Basketball

Alba wirft sich ins Halbfinale

Die Berliner gewinnen das fünfte Viertelfinal-Spiel gegen Oldenburg mit 85:68. Im Semifinale wartet Ludwigsburg.

Peyton Siva versucht den Ball zu verteidigen

Peyton Siva versucht den Ball zu verteidigen

Foto: pa

Berlin. Die Erleichterung war fast mit den Händen zu greifen, auf dem Parkett wie auf den Rängen. Alba Berlin steht im Halbfinale um die deutsche Meisterschaft und trifft dort auf die Riesen Ludwigsburg. Berlins Basketballteam gewann das fünfte und entscheidende Spiel der Best-of-five-Serie des Viertelfinales gegen die Oldenburger Baskets mit 85:68 (45:35). 8115 Zuschauern feierten ihr Team in der Mercedes-Benz Arena bereits in den Schlussminuten stehend mit Ovationen.

„Das sind die Spiele, für die du lebst“, sagte Akeem Vargas strahlend, der sein 300. Spiel im Alba-Trikot absolviert hatte. „Und es war enger, als das Ergebnis aussieht. Ich bin echt froh, dass wir gewonnen haben“, ergänzte Marius Grigonis, der mit 16 Punkten bester Werfer der Berliner war. „Wir haben uns im dritten Viertel absetzen können und Oldenburg mit unserer Verteidigung bei 68 Punkten gehalten. Im Vergleich zu den Spielen davor war das ein Riesenschritt nach vorn.“

Daran gilt es am Pfingstmontag (18 Uhr) in eigener Halle anzuknüpfen. Dann bestreitet Alba sein erstes Halbfinale gegen die Ludwigsburger, die nach ihrem 3:0 gegen Bayreuth schon seit Dienstag regenerieren. Spiel zwei findet am Donnerstag, den 24. Mai (20 Uhr), auswärts statt. Am darauffolgenden Sonntag (15 Uhr) empfängt Alba die Schwaben dann erneut zu Hause. „Vielleicht ist es ganz gut, dass wir fünf Spiele bestreiten mussten“, sagt Grigonis, „Wir müssen uns jetzt erholen, sind aber im Rhythmus. Aber das müssen wir erst noch wieder beweisen.“

Im Alles-oder-Nichts-Spiel war beiden Teams zu Beginn die Bedeutung der Partie anzumerken. Bis zum 8:8 hatten die Gäste jeweils vorgelegt und Alba ausgeglichen. Mit dem ersten Dreier von Rasid Mahalbasic wurden die Baskets, das weitaus ältere und erfahrenere Team, dann als erste lockerer. Dank fünf Punkten in Folge durch Joshiko Saibou hielt sich Albas Rückstand jedoch in Grenzen, dann glich Bogdan Radosavljevic aus zum 19:19 (11.).

Bei Alba glänzen Grigonis, Giffey und Saibou mit Dreiern

In etwa zu dieser Zeit reagierte das von Anne Panther angeführte Schiedsrichter-Trio auf die zunehmend rustikalere Gangart der Oldenburger. Damit, dass sie etwas müder und hier und da einen Schritt zu langsam sein würden, war gerechnet worden, denn sie hatten die Serie im vierten Spiel 48 Stunden zuvor mit nur acht Spielern ausgeglichen.

Spielerischer Glanz kam bei den Hausherren weiterhin nicht auf, aber sie verteidigten jetzt auf Play-off-Niveau, waren bei den Rebounds hochüberlegen, und nach zwei Dreiern von Kapitän Niels Giffey zum 40:28 (18.) legte sich die Anspannung auf den Rängen erstmals etwas. Schade, dass ausgerechnet der wertvollste Spieler der Saison, Luke Sikma, vier Freiwürfe in Folge vergab. Dafür anstelle des MVP traf Spencer Butterfield mit der Schlusssirene der ersten Halbzeit per Dreier zum 45:35. So wenige Punkte hatten die Oldenburger bislang in der Serie in den ersten zwanzig Minuten noch nie erzielt, die Richtung stimmte – nur noch 20 Minuten.

Alba startete auch in die zweite Hälfte etwas verkrampft, wobei der Einsatz und unbedingte Wille der Oldenburger beeindruckte. Obwohl sie in den nächsten Minuten nie näher als auf acht Punkte herankamen, gaben sie in jeder Sekunde alles. Während die Gäste jetzt fast ausschließlich durch Mahalbasic und Rickey Paulding zu Punkten kamen, glänzte in dieser Phase auf der anderen Seite Grigonis. Nach seinen zwei Dreiern erhöhte er von der Freiwurflinie auf 58:42. Nur noch 13 Minuten.

Die kurz noch mal eng zu werden drohten, weil es bei den Berlinern abermals in der Offensive hakte und die Gäste durch Isaiah Philmore und Mickey McConnell wieder auf 68:61 (33.) verkürzten. Mehr ging für die Oldenburger nicht mehr. Wenig später wurden zwei Spieler mit tosendem Applaus gefeiert, die aus Albas Jugendprogramm hervorgegangen sind. Kapitän Giffey und Saibou, beide erzielten 15 Punkte, machten bereits fünf Minuten vor Schluss das Halbfinale endgültig klar. Eine Zitterpartie gab es nicht mehr.

„Ich bin mit der Konzentration, mit der meine Mannschaft in dieses Spiel gegangen ist, sehr zufrieden“, lobte Albas Coach Aito Reneses. Sein Gegenüber Mladen Drijencic verabschiedete sich als fairer Verlierer. „Ich gratuliere Coach Aito und seinem Team und wünsche mir, dass sie Meister werden.“ Dann könne er Mitte Juni sagen, er sei gegen den Champion ausgeschieden.