Basketball

Ludwigsburg wirft Alba Schauspielerei vor

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Theo Breiding
Thomas Walkup (r.) attackiert Luke Sikma oben und unten: Ludwigsburger suchen beim Basketball keine neuen Freunde

Thomas Walkup (r.) attackiert Luke Sikma oben und unten: Ludwigsburger suchen beim Basketball keine neuen Freunde

Foto: Andreas Gora / picture alliance / Andreas Gora

Trainer Patrick setzt schon vor dem ersten Halbfinale zur Attacke an gibt einen Vorgeschmack auf eine Serie, die sicher hart wird.

Berlin.  Es liegt in der Natur des Play-off, dass die Aufgaben von Runde zu Runde anspruchsvoller werden – auch in der Basketball-Bundesliga. Alba trifft nach dem 3:2 in der Best-of-five-Serie gegen Oldenburg jetzt im Halbfinale auf die Riesen Ludwigsburg. Die Berliner stellen sich darauf ein, dass die Serie gegen die Schwaben, die am Pfingstmontag (18 Uhr, Mercedes-Benz Arena) beginnt, an Härte und Intensität alles bisher Erlebte übertreffen wird. Ähnliches darf man auch vom zweiten Duell FC Bayern gegen Bamberg erwarten, das am Sonntag in München (18 Uhr, alle Spiele Telekomsport) beginnt.

„Es werden sicherlich gute Spiele zweier guter Mannschaften“, blickt Albas Dreierspezialist Spencer Butterfield auf sein Duell gegen die Ludwigsburger voraus. „Sie spielen extrem physisch, aber vor allem immer als Mannschaft zusammen, wie wir auch. Wir werden ihnen Probleme bereiten und sie uns, vor allem mit ihrer harten Verteidigung.“ Gegen die sich Alba in dieser Saison allerdings schon dreimal durchsetzte, in der Liga auswärts mit 86:67 und zu Hause mit 96:86, im Pokal-Viertelfinale mit 78:73. Genau diese Serie will der Coach der Riesen, John Patrick, beenden, dessen Art zu verteidigen den Namen „40-Minuten-Hölle“ trägt.

Trainer Renesis lobt Abwehr des Gegners – mit Vorbehalt

„Wir hatten zwei knappe Spiele in Berlin. Jetzt wollen wir am Pfingstmontag dort gewinnen“, verkündet Ludwigsburgs Trainer auf der Internetseite seines Klubs und versucht, die Stimmung auf recht fragwürdige Art anzuheizen. „Berlin ist eine sehr gute Mannschaft mit vielen Schützen. Mit ihrer Spielweise und den konstant vielen Floppings üben sie über die gesamte Spielzeit viel Druck auf die Schiedsrichter aus.“

Was man als ungelenke Polemik so stehen lassen kann, aber mit der Erklärung, dass die Basketballer als Flopping bezeichnen, was die Fußballer eine Schwalbe nennen. „Das ist seine Meinung und die kommentiere ich nicht“, bleibt Albas Coach Aito Reneses dann auch ganz sachlich, deutet aber an, dass sein Gegenüber Ursache und Wirkung verwechseln könnte. „Ludwigsburgs Spieler suchen sehr den körperlichen Kontakt, für meinen Geschmack hier und da etwas zu viel“, legt Reneses seine Sicht der Dinge dar, garniert mit einem anerkennenden: „Ludwigsburg spielt die beste Verteidigung der Liga.“

Überhaupt könne „sich sehen lassen, was John Patrick in den vergangenen fünf Jahren in Ludwigsburg etabliert hat“, findet Marco Baldi mit Blick auf die zurückliegende Saison, in der Alba als Tabellenzweiter die Schwaben bis in die Schlussphase der Hauptrunde hinein im Nacken spürte. Ludwigsburg bestritt mit 63 Liga-, Pokal- und Europapokal-Partien sogar mehr Pflichtspiele als Alba (58.). Als die Berliner bereits zum zweiten Viertelfinale in Oldenburg antraten, liefen die schwäbischen Riesen noch beim Final Four der Champions League in Athen auf, wo sie nach Niederlagen gegen AS Monaco (65:87) und UCAM Murcia (74:85) allerdings etwas enttäuschend Vierter wurden. Zurück in Deutschland fertigten sie dann jedoch Bayreuth in ihrem Viertelfinale mit 3:0 Siegen ab. Nicht nur Alba-Profi Akeem Vargas glaubt daher, „dass wir uns auf eine lange Serie einrichten müssen“.

( Theo Breiding )