Basketball

Alba wirft sich ins Finale

Die Berliner Basketballer feiern ein 91:88 gegen Ludwigsburg und gewinnen die Halbfinal-Serie 3:0.

 Ludwigsburgs Elgin Cook (l) läuft mit dem Ball gegen Albas Bogdan Radosavljevic

Ludwigsburgs Elgin Cook (l) läuft mit dem Ball gegen Albas Bogdan Radosavljevic

Foto: pa

Berlin. Es ist vollbracht. Alba steht zum 16. Mal in der 28-jährigen Vereinsgeschichte und erstmals seit 2014 wieder im Finale um die deutsche Meisterschaft. Berlins Basketballteam gewann auch das dritte Spiel der Best-of-five-Serie des Halbfinales gegen Ludwigsburg mit 91:88 (42:43). Nach einer hart umkämpften Partie konnten die 10.387 Zuschauer in der Mercedes-Benz Arena allerdings erst mit der Schlusssirene ihr „Finaaaale ohooo“ anstimmen.

„Ich gratuliere Alba, dem Coach und der Mannschaft“, zeigte sich Ludwigsburgs Trainer John Patrick als fairer Verlierer. „Wir haben in dieser Saison sechs Mal gegen sie gespielt und alle sechs Spiele verloren. Da fällt es nicht schwer, zu sagen, dass sie die bessere Mannschaft sind. Sie spielen hart und smart und ich wünsche ihnen für das Finale viel Glück.“

Bayern oder Bamberg?

Auf wen Alba ab dem kommenden Wochenende im Endspiel trifft, entscheidet sich im Duell des FC Bayern gegen Titelverteidiger Bamberg. Die Münchner führen mit 2:1 und können an diesem Dienstag auswärts (19 Uhr, Telekomsport) das Endspiel klar machen. Siegen die Franken, fällt die Entscheidung am Donnerstag (17.30 Uhr) in München.

Der Sieg und der Einzug der Profis ins Finale war übrigens die Krönung eines goldenen Sonntags. Am Nachmittag waren Albas U16 beim Top Four in Quakenbrück mit einem 96:82 gegen Bayern München und auch die U 19 mit einem 77: 68 gegen die Young Rasta Dragons der Gastgeber deutscher Meister geworden. „Ein Tag, an den ich mich immer erinnern werde“, strahlte Sportdirektor Himar Ojeda mitten zwischen seinen Ludwigsburg-Bezwingern.

Alba begann gegen Ludwigsburg hochkonzentriert

Sie verteidigten engagiert und agierten im Angriff wie schon in Spiel zwei so variantenreich und schnell, dass die Gäste ihre Probleme oftmals nur per Foul lösen konnten. Nachdem Marius Grigonis, Luke Sikma und Dennis Clifford für die erste halbwegs komfortable Führung gesorgt hatten (14:5/ 5.), war zu sehen, dass die Ludwigsburger ihre Taktik geändert hatten. In den ersten beiden Begegnungen hatten sie noch jeweils knapp 40 Würfe von jenseits der Dreipunktelinie genommen. Dieses Mal zogen sie vermehrt zum Korb. Und zwar erfolgreich, schon wenig später hatten sie auf 21:20 (10.) verkürzt, und nach acht Punkten in Folge durch Dwayne Evans zum 30:32 (14.) bat Albas Coach Aito Reneses seine Mannschaft zur Auszeit.

Was nur bedingt half, die Gäste hatten jetzt zu ihrem bekanntermaßen physischen Spiel gefunden und attackierten den Korb weiterhin erfolgreich aus Nahdistanz. Gut, dass Stefan Peno noch mit der Schlusssirene der ersten Halbzeit aus vollem Lauf und fast von der Mittellinie einen Dreier versenkte. Damit lag Alba zur Pause mit nur 42:43 zurück.

„Wir hatten in der ersten Halbzeit nicht genug Intensität, das dann aber geändert. Die Chance, einen Titel zu holen, haben wir uns hart erarbeitet“, sagte Spencer Butterfield, der mit 19 Punkten vor Marius Grigonis (16) bester Werfer der Berliner war.

Die Gäste blieben stark, trafen aber schlecht. Die Berliner legten jetzt nicht nur in der Verteidigung deutlich zu, sondern spielten ihre Angriff auch wieder konsequenter. Wovon zuerst Clifford aus Nahdistanz, dann Butterfield mit zwei Dreiern profitierten. Als Joshiko Saibou und Bogdan Radosavljevic nachgelegt hatten, führte Alba 67:51 (29.). Noch elf Minuten fehlten zum Finale.

Das Match blieb hart umkämpft und die Berliner Fans spürten, dass ihre Mannschaft massive Probleme bekommen würde, sollte sie auch nur einen Hauch ihrer Intensität einbüßen. Nach vier Dreiern der Gäste behaupteten Grigonis und Kapitän Niels Giffey die nun wieder knappe Führung. Mit 87:83 ging es in die letzten zwei Minuten. Nach Saibous Dreier 56 Sekunden vor dem Ende zum 90:83 schien das Finalticket gelöst. Aber die Erlösung kam nach einem letzten Aufbäumen der Gäste dann wirklich erst mit der Schlusssirene.

„Wir haben gegen eine sehr gute Mannschaft gespielt, die nichts zu verlieren hatte. Ich freue mich auf das Finale“, atmete Grigonis wie auch alle anderen auf, woraufhin Butterfield zu verstehen gab, das er längst noch nicht zufrieden ist. „ Das Finale zu erreichen ist das eine, es zu gewinnen noch mal ganz etwas anderes und genau das ist unser Ziel.“

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