Basketball

Luke Sikma und seine Verabredung mit der Geschichte

Wie sich Albas Alleskönner in der BBL-Historie verewigen will. Das Team möchte in Erfurt das Dutzend voll machen.

Luke Sikma

Luke Sikma

Foto: Fotostand / Koch / picture alliance / Fotostand

Berlin.  Albas Basketballteam hat in dieser Saison schon einige ausverkaufte Arenen zum Schweigen gebracht. Die in Oldenburg (88:81), die beim Verfolger in Ludwigsburg (86:67) und selbst jene bei Serienmeister Bamberg (81:75). Der bislang größte Coup ist der Mannschaft von Trainer Aito Reneses aber sicherlich am vergangenen Sonntag mit dem 91:72 beim FC Bayern gelungen. Schließlich hatte der Tabellenführer aus München zuvor 20 Bundesliga-Spiele in Folge gewonnen und Alba fünf Wochen zuvor im Pokalfinale von Ulm die bislang schmerzhafteste Niederlage der Saison beigebracht. Überragender Mann der Revanche war Luke Sikma (28), der 14 Punkte, neun Rebounds und neun Assists beisteuerte. Nur ein Rebound und eine Korbvorlage mehr und Sikma hätte seine Gala mit einem sogenannten Triple Double, also mit drei zweistelligen Statistikwerten, gekrönt.

Ein Triple Double ist im Basketball ähnlich selten wie bei den kickenden Kollegen ein Hattrick – also drei Tore eines Spielers in direkter Folge in einer Halbzeit. Seit Einführung der digitalen Datenbank in der Basketball-Bundesliga zur Saison 1998/99 gab es gerade mal fünf Spieler, die in einem Spiel in drei Kategorien zweistellige Werte aufwiesen, zuletzt war es Bremerhavens Lou Campbell im Mai 2010. „Ich hatte noch nie ein Triple Double“, erzählt Albas 2,03 Meter großer Alleskönner lächelnd, „immer hat ein Rebound oder ein Assist gefehlt. Aber damit kann ich leben. Statistiken sind schön, aber wichtig sind allein Siege.“ Solche wie gegen die Bayern natürlich ganz besonders.

Zur richtigen Zeit auf München getroffen

Sicherlich lag Geschäftsführer Marco Baldi damit richtig, dass sein Klub die Münchner nach deren Aus im Eurocup-Halbfinale gegen Darüssafaka Istanbul am Freitag „in einem richtigen Moment erwischt“ hatte. Man darf aber auch darüber spekulieren, dass die Bayern mit ihrem furiosen 26:13-Start bestimmt vielen anderen Teams den Zahn gezogen hätten. Alba hingegen kippte die Partie. „Wir sind ruhig geblieben und haben uns auf unsere Qualitäten besonnen“, sagt Sikma. „Wir haben das Vertrauen in uns als Team, so ein Spiel zu drehen.“

Der Coup in München war Albas elfter Sieg in Folge. Am Donnerstag kann das Team beim Tabellenvorletzten in Erfurt (20.30 Uhr, Telekomsport) das Dutzend voll machen. Dann vielleicht sogar mit dem ersten Triple Double in der Karriere von Luke Sikma.