb fernzuhalten“.

Dass gegen die Bayern auch auf alle anderen weit größere Herausforderungen warten als in den ersten beiden Play-off-Runden, weiß bei Alba jeder. „Sie haben eigentlich nur Stärken, spielen sehr physisch und sind sehr erfahren. Aber damit dürfen wir uns nicht beschäftigen“, sagt Aito Reneses. „Mich interessiert nur, ob wir zu 95 oder sogar 100 Prozent unser Spiel abrufen können.“ Was, so kalkuliert bestimmt nicht nur Albas Coach mit Blick auf die bisherigen Aufeinandertreffen, zum Sieg reichen könnte. Den Druck haben in Spiel eins ganz klar die Bayern.