Basketball

Nach dem Sieg gegen Bamberg spricht Alba vom Meistertitel

Alba Berlin gewinnt 81:75 gegen Bamberg und bleibt Spitzenreiter Bayern München auf den Fersen.

Bambergs Nicolaos Zisis (M.) versucht sich gegen die Berliner Marius Grigonis (l) und Stefan Peno durchzusetzen

Bambergs Nicolaos Zisis (M.) versucht sich gegen die Berliner Marius Grigonis (l) und Stefan Peno durchzusetzen

Foto: Paul Zinken / dpa

Berlin. Alba Berlin scheint für die nächsten großen Aufgaben wie das Pokal-Top-4 am übernächsten Wochenende in Ulm bereit. Die Mannschaft von Trainer Aito Reneses schlug in einer hochklassigen und am Ende auch dramatischen Partie Brose Bamberg vor 11.431 Zuschauern in der Mercedes-Benz Arena mit 81:75 (36:31) und verteidigte damit Platz zwei in der Basketball-Bundesliga.

„Ein wichtiger Sieg, wenn man sieht, wie eng in der Tabelle alles beieinander ist“, strahlte Kapitän Niels Giffey, bevor er sich mit den anderen im Fanblock hüpfend feiern ließ. Sein Trainer fand, gewohnt sachlich, dass zwei Siege gegen Bamberg sicherlich hilfreich sein werden, „mit einer guten Ausgangsposition in das Play-off zu gehen“. Deutlich euphorischer zeigte sich Spencer Butterfield, der nach sechswöchiger Verletzungspause vor gut einer Woche zurückgekehrt war. „Wir haben eine wirklich gute Mannschaft geschlagen und damit ein Zeichen gesetzt, dass wir um die Meisterschaft mitspielen wollen“, sagte der Dreier-Spezialist.

Freie Würfe wurden mehr und mehr zur Schwerstarbeit

Die frohe Kunde, dass Alba erstmals seit November wieder mit komplettem Kader trainieren und – noch viel wichtiger – spielen konnte, war nach etwas mehr als einer Woche nur noch eine schöne Erinnerung. Bogdan Radosavljevic musste wegen Problemen mit der Schulter passen. Das Thema war auch bei den Gästen brandaktuell. Bambergs Coach Andrea Trinchieri, gerade erst an seiner Schulter operiert, war mit seinem Team nach Berlin gereist, verfolgte die Partie jedoch am Bildschirm in der Kabine und überließ seinem Assistenten Ilias Kantzouris die Regie an der Seitenlinie.

Trinchieri sah, sicherlich nicht so regungslos, wie es die Ärzte empfohlen hatten, dass Alba dank Spencer Butterfield und Marius Grigonis besser ins Spiel fand (11:5/5.), sein Team aber bald mit seiner Athletik und nach zwei Dreiern von Dorell Wright auf Augenhöhe war. Nach dem 13:13 (7.) wechselten die Führungen bis zum Ende des ersten Viertels nahezu mit jedem Angriff. Auch das 27:21 (13.), zu dem der abermals überragende Luke Sikma per Dreier getroffen hatte, war nur eine Momentaufnahme. Eine, die allerdings etwas länger Bestand hatte, weil jetzt noch verbissener verteidigt wurde. Sich freie Würfe zu erarbeiten und dann auch noch zu verwandeln, wurde mehr und mehr zur Schwerstarbeit. Peyton Siva sorgte mit einem Dreier und zwei Freiwürfen dafür, dass Alba mit 36:31-Führung in die Halbzeitpause ging.

Überragender Siva ist von den Franken nicht zu stoppen

An Siva – wir erinnern uns: Auch er hatte erst kürzlich wegen einer lädierten Schulter pausieren müssen – lag es hauptsächlich, dass sich Alba zu Beginn des zweiten Durchgangs deutlicher absetzte. Entweder traf Albas Spielmacher selbst – mal per Dreier, mal per Zug zum Korb – oder er düpierte die Bamberger Abwehr, indem er Sikma bediente. „Luke und ich haben in solchen Situationen einfach einen guten Draht“, sagte der Spielmacher, der mit 25 Punkten Albas bester Werfer war, aber, wie er fand, „nicht besser als alle anderen“. Sikma kam übrigens auf 17 Punkte und holte zehn Rebounds.

Nach Treffern von Giffey und Jo­shiko Saibou führte Alba mit 60:44 (29.). In dieser Phase waren die Gäste, die schon eine Woche zuvor in Bonn mit 69:106 unter die Räder gekommen waren, am Freitag allerdings Panathinaikos Athen in der Euroleague überraschend mit 95:74 geschlagen hatten, völlig von der Rolle.

Gegen jeden anderen Gegner wären jetzt bereits Schmähgesänge à la „Ihr könnt nach Hause fahren …“ zu hören gewesen, aber die Stimmung in der Arena blieb angespannt. Niemand wollte so recht glauben, dass das Spiel gegen ein Team, das in den vergangenen acht Jahren sieben Mal Meister geworden war, nach drei Vierteln gewonnen war. Und die Skeptiker sollten Recht behalten.

Alba gerät im letzten Viertel unter Druck

Alba tat sich gegen die Raumverteidigung der Gäste schwer. Dann war es ausgerechnet Lucca Staiger, der in seiner Zeit bei Alba von 2010 bis 2012 keine bleibenden Spuren hinterlassen hatte, der Bamberg auf 66:69 (36.) heran brachte. „Aber auch in dieser Phase hatten wir das Spiel besser in der Hand als Bamberg“, sagte Giffey, dem das Ergebnis Recht gibt. Näher als auf drei Punkte kamen die Gäste nicht heran. Grigonis, Butterfield, Siva und Sikma mit seinem zehnten Rebound machten alles klar.

Am Dienstag (18.15 Uhr, Telekomsport) tritt Alba in Istanbul zum letzten Eurocup-Spiel dieser Saison an. Die Partie bei Galatasaray ist das Aufeinandertreffen der Teams, die keine Chance mehr auf das Erreichen des Viertelfinales haben. Das Motto dort könnte sein: verletzungsfrei den Rhythmus halten.

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