Basketball

Dank Butterfield ist für Alba das Finale sehr nah

Überraschend klar hat Alba das zweite Halbfinale in Ludwigsburg gewonnen. Das liegt auch an Spencer Butterfields Extratraining.

Albas gefährlichster Schütze: Spencer Butterfield (r.), hier im Zweikampf mit dem Ludwigsburger Thomas Walkup

Albas gefährlichster Schütze: Spencer Butterfield (r.), hier im Zweikampf mit dem Ludwigsburger Thomas Walkup

Foto: Andreas Karpe-Gora / picture alliance / Andreas Karpe

Berlin.  Der Mix von Alba Berlin ist den Ludwigsburger Riesen abermals nicht bekommen. Beim 102:87 zum Auftakt des Halbfinales um die deutsche Basketball-Meisterschaft in Berlin bereiteten ihnen mit Luke Sikma (2,03 Meter) und Bogdan Radosavljevic (2,13 Meter) zwei Lange die größten Probleme. Im zweiten Spiel der Best-of-five-Serie, das die Berliner auswärts mit 100:74 nicht minder überzeugend gewannen, waren mit Spencer Butterfield (1,91 Meter) und Joshiko Saibou (1,88 Meter) zwei Kleine die erfolgreichsten Berliner Werfer.

Von Saibou sind immer noch viele überrascht

Saibou, der auf 14 Punkte kam, wird schon seit Saisonbeginn mit Lob überschüttet. Von seinem schnellen Aufstieg zum Leistungsträger sind noch immer viele überrascht. Von Butterfield (17 Punkte) hingegen wurde vom Start weg erwartet, dass er Spiele entscheidet. „Er wird uns eine komplett andere Dimension geben“, war sich Geschäftsführer Marco Baldi nach dessen Verpflichtung sicher. Was übrigens keine allzu gewagte Prognose war, schließlich hatte Butterfield im März 2017 mit elf Dreiern bei 13 Versuchen in einem Spiel für den französischen Erstligisten Nanterre im Fiba Europe Cup einen viel beachteten Rekord aufgestellt.

Im Alba-Trikot blieben Butterfield weitere Rekorde (bislang) versagt. Wegen Bänderverletzungen im Sprunggelenk war er mehrfach ausgefallen oder hatte oft „unter Schmerzen gespielt“, wie er erzählt. Aber er hat sich nie davon abhalten lassen, an dem weiterzuarbeiten, was ihn für sein Team so wertvoll und für die Gegner so gefährlich macht.

200 bis 300 Würfe nach jedem Training. Oder mehr

„Ich nehme nach jedem Training 200 bis 300 Würfe. Nach Spielen, in denen ich keinen guten Rhythmus hatte, sogar noch mehr“, erzählt Albas Nummer 21. „Bei einem der Drills gibt es fünf Positionen an der Dreierlinie. Erst, wenn du neun Würfe in Folge getroffen hast, darfst du weiter. Verwirfst du den ersten von der neuen Position oder zwei Versuche in Folge, musst du wieder zurück auf die alte.“ Übungen wie diese mit 109 Treffern bei 120 Versuchen abzuschließen, sei schon „ein ordentliches Resultat“, sagt Albas Dreierspezialist schmunzelnd, den die Kollegen und Trainer der Bundesliga mit dem „Player Award“ für den „Prettiest J“ ausgezeichnet haben, den schönsten Sprungwurf.

In den beiden Halbfinalspielen gegen Ludwigsburg machte Butterfield im Schnitt 15,5 Punkte und traf 63,2 Prozent seiner Würfe aus dem Feld. Auch, weil er fit ist, kann Alba bereits am Sonntag (15 Uhr, Telekomsport) in der Mercedes-Benz Arena mit dem dritten Sieg im dritten Spiel den Finaleinzug klar machen.