Bundesliga

Jugendstil kommt bei Alba groß in Mode

Junge Spieler wie Mattisseck und Vasturia sind bei Alba Berlin gefragter denn je, auch in der Bundesliga gegen den Mitteldeutschen BC.

Albas Jonas Mattisseck (l.) setzt zum großen Wurf an

Albas Jonas Mattisseck (l.) setzt zum großen Wurf an

Foto: Tilo Wiedensohler / imago/Camera 4

Berlin.  Alba Berlins ohnehin jüngste Mannschaft in der Geschichte des Klubs wird immer jünger. Nicht ganz freiwillig kommt es dazu, aber unbeirrt der Philosophie folgend, auf die Jugend zu setzen und bei Verletzungen nicht alte Haudegen nachzuverpflichten, die jene aus dem Kader drängen, auf die man in Zukunft bauen will.

Als klar war, dass Spencer Butterfield (25) und Bennet Hundt (19) länger ausfallen würden, unterschrieb Steve Vasturia (22) vom US-College Notre Dame Anfang Januar bei Alba seinen ersten Profi-Vertrag. Für Peyton Siva (27), wie Butterfield einer der Stars des Teams, springt derzeit Jonas Mattisseck ein, gerade erst 18 Jahre alt geworden.

Am vergangenen Mittwoch kam der Teenager im Eurocup gegen Darüssafaka Istanbul (66:79) knapp 14 Minuten zum Einsatz, Vasturia knapp acht. Beide zeigten gegen eines der Spitzenteams des Kontinents weit mehr als nur „Jugend forscht“, sie werden also auch am Sonnabend in der Bundesliga gegen den Mitteldeutschen BC (18 Uhr, Mercedes-Benz Arena) ihre Chance bekommen.

Den Schulalltag der neuen Rolle angepasst

„Das ging zuletzt alles ziemlich schnell“, erklärt Mattisseck, der seit Sivas Verletzung auch davon profitiert, dass er seinen Schulalltag auf dem Sportgymnasium seiner neuen Rolle anpassen konnte. Einer Rolle, die er mit erstaunlichem Selbstbewusstsein angeht. „Die Jungs im Team sagen mir, dass ich hier bin, weil ich es mir erarbeitet habe“ erzählt Albas Oberschüler. „Dass die Mannschaft so hinter mir steht, gibt mir Selbstvertrauen.“

Vasturia hingegen kam Mitte der Saison in eine erfolgreiche und gut harmonierende Mannschaft, was nicht ganz einfach ist. „Jeden Tag tastet man sich ein wenig mehr heran“, erzählt der junge US-Flügelspieler. Und dabei habe ihm „sehr geholfen, dass alle mir von der ersten Sekunde an das Gefühl gegeben haben, willkommen zu sein.“

Junge Spieler gab es bei Alba immer. Aber erst unter Chefcoach Aito Reneses spielen sie auch wieder eine Rolle. Wie in alten Zeiten, als Alba mit dem Kooperationspartner TuS Lichterfelde Nationalspieler en masse hervorbrachte. Heute ist Lok Bernau Albas Talentschmiede. Die spielt am Sonnabend gegen Cuxhaven und zwar vor Alba in der Arena. Wer bereits um 15 Uhr kommt, kann schon mal die übernächste Generation in Augenschein nehmen.